Anderson zeigt seinen neuen Film
Sektendrama «The Master» in Venedig gezeigt
publiziert: Samstag, 1. Sep 2012 / 15:24 Uhr / aktualisiert: Samstag, 1. Sep 2012 / 15:54 Uhr

Venedig - Der US-Regisseur Paul Thomas Anderson hat am Samstag beim Internationalen Filmfestival Venedig sein Sekten-Drama «The Master» gezeigt. Der 42-Jährige erzählt darin von einem selbst ernannten Guru, der in den 1950er Jahren immer mehr Einfluss bekommt.

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Als Darsteller konnte Anderson («There Will Be Blood») Joaquin Phoenix, Amy Adams, Laura Dern und den Oscar-Gewinner Philip Seymour Hoffman gewinnen. «The Master» ist einer von 18 Beiträgen im diesjährigen Wettbewerb um den Goldenen Löwen. Anderson deutet in dem Drama einiges an, lässt dabei aber auch viele Fragen offen.

Denn er offenbart zwar, wie willkürlich der «Meister» (Hoffman) seine Ideen sammelt und wie absurd diese sind. So verbreitet er beispielsweise die Theorie, dass Menschen durch ihre Vorstellungskraft in ihre früheren Leben reisen und damit Fehler korrigieren und sogar schwere Krankheiten heilen können.

Was seine Anhänger an ihm und seinen Theorien dennoch so faszinierend finden, dass die Bewegung trotz einiger Rückschläge wächst, wird jedoch nicht wirklich deutlich.

Stattdessen fokussiert Anderson mehr auf die rechte Hand des Gurus, der durch Zufall zu der Bewegung stösst. «The Master» erzählt vor allem aus dessen Perspektive. Dieser Helfer wird von Joaquin Phoenix verkörpert, der den alkoholkranken Suchenden mit ungeheurer Intensität spielt und ihm eine starke körperliche Präsenz verleiht.

Anfänge von Scientology als Hintergrund

Das Sekten-Drama beruht nach Angaben des Regisseurs in Teilen auf der Geschichte von Scientology. «Es ist ein Charakter, der auf Ron Hubbard basiert», sagte der 42-jährige Anderson am Samstag beim Filmfestival Venedig über die Hauptfigur seines aktuellen Films «The Master». «Es gibt sehr viele Ähnlichkeiten zu den Anfangsjahren der Dianetik.»

Anderson sagte, er wisse nicht sehr viel über Scientology, gerade zur heutigen Zeit. «Ich weiss aber viel über die Anfänge dieser Bewegung. Das hat mich inspiriert, es als Hintergrund für diese Charaktere zu verwenden», erklärte der Regisseur.

Die Scientology-Organisation geht auf die Theorien von L. Ron Hubbard zurück. Sie bezeichnet sich selbst als Kirche, wird von ihren Kritikern aber als gefährliche Sekte angesehen.

(bert/sda)

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