Scientology muss Ex-Mitglied Millionen zahlen
publiziert: Sonntag, 12. Mai 2002 / 07:39 Uhr / aktualisiert: Montag, 13. Sep 2004 / 12:09 Uhr

San Francisco - Scientology hat einem früheren Mitglied im US-Bundesstaat Kalifornien fast 8,7 Millionen Dollar Schadenersatz gezahlt. Der Fall könne weitere Klagen gegen die Organisation nach sich ziehen, sagte der 53-jährige Lawrence Wollersheim.

Wollersheim hatte Scientology in Los Angeles 1980 wegen geistigen Missbrauchs verklagt. Ein Gericht hatte ihm 1986 Schadenersatz in Höhe von 30 Millionen Dollar zugesprochen.

In einem Berufungsverfahren wurde die Summe auf 2,5 Millionen Dollar verringert und 1994 durch den Obersten Gerichtshof bestätigt. Durch Zinsen erhöhte sich die Summe auf 8,67 Millionen Dollar.

Wollersheim sagte, die Sitzungen mit Scientologen hätten bei ihm Geistesstörungen ausgelöst und ihn an den Rand des Selbstmordes getrieben. Seines Wissens sei es das erste Mal, dass Scientology einem ex-Mitglied Entschädigung gezahlt habe. Womöglich habe es aber Zahlungen gegeben, die nicht öffentlich gemacht worden seien.

Die Klage sei mehr als 20 Jahre alt und betreffe Vorfälle von vor 30 Jahren, sagte der Präsident der inzwischen nicht mehr aktiven Scientology-Organisation von Kalifornien. Die Angelegenheit solle nun beendet sein.

Der weltweit tätigen Organisation gehören unter anderem die US-Schauspieler John Travolta und Tom Cruise an. Ihr wird vorgeworfen, dass es in der von ihr angestrebten «besseren Zivilisation» kein Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit gibt.

Stellungsnahme Scientology:

"Wir kennen diesen Fall in Amerika und möchten dazu kurz folgendermassen Stellung nehmen:

Wenn man bedenkt, dass in Amerika bereits für einen verschütteten Kaffee Schadenersatz in Millionenhöhe bezahlt wird, sollte man diesen Fall in der richtigen Relation sehen. Ganz abgesehen davon, dass ein 20-jähriger Gerichtsfall seine eigene Kostendynamik entwickelt.

Die Ziele von Scientology sind im Gegensatz zu den Aussagen im Artikel eine Zivilisation ohne Wahnsinn, ohne Verbrechen und ohne Krieg, in der der Fähige erfolgreich sein kann und ehrliche Wesen Rechte haben können und in der der Mensch die Freiheit hat, zu grösseren Höhen aufzusteigen. Ziel von Scientology ist es, dass jeder seine eigene Persönlichkeit entfalten kann.

Das von Wollersheim erwähnte Scientology Auditing (geistliche Beratung) wird in einer bestimmten Reihenfolge durchgeführt, welche die grundlegenden Hindernisse beseitigt, auf die Menschen in dem Streben nach spiritueller Freiheit stossen.

Die Kirche kann bereits von der Natur der Sache her keine Ansprüche darüber aufstellen, welche Wirkungen das Auditing im Einzelfall mit Bestimmtheit haben wird. Die spirituelle Erlösung und die Erkenntnisse aus dem Auditing können sich vielfältig positiv auswirken, wenn das Mitglied durch ein ethisches Leben die Vorraussetzungen dafür schafft.

Seine Aussagen müssen in diesem Zusammenhang verstanden werden und dienten wohl eher der Polemik, um seine Forderung etwas zu stärken."

Scientology Kirche Zürich

(bb/sda)

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