Seilers legendäres Grand Hotel entsteigt der Asche
publiziert: Donnerstag, 7. Dez 2000 / 07:24 Uhr

Sitten - Vor knapp 110 Jahren ist der Begründer der ältesten Hoteliersfamilie von Zermatt gestorben. Jetzt öffnet am gleichen Ort, wo Alexander Seiler 1878 das legendäre «Grand Hotel Riffelalp» bauen liess, ein neues Fünfsternhotel seine Tore.

Als Alexander Seiler als Sohn eines Bauern und Zimmermanns 1819 im Goms geboren wurde, wies nichts darauf hin, dass er später in Zermatt die Hotellerie begründen würde. Nach einer Lehre als Seifenfabrikant zog er nach Sitten und betätigte sich im Handel.

Nach Zermatt kam Alexander Seiler erstmals 1851. Sein Bruder Josef, Vikar des Dorfes, machte ihn auf das touristische Potenzial aufmerksam. Alexander sah rasch Perspektiven, übernahm 1853 die Verwaltung des Hotels Mont-Cervin und war bereits zwei Jahre später Herr über die damals vorhandenen 121 Hotelbetten in Zermatt.

Von Beginn weg liebäugelte Alexander Seiler aber mit der Augstkummenalp, die gegenüber dem Matterhorn oberhalb von Zermatt auf über 2000 Metern liegt. Mit einem Hotelprojekt vor Augen, kaufte Seiler den Bauern ab 1856 eine Parzelle nach der anderen ab.

1878 begann der Bau für das Grand Hotel Riffelalp, wobei Maultiere das Material von Visp in zehn Stunden auf die Alp schleppen mussten. Nach sechsjähriger Bauzeit stand das Hotel. Dort stiegen später Gäste wie Churchill oder die Fürstenfamilie von Monaco ab. 1961 wurde das Haupthaus durch einen Brand zerstört. Am gleichen Ort steht jetzt das neue Fünfsternhotel Riffelap Resort, das am Freitag offiziell eröffnet wird.

Alexander Seiler begnügte sich nicht damit, Hotels zu bauen und zu verwalten. Er finanzierte die Schaffung von Fuss- und Wanderwegen und lancierte das Projekt eines Fahrwegs von Zermatt ins Tal. Er arbeitete aber auch als Posthalter. Unter seiner Ägide und mit seiner finanziellen Unterstützung wurde 1868 die erste Berghütte des Matterhorns gebaut. Als Politiker sass er im Walliser Grossen Rat und kämpfte dort vor allem für die Eindämmung der Rhone.

Als Seiler 1891 starb, hatte seine Familie noch immer die Kontrolle über die gesamte Hotellerie in Zermatt, mit der Ausnahme eines Hotels. Die Nachkommen folgten seinem Beispiel und führten das Unternehmen durch alle Krisenjahre des 20. Jahrhunderts.

Durch den Verkauf von einigen Liegenschaften «konnten wir das Schiff jeweils wieder flott machen», erklärt Seilers Urenkel Christian Seiler, Delegierter des Verwaltungsrates der Seiler Hotels Zermatt AG. Das Unternehmen wies 1998/99 einen Gewinn von 1,788 Mio. Franken aus.

Heute besitzt die Familie noch 5 der 110 Hotels von Zermatt, wobei sie bei einigen nur Beteiligungen hat. Für das Riffelalp Resort stellte die Seiler Hotels Zermatt AG das Land zur Verfügung und die Sandoz-Stiftung die rund 50 Mio. Franken, die für den Bau benötigt wurden.

(sda)

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