Politische Warnungen zum 1. August
«Schwierige Zeiten für die Schweiz»
publiziert: Mittwoch, 1. Aug 2012 / 22:25 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 1. Aug 2012 / 23:44 Uhr
Dunkle Wolken über dem Bundeshaus. (Symbolbild)
Dunkle Wolken über dem Bundeshaus. (Symbolbild)

Bern - Das Verhältnis der Schweiz zum Ausland hat die führenden Schweizer Politiker zum 1. August beschäftigt wie kein anderes Thema. Ob Euro-Krise oder Druck auf das Bankgeheimnis, die Magistraten sehen dunkle Wolken aufziehen - und empfehlen unterschiedlichste Rezepte.

6 Meldungen im Zusammenhang
Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf sagte in ihrer Ansprache zum Bundesfeiertag, der Wind werde für die Schweiz rauer werden, auch wenn das Land derzeit gut da stehe. Diese Analyse war schweizweit an vielen Rednerpulten zu hören.

Angriffige SVP

Vor allem SVP-Politiker kritisierten, dass die Konzessionen - etwa bei den Steuerabkommen - zu weit gegangen seien. Gewohnt angriffig gab sich alt Bundesrat und SVP-Nationalrat Christoph Blocher: «Hintenrum» wollten sie alle in die EU, warf er Bundesrat, Parlament und Verwaltung vor. Er sprach 20 Jahre nach dem Nein zum EWR die neusten Vorschläge zum Verhältnis zur EU an.

Auch SVP-Bundesrat Ueli Maurer empfahl eine härtere Gangart gegenüber dem Ausland: Die Schweiz dürfe sich dem Druck von aussen nicht beugen. «Es ist wie bei einem bissigen Hofhund. Der weicht auch nur zurück, wenn man ihm entgegentritt», sagte er bei seinem Redemarathon mit sechs Auftritten.

Bei seiner Ansprache im «House of Switzerland» in London vor der Schweizer Olympiadelegation zog FDP-Bundesrat Didier Burkhalter einen Vergleich mit Grossbritannien. Beide Länder stellten sich Fragen zu ihrer Rolle in Europa. Ob EU-Mitglied oder nicht, sei für beide wichtig, die Souveränität zu wahren. Dafür kämpfe auch die Schweiz, sagte der Aussenminister.

Pragmatisch wie die alten Eidgenossen

Für Weitsicht, Pragmatismus und eine realistische Einschätzung der eigenen Stärke und derjenigen des Verhandlungspartners plädierte SP-Bundesrat Alain Berset bei seinen Reden in drei Landesteilen. Strategisches Denken sei gefragt: «Die alten Eidgenossen konnten ihre Stärke - meistens - realistisch einschätzen und dann das Maximum herausholen.»

Die Machtverhältnisse würden sich wegen der Krise schneller verschieben, sagte Bundesrätin Doris Leuthard (CVP) bei der 100-Jahr-Feier der Jungfraubahn auf dem Jungfraujoch. Die Schweiz dürfe die «neuen mächtigen» Staaten nicht aus den Augen verlieren. «Wir tun gut daran, mit ihnen gute Beziehungen zu pflegen.»

Nicht auf Europa ging Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP) ein. Sie pries in ihrer Ansprache in Huttwil BE die Schweizer Demokratie, die auch für Länder wie Tunesien, die eine Revolution erlebten, als Vorbild dienen könnten.

Als einziger Bundesrat wandte sich Johann Schneider-Ammann (FDP) nicht ans Volk. Die Parteipräsidenten nutzten den Nationalfeiertag, um für ihre politischen Projekte und Anliegen zu werben. Die SVP sandte etwa Unterschriftsbögen ihrer jüngsten Initiative in alle Haushalte. SP-Präsident Christian Levrat geisselte die ungleiche Verteilung des Wohlstandes in der Schweiz.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zürich - Christoph Blocher hat an der traditionellen Albisgüetli-Tagung seine SVP-Anhängerschaft gegen einen ... mehr lesen 11
Christoph Blocher hielt im Schützenhaus Albisgüetli sein traditionelles Referat. (Archivbild)
Bern - Für reiche Franzosen könnte es künftig schwieriger werden, in der Schweiz der französischen Erbschaftssteuer ... mehr lesen
Die Schweiz würde für wohlhabende Franzoden unattraktiver.
Bundesrat Didier Burkhalter spricht den Sportler Mut zu.
Olympische Sommerspiele Bundesrat Didier Burkhalter hätte seinen Besuch im House of Switzerland am 1. August gerne mit einer Medaillenfeier verbunden. So ... mehr lesen
Avers GR - Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf warnt in ihrer 1.-August-Ansprache vor den Auswirkungen der Euro-Krise. ... mehr lesen
Eveline Widmer-Schlumpf fordert Weitblick.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Ueli Maurers Botschaft: Dem Druck der EU standhalten.
Bern - Bei schönstem Sommerwetter haben am Dienstag die Feiern zum 1. August ... mehr lesen
Eine rechtliche Prüfung ergab, dass Baselbieter Schulen trotz Religionsfreiheit einen Händedruck einfordern können. (Symbolbild)
Eine rechtliche Prüfung ergab, dass ...
Erziehungsberechtigten drohen Sanktionen  Liestal - Im Kanton Baselland dürfen Schülerinnen und Schüler nicht mehr den Handschlag aus religiösen Gründen verweigern. Tun sie dies trotzdem, drohen Sanktionen. 1
Handschlag-Dispens für Sommaruga inakzeptabel Liestal/Therwil BL - Die Praxis an einer Baselbieter Schule, muslimische ... 1
Barry im Vatikan  Bern - «Magnum», ein prächtiges Exemplar von einem Bernhardinerhund und Nachfahre des ...  
Der 70 Kilogramm schwere Hund wurde dem Papst nach der Audienz auf dem Petersplatz vorgestellt. (Archivbild)
Papst Franziskus empfängt führenden sunnitischen Imam Rom - Papst Franziskus hat am Montag erstmals den ägyptischen Grossscheich und Imam der Kairoer ...
Papst Franziskus trifft sich mit einem muslimischen Kollegen.
Titel Forum Teaser
  • jorian aus Dulliken 1752
    SRG: Eishockey & und der ESC Wer am Leutschenbach nicht gehorcht, muss den ESC oder die Eishockey WM ... Fr, 13.05.16 05:44
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3934
    Die... Entscheidung von A. Merkel ist völlig richtig: -Sie ist juristisch ... So, 17.04.16 14:13
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3934
    Komiker... Böhmermann wird vermurlich, damit die Türkei-Deal-Marionetten in Berlin ... Di, 12.04.16 13:37
  • Bogoljubow aus Zug 349
    Sind Sie sicher dass es nicht Erdowann oder gar Erdowahn heisst? So, 03.04.16 10:47
  • HeinrichFrei aus Zürich 431
    Zürich: von «Dada» zu «Gaga» Die «Dada» Veranstaltungen in Zürich zeigen, dass «Dada» heute eher zu ... Mo, 15.02.16 22:51
  • Midas aus Dubai 3810
    Finde den Unterschied Ah ja, wieder der böse Kapitalismus. Wie gesagt, haben Sie ein besseres ... Mo, 01.02.16 02:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1760
    Schöner kann man's nicht erklären «Es handelt sich hier um ausserordentlich sensible Figuren. Da ist zum ... So, 31.01.16 16:48
  • Pacino aus Brittnau 723
    Stimmt . . . Als Selbstständiger ist Polo definitiv auf jeden Franken angewiesen. Es ... Do, 21.01.16 17:26
art-tv.ch Gotthard. Ab durch den Berg Das Forum Schweizer Geschichte in Schwyz zeigt die Tunnelbauten ...
Felix Steinbild
news.ch hört sich jede Woche für Sie die interessantesten neuen CDs an und stellt sie Ihnen hier ausführlich vor.


Online hören

Play
PlayerEQ
Mit Flash Player hören
Mit dem eigenen Player hören

Jetzt läuft

timer

Letzte 10 Titel

timer
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 13°C 26°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Basel 14°C 26°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter Gewitter möglich
St. Gallen 13°C 23°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter Gewitter möglich
Bern 12°C 25°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter Gewitter möglich
Luzern 13°C 25°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Genf 13°C 26°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter Gewitter möglich
Lugano 13°C 24°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Gewitter möglich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten