Segeln: Horrorstart für Team New Zealand
publiziert: Samstag, 15. Feb 2003 / 10:33 Uhr / aktualisiert: Samstag, 15. Feb 2003 / 14:16 Uhr

(Si) Der America´s Cup hat für die Alinghi in bestmöglicher Weise begonnen. Das Schweizer Syndikat sicherte sich den ersten Punkt in der Best-of-9-Finalregatta, nachdem Team New Zealand schon früh wegen Materialproblemen aufgab.

Bei Winden von rund 20 Knoten aus Süd-Südwest, die eigentlich gemäss Prognosen eher den Titelverteidiger hätten favorisieren sollen, ging für Neuseeland so ziemlich alles schief, was schief gehen konnte. Nach einem noch gelungenen und faszinierenden Vorstart auf höchstem Niveau, in dem sich Dean Barker die günstigere rechte Seite sichern konnte, sammelte sich nach wenigen Minuten extrem viel Wasser im Boot an. Ob dies so war, weil Dean Barker zu hart am Wind segelte oder weil die riesige Anzahl an Zuschauerbooten den Wellengang noch verstärkte, konnte nicht zweifelsfrei eruiert werden.

Jedenfalls war der zweite Vordecker Matt Mitchell der am meisten beschäftigte Mann an Bord. Mit einem Eimer versuchte er, die geschätzten 6000 Liter Wasser, die innert acht Minuten auf die Jacht kamen, zu entfernen. "Wir hatten Glück, dass dieser Eimer da war. Eigentlich ist dies unsere Toilette", so Mitchell, worauf Medienchef Bruno Troublé schlagfertig entgegnete: "Dann ist die Toilette jetzt wenigstens sauber."

Ansonsten gab es für die "Kiwis" wenig zu lachen, denn kurz darauf kam es zu einem Bruch am Ende des Grosssegelbaums. Und zuletzt löste sich auch noch eine Halterung am Ort, wo das Vorsegel am Bug angemacht ist. "Das war ein Tag zum Vergessen", resümierte Skipper Dean Barker perfekt. Nach 25 Minuten gab Team New Zealand offiziell auf. In der Folge ging es für die Schweizer nur noch darum, das Boot unfallfrei über den Kurs zu bringen, was auch problemlos gelang.

Später Rekord für Russell Coutts

"Ein Punkt ist ein Punkt, und wir können sehr zufrieden sein", so Russell Coutts, der quasi im Vorübergehen noch einen Rekord mitnahm, der ihm faktisch schon lange zustand. Coutts hat nun zehn America´s Cup-Regatten hintereinander gewonnen, eine mehr als Charlie Barr (USA) zwischen 1899 und 1903. Diese Marke hätte er schon vor drei Jahren erreichen können, wenn er nicht in der Schlussregatta das Steuer generös seinem damaligen Teamkollegen Dean Barker überlassen hätte.

Ausser dem gewonnenen Punkt kann Alinghi aus dem ersten Tag kaum Rückschlüsse ziehen. Falls die Neuseeländer ihre Materialprobleme rechtzeitig beheben und mit dem zusätzlich gestiegenen Druck umgehen können, dürften sie in den nächsten Tagen der erwartet starke Gegner sein. Dean Barker zeigte mit einem perfekten Start, dass mit ihm zumindest seglerisch zu rechnen ist, und auch punkto Bootsgeschwindigkeit scheinen die "Kiwis" stark zu sein. Allerdings ist auch klar, dass die Neuseeländer mit ihrem extrem gebauten Boot ein Vabanque-Spiel betreiben. Diese Ansicht wird durch die Tatsache noch verstärkt, dass auch das zweite Boot, NZL 81, gleichentags erhebliche Schäden erlitt. "Was die Geschwindigkeit angeht, können wir nichts sagen. Wir haben aber gesehen, dass unser Boot zuverlässig ist", sagte Alinghi-Segelteamdirektor Jochen Schümann.

Stimmungskiller

Erstmals seit 1920 konnte damit eine Auftakt-Regatta nicht beendet werden. Die amerikanische "Resolute" hatte damals gegen die Shamrock IV aufgegeben, besiegte das Syndikat von Teebaron Sir Thomas Lipton letztlich aber noch mit 3:2. Auf ein ähnliches Szenario hoffen natürlich auch die unzähligen Fans der Einheimischen, die fürs erste einen veritablen Stimmungskiller erlebten. Noch am Morgen hatten sie ihr Boot mit einer Euphorie in den "Hauraki Gulf" entlassen, die eher an ein italienisches Fussballderby erinnerte als an eine Segelregatta. Geschätzte 2500 Boote, darunter drei Kreuzfahrtschiffe, verfolgten dann das Rennen auf dem Wasser, machten aber grösstenteils früh wieder kehrt. "Wir sind es den unglaublichen Fans schuldig, uns zu steigern", so Dean Barker.

America´s Cup. Best of 9. Erste Regatta: Alinghi (Sz) s. Team New Zealand (Neus) DNF (Aufgabe wegen Materialproblemen); Stand 1:0. - DNF = Did not finish. - Nächste Regatta am Sonntag.

(Marco Keller, Auckland /sda)

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