Segeln: Offizielle Pokalübergabe an die Alinghi
publiziert: Montag, 3. Mrz 2003 / 11:14 Uhr

(Si) Der America´s Cup ist seit Montagnachmittag um 16.43 Uhr Lokalzeit auch offiziell in Schweizer Besitz. Syndikatspräsident Ernesto Bertarelli versprach bei der Preisübergabe in Auckland: "Wir werden uns der Trophäe würdig erweisen."

Das Team Alinghi mit Pokal.
Das Team Alinghi mit Pokal.
Bill Endean, der Commodore der Royal New Zealand Yacht Squadron, forderte in seiner Übergaberede die Alinghi eindringlich auf, den Cup ebenso gut zu verwalten, wie dies Neuseeland in den letzten acht Jahren gemacht habe. Bertarelli nahm den letzten kleinen Pfeil aus einer langen Serie von Spitzen elegant auf: "Das ist ein historischer Moment für die Schweiz und für Europa. Wir wissen die Bedeutung des Cups richtig einzuschätzen. Wir Schweizer blicken auf eine 700-jährige Demokratie zurück und werden diese 152-jährige Tradition gewiss nicht unterschätzen." Für Segelteamdirektor Jochen Schümann war dieses letzte kleine Techtelmechtel nichts Ungewöhnliches: "Es stand ja das ganze Land hinter der Kampagne. Die Neuseeländer haben natürlich keine Freude, dass der Pokal in die Schweiz geht."

Bertarelli, der erste europäische Syndikatschef mit der Hand am Pokal, ging verständlicherweise noch nicht im Detail auf die Änderungen ein, welche die "Société Nautique de Genève" bei der nächsten Austragung durchzuführen gedenkt. Der Serono-Patron liess sich noch nicht in die Karten schauen: "Unser Ziel ist es aber, mindestens einen so wunderbaren Wettbewerb auf die Beine zu stellen, wie wir ihn hier erlebt haben." Auf heute Dienstagnachmittag ist eine erste Pressekonferenz angesagt, an der einige Fragen bezüglich der Zukunft erörtert werden.

Das Team über alles

Einmal mehr zeigte Alinghi während der Preisübergabe, dass der Teamgedanke absolute Priorität hat. Nachdem das neuseeländische Segelteam einzeln die Medaillen abholte, schritten vom fast 100-köpfigen Alinghi-Team Leute aus neun verschiedenen Bereichen aufs Podium, ehe die Segelcrew den verdienten Lohn abholte und Bertarelli den Pokal entgegennahm. Einer fehlte allerdings: Dominik Neidhart lag im Spital und wartete auf seine Operation. Der Grinder war am Sonntagabend bei der Rückkehr auf die Basis traditionsgemäss ins Wasser geworfen worden, beim Versuch, sich am Geländer festzuhalten, stürzte er aber und erlitt einen Armbruch. Neidhart wird gemäss ersten Informationen rund vier Monate mit Sport aussetzen müssen.

Gemäss Programm hätten gestern 3000 Gäste der Alinghi gratulieren und dem Cup das offizielle "Farewell" geben sollen. In Tat und Wahrheit wohnten dann aber ausser den beiden Teams nur wenige hundert Zuschauer der Übergabe an das "feindliche" Syndikat bei. Passend zur Nostalgie, die viele "Kiwis" ergriff, sang eine neuseeländische Gruppe zum Schluss der einstündigen Zeremonie auf Englisch und Maori "Now is the hour".

Einer liess sich von der Trauerstimmung nicht anstecken. Stadtpräsident John Banks setzte einen angenehmen Konterpunkt zur vorherrschenden Meinung und strich die positiven Punkte hervor: "Es gab noch nie einen einzelnen Anlass in der Geschichte unserer Nation, der eine grössere Bedeutung hatte. Die Zukunft unserer Stadt sah dank der Erfolge in den letzten acht Jahren nie besser aus."

Rückflug am Freitag, Parade am Samstag

Alinghi feierte am Sonntag den Triumph mit einer intensiven Party bis in die ganz frühen Morgenstunden. Für einmal liess sogar "General" Schümann, bei der nächsten Austragung ebenso wie Russell Coutts und Brad Butterworth wieder im Alinghi-Team, Gnade vor Recht walten und den Frühsport-Termin von 6.30 Uhr verstreichen. Der dreifache Olympiasieger hatte auch realisiert, dass er Mühe gehabt hätte, alle Schützlinge rechtzeitig in den Kraftraum zu bringen: "Am Sonntagabend hat jeder sein Programm individuell ausgedehnt..." In den nächsten Tagen ist in der Basis an der Halsey Street noch Aufräumen angesagt, ehe am Freitag der Rückflug Richtung Europa erfolgt. Am Samstag steht dann in Genf die offizielle Parade im Programm.

(bert/sda)

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