Schwimmen: Kurzbahn-EM in Riesa, Schweizer Rekorde von Remo Lütolf
publiziert: Donnerstag, 12. Dez 2002 / 21:16 Uhr

(Si) Brustspezialist Remo Lütolf zeigte am ersten Tag der Kurzbahn-Europameisterschaften in Riesa (De) aus Schweizer Sicht die beste Leistung. Über 100 m Brust qualifizierte sich der 22-jährige St. Galler als Sechster für den Final von Freitag.

Der Schweizer Remo Luetolf in Aktion im 100m Brust Vorlauf bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in Riesa.
Der Schweizer Remo Luetolf in Aktion im 100m Brust Vorlauf bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in Riesa.
Mit der Zeit von 1:00,69 im Vorlauf am Morgen hatte Remo Lütolf, eher ein "Morgenmuffel" und in den vergangenen zwei Jahren eigentlich ein reiner 50-m-Sprintspezialist, angedeutet, dass mit ihm in Zukunft auch international über die doppelte Distanz von 100 m Brust wieder zu rechnen ist. Im Halbfinal steigerte sich der gebürtige Altstätter auf 1:00,30. Damit unterbot Lütolf seinen am 27. November 1999 in Baar aufgestellten Schweizer Rekord um 17 Hundertstel. Der Jus-Student zeigte sich ob seiner Leistung enorm befriedigt: "Erstmals seit zwei Jahren habe ich über 100 m wieder eine persönliche Bestzeit aufgestellt. Ich kanns also auch noch über diese Distanz."

Den Final will Lütolf locker und sehr schnell angehen, "denn auf den ersten 50 Metern kann ich noch Zeit herausholen." Beweist er das nötige Stehvermögen auf der letzten Bahnlänge, unterbietet er wohl sogar erstmals die Schallgrenze von einer Minute - und wahrt sich damit die Chance, erstmals seit der Langbahn-EM 2000 in Helsinki wieder eine Medaille zu gewinnen.

Die 4x50-m-Lagen-Staffel der Männer unterbot im Final in 1:37,78 ihren im Vorlauf am Morgen aufgestellten Schweizer Rekord - 1,38 Sekunden unter der alten Bestmarke von Valencia (14. Dezember 2000) - erneut um acht Hundertstel. Rangmässig verlor das Quartett Flori Lang, Remo Lütolf, Lorenz Liechti und Christoph Bühler aber einen Platz und wurde hervorragender Fünfter. Auf die drittplatzierten Ukrainer fehlten den Schweizern doch 1,32 Sekunden.

Dominique Diezi blieb in den beiden Halbfinals über 100 m Crawl (16.) und 100 m Rücken (12.) weit über ihren nationalen Bestleistungen und verpasste die Finalqualifikation klar. Der Halbfinal bedeutete auch für Carla Stampfli (14./100 m Rücken) und Céline Baillod (16./50 m Brust) trotz klarer Steigerung gegenüber der morgendlichen Leistung Endstation.

Bereits in den Vorläufen waren Christoph Bühler, der über 50 m Crawl in 22,79 fast sieben Zehntel über seiner persönlichen Bestzeit blieb, Lorenz Liechti (200 m Lagen) sowie Sandrine Paquier (100 m Crawl) und Denise Schrader (200 m Delfin) ausgeschieden.

Viertes EM-Gold für Flavia Rigamonti?

Heute Nachmittag steht im mobilen 25-m-Becken in der modernen Sachsen-Arena mit den 800 m Crawl der Frauen für die Schweizer Schwimminteressierten bereits der Höhepunkt an: Flavia Rigamonti, vor Jahresfrist in Antwerpen souverän Erste, hat in ihrer Paradedisziplin an allen vier bestrittenen Kurzbahn-EM jeweils eine Medaille geholt (je zweimal Gold und Silber). Die 22-jährige Tessinerin hat mit ihrem Sieg vor drei Wochen beim Weltcup-Meeting in New York eindrücklich bewiesen, dass sie sich wieder ihrer Topform nähert. Rigamonti blieb damals nur 2,93 Sekunden über dem 800-m-Weltrekord. Für Riesa hat sie sich keine bestimmte Zeit zum Ziel gesetzt. "Ich schwimme einfach drauflos", sagte Rigamonti, die erst am Mittwoch aus Dallas nach Ost deutschland angereist war.

Acht Entscheidungen, sieben Siegernationen

In den acht Entscheidungen zum EM-Auftakt gabs sieben verschiedene Siegernationen zu verzeichnen. Einzig Schweden holte sich dank den Sprintspezialisten Stefan Nystrand (50 m Crawl) und Emma Igelström (50 m Brust) zweimal Gold. Für die Topleistung des Tages war vor heimischem Publikum die deutsche 4x50-m-Lagen-Staffel der Männer verantwortlich. Stev Theloke (Rücken), Jens Kruppa (Brust), Thomas Rupprath (Delfin) und Carsten Dehmlow verbesserten den (eigenen) Weltrekord, vor einem Jahr in Antwerpen aufgestellt, um sechs Hundertstel auf 1:34,72.

Die weiteren Titel am Donnerstag gingen an Emiliano Brembilla (It/400 m Crawl), Orn Arnarson (Isl/200 m Rücken), Jani Sievinen (Fi/200 m Lagen) sowie Eva Risztov (Un/200 m Delfin) und Jana Klotschkowa (Ukr/200 m Lagen).

(Valentin Oetterli, Riesa /sda)

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