Schwierigkeiten wegen Transitabkommen
publiziert: Mittwoch, 8. Jan 2003 / 07:45 Uhr

Dakar - Im letzten Moment aufgetauchte Schwierigkeiten scheinen die für Mittwoch vorgesehene Unterzeichnung des Transitabkommens zwischen der Schweiz und Senegal zu gefährden. Bundesrätin Ruth Metzler muss mit den senegalesischen Behörden weiterverhandeln.

Präsident Abdoulaye Wade empfing Bundesrätin Ruth Metzler.
Präsident Abdoulaye Wade empfing Bundesrätin Ruth Metzler.
Die Vorsteherin des Eidg. Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) war gestern in Dakar angekommen und traf sich anschliessend mit Präsident Abdulaye Wade und Aussenminister Tidiane Gadio.

Bei dieser Gelegenheit wünschte Wade, dass über das Transitabkommen vor der Unterzeichnung noch einmal verhandelt werde. Das Abkommen sieht vor, dass Afrikaner, die in der Schweiz Asyl beantragen, über Senegal auf den afrikanischen Kontinent zurückgeführt werden können.

Am Mittwoch trifft sich Bundesrätin Metzler nun mit dem senegalesischen Premierminister Idrissa Seck, dem Aussenminister sowie Innenminister General Mamadou Niang zu weiteren Gesprächen.

Auf der viertägigen Reise in westafrikanische Länder soll neben dem Transitabkommen mit Senegal auch ein Rückübernahmeabkommen mit Nigeria unterzeichnet werden.

Die Schweizer Behörden wollen damit die Rückschaffung abgewiesener Asylsuchender aus Westafrika vorantreiben. Metzler will sich nun an Ort dafür einsetzen, dass die Zusammenarbeit mit den betroffenen Ländern verbessert werden kann.

Nach Angaben des EJPD gestaltete sich die Rückführung von abgewiesenen Asylsuchenden aus Westafrika bisher schwierig oder gar unmöglich. Ein Problem ist vor allem die Identifizierung der betroffenen Personen. Diese soll durch die geplanten Abkommen erleichtert werden.

Die Zusammenarbeit mit Nigeria sei aufgrund der zahlreichen Gesuche von nigerianischen Staatsangehörigen für die Schweiz sehr wichtig, schreibt das EJPD. Innerhalb eines Jahres nahm die Zahl der Gesuche demnach um mehr als 300 Prozent zu.

(bert/sda)

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