Schwierige Suche nach mehrheitsfähigen Gesundheitsreformen
publiziert: Sonntag, 17. Jun 2012 / 18:35 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 17. Jun 2012 / 19:18 Uhr
Bundesrat Alain Berset muss sich etwas neues ausdenken.
Bundesrat Alain Berset muss sich etwas neues ausdenken.

Bern - Für Gesundheitsminister Alain Berset bedeutet die wuchtige Ablehnung der Managed-Care-Vorlage nicht das Ende für integrierte medizinische Gesundheitsnetze. Denn über den Nutzen solcher Netzwerke bestehe Konsens, sagte Berset vor den Medien.

Wir kommen zu Ihnen, damit Sie zuhause bleiben können
6 Meldungen im Zusammenhang
Die Debatten während der Abstimmungskampagne hätten gezeigt, dass Einigkeit darüber herrsche, dass die Koordination zwischen den Leistungserbringern im Gesundheitswesen verbessert werden müsse. Nur so könne die Qualität der Gesundheitsversorgung gewährleistet werden. Das deutliche Nein des Stimmvolks zeige vor allem, das es in der Gesundheitspolitik schwierig sei, Mehrheiten für Reformen zu finden.

Vor dieser Schwierigkeit stehen laut Berset auch die zahlreichen Reform-Ideen und -Vorschläge, die in den letzten Tagen in die öffentliche Debatte eingebracht wurden: Es gebe keine Anzeichen dafür, dass diese Vorschläge mehrheitsfähig seien, sagte er. Die Beteiligten könnten nicht so tun könnten, als sei am 17. Juni nichts geschehen.

Aus dem Abstimmungsresultat kann laut Berset nicht abgeleitet werden, dass nun - wie von der SVP gefordert - das Krankenkassenobligatorium aufgegeben werden muss. Angesichts der damit verbundenen sozialen Folgen sei er dagegen, das Obligatorium in Frage zu stellen. Berset wies zudem daraufhin, dass das Krankenkassenobligatorium vom Stimmvolk gutgeheissen worden ist.

In Bezug auf die Einheitskasse, die von seiner Partei in einer während des Abstimmungskampfes eingereichten Volksinitiative gefordert wird, betonte Berset, dass diese die verworfene Reform nicht ersetzen könne, denn eine öffentliche Krankenkasse könne die Finanzierungsfragen nicht lösen.

Berset kündigte an, im Rahmen eines Berichts aufzuzeigen, wie er die Probleme im Gesundheitswesen angehen will. Wann er diese Analyse vorlegen will und in welche Richtung es inhaltlich gehen könnte, liess er weitgehend offen. Auch die Frage, ob er einen Gegenvorschlag zur Einheitskassen-Initiative vorbereite, blieb unbeantwortet.

Obligatorische Grundversicherung abschaffen

Für die SVP ist das Nein zu Managed Care der «Auftakt für grundsätzliche Diskussionen». Die Partei lieferte erste Vorschläge: Sie will das Krankenkassen-Obligatorium abschaffen. Falls dies nicht gelingt, brauche es eine Entschlackung des Leistungskatalogs.

«Die klare Absage der Stimmbevölkerung ist ein Votum für die Freiheit», sagte SVP-Präsident Toni Brunner auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Leute wollten sich eben nicht einschränken lassen. Als Einschränkung begreift die SVP auch das im Gesetz verankerte Obligatorium, eine Grundversicherung abzuschliessen.

Breite Ablehnung

Bei den anderen Parteien stiess die Idee, das Krankenkassen-Obligatorium abzuschaffen, auf Widerstand. Nicht nur der SP missfällt die Vorstellung, auch FDP und CVP stellten sich dagegen. «Das ist keine gute Idee», sagte etwa FDP-Ständerat Felix Gutzwiller (ZH).

Auch für CVP-Nationalrätin Ruth Humbel (AG) kommt eine Abschaffung des Obligatoriums nicht in Frage: «Dies hätte negative Auswirkungen auf das gesamt Sozialwesen, die Gemeinden und Steuern.»

Die SP zeigte sich unbeeindruckt vom Angriff auf ihre Initiative für eine Einheitskasse, die sie Ende Mai eingereicht hatte. «Ich sehe in der Grundversicherung nur sehr wenige Leistungen, auf die man verzichten könnte», sagte SP-Nationalrätin Silvia Schenker (BS). Und SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr zeigte sich überzeugt, dass die Chancen für die Einheitskasse am Sonntag gestiegen seien.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
2
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 2 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Nach der Abstimmungsniederlage vom Wochenende demonstriert Gesundheitsminister Alain Berset Entschlossenheit, ... mehr lesen
Die Hausarztmedizin soll im Gesetz verankert werden.
Der Risikoausgleich soll weiter verfeinert werden.
Bern - Für die Krankenkassen soll die Jagd nach gesunden Versicherten nicht mehr attraktiv sein. Trotz des Neins zur Managed-Care-Vorlage wollen SP, FDP und Grüne den ... mehr lesen 1
Bern - Bundesrat und Parlament kassieren in der Gesundheitspolitik eine schallende Ohrfeige: Die Schweizerinnen und Schweizer ... mehr lesen 6
santésuisse ist ernüchtert über den Ausgang der Managed-Care-Vorlage.
Nebelspalter Haben Sie noch den Durchblick? In Sachen «Managed Care» haben diverse Parteien die Fronten gewechselt und möchten die Vorlage nun im Kehricht der Gesundheitspolitik entsorgen. mehr lesen
 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bundesrat Berset sieht in eHealth «eine kulturelle Revolution».
Bern - Das Gesundheitssystem in der Schweiz erlebt momentan eine eigentliche ... mehr lesen
Was, wie bitte?
Was bitte hätte diese Reform denn bewirken sollen?
Es war höchstens ein kleines Lüftchen im noch kleineren Wasserglas. Die Aerztenetzwerke ergeben sich von ganz alleine, oder sind bereits schon vorhanden.
Im Gesundheitswesen geht es ums Sparen und das war selbstverständlich der Sinn der Vorlage. Das haben aber die Befürworter aber stets mit fadenscheinigen Argumenten zu vertuschen versucht, in dem sie uns weismachen wollten, dass das Werkli nur zu unseren Gunsten gemacht sei.
So etwas geht immer schief! So blöde sind die Stimmbürger nicht, zumal jene nicht, die sich zur Urne begeben.
Zum...
Glück muss man keine Krankenkasse, Steuern etc. mehr bezahlen, wenn man aus Notwehrrechtsgründen gezwungen wird, Schwarzarbeit zu machen. Und da mit Schwarzarbeit ohnehin mehr verdient werden kann als mit "normaler" Arbeit, bleibt mehr Geld übrig für private Versicherungen und Urlaub. Daher interessiert diese Managed-Care Vorlage wenig bis gar nicht.
Wir kommen zu Ihnen, damit Sie zuhause bleiben können
Ein neues Verfahren zur Entwicklung wirksamerer Impfstoffe gegen zahlreiche Grippeviren haben Forscher entwickelt.
Ein neues Verfahren zur Entwicklung wirksamerer ...
Virus verändert Ziel immer wieder  Paris - Ein neues Verfahren zur Entwickelung wirksamerer Impfstoffe gegen zahlreiche Grippeviren haben Forscher des Pharmakonzerns Sanofi entwickelt. Derzeit werden jedes Jahr andere Impfstoffe entwickelt, da das Virus sein Ziel immer wieder verändert. 
Patentrechtstreit  Genf - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Länder mit möglichen Fällen des neuen Coronavirus dazu aufgefordert, Informationen zu ...  
Der Coronavirus gehört zur gleichen Virenfamilie, die auch SARS ausgelöst hat.
WHO warnt vor Gefahren durch neue Coronavirus Genf - Zehn Jahre nach der Sars-Epidemie mit mehr als 800 Toten hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ...
Bundesrat Alain Berset
Mann steckt sich mit Coronavirus an Paris - In Frankreich ist ein zweiter Mann an dem neuen hochgefährlichen Virus ...
Verbindliche Entscheidungen gefordert  Bern - In die verzwickte Situation um die Zuteilung der Zentren für Herztransplantationen will sich auch das Parlament einschalten. Die Gesundheitskommission (SGK) des Nationalrats hiess am Freitag einen Vorstoss gut, der eine Bundeslösung im Standortentscheid fordert.  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Henau 1521
    Was für ein Blödsinn aber auch;-) "Zudem liegt beim Co2 ein weiteres nicht zu unterschätzendes Problem. ... So, 12.05.13 00:33
  • jorian aus Gretzenbach 1186
    Steuerfaktor Ja da haben Sie recht die CO2 Steuer ist ein wichtiger Faktor. Sa, 11.05.13 22:23
  • ochgott aus Ramsen 641
    Wo.... wird es kälter. Ich sehe nichts davon. Zudem wird es bei einer ... Sa, 11.05.13 19:45
  • jorian aus Gretzenbach 1186
    Und.......... .......... dennoch wird es immer kälter. Sa, 11.05.13 07:51
  • keinschaf aus Henau 1521
    Studie, die AAAMMMDCCXVIII. "Mit dem Beginn der Pubertät gehen die Menschen später schlafen und ... Di, 23.04.13 00:09
  • jorian aus Gretzenbach 1186
    Die reiche CH................. .......... schickt das Geld lieber ins Ausland, als wie es den eigenen ... Fr, 12.04.13 04:36
  • Midas aus Dubai 3026
    Schäbige Schande Die Verdingkinder haben keine Lobby. Das das ganze bis in die 70er ... Fr, 12.04.13 01:01
  • zombie1969 aus Frauenfeld 1559
    Offenbar... hat man aus den Fehlern in der Vergangenheit immer noch nichts daraus ... Do, 11.04.13 19:47
Wettbewerb
   
Jetzt mitmachen und gewinnen.
eGadgets Tim Burtons FRANKENWEENIE basiert auf einem Live Action Kurzfilm des Regisseurs aus dem Jahre 1984, den er mit seiner berühmten schwarz-weiss Technik und seinem ... mehr lesen
Fitness für die Lachmuskeln ist garantiert.
Mitmachen und gewinnen  Freitag, 31. Mai und Samstag, 1. Juni. Das sind die Daten welche man sich unbedingt merken muss. Denn dann tritt Dieter Nuhr, einer der erfolgreichsten ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SA SO MO DI MI DO
Zürich 1°C 6°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Basel 1°C 6°C leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 2°C 7°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Bern 3°C 10°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 4°C 10°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 5°C 11°C bewölkt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 8°C 14°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten