Selbstmordanschläge in Jerusalem
publiziert: Sonntag, 18. Mai 2003 / 08:54 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 18. Mai 2003 / 09:56 Uhr

Jerusalem - Bei zwei Selbstmordanschlägen sind in Jerusalem mindestens acht Menschen getötet worden. Die Anschläge ereigneten sich nach dem Treffen zwischen Israels Regierungschef Ariel Scharon und seinem palästinensischen Amtskollegen Machmud Abbas.

Erneut zwei Selbstmordanschläge in Jerusalem.
Erneut zwei Selbstmordanschläge in Jerusalem.
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Nach Angaben der Polizei wurden am frühen Morgen mindestens 6 Israelis getötet und über 20 verletzt, als sich ein Selbstmordattentäter in einem vollbesetzten Bus in Ost-Jerusalem in die Luft sprengte. Der Bus wurde von der Explosion völlig zerfetzt.

Kurz darauf ereignete sich im weiter nördlich gelegenen arabischen Sektor Aram in Ost-Jerusalem ein weiterer Selbstmordanschlag. Hier wurde jedoch ausser dem Attentäter offenbar niemand getötet.

Bereits am Samstagabend hatte sich, kurz vor dem Gespräch zwischen Scharon und Abbas, in der Stadt Hebron im Westjordanland ein Palästinenser in die Luft gesprengt und dabei ein israelisches Siedlerpaar getötet. In der geteilten Stadt leben rund 400 jüdische Siedler unter 120 000 Palästinensern.

Beim Versuch, in eine jüdische Siedlung einzudringen, wurden wenig später dann zwei palästinensische Extremisten von israelischen Soldaten erschossen.

Nach den beiden neuen Selbstmordanschlägen in Jerusalem sagte Scharon seine geplante Reise in die USA ab. Dies berichtete das israelische Radio. Der Regierungschef wollte am Sonntagabend abreisen und am Dienstag mit US-Präsident George W. Bush zusammentreffen.

Im Zentrum der Gespräche zwischen Abbas und Scharon vom Samstag und dem nun abgesagten Gespräch mit dem US-Präsidenten, steht die sogenannte Strassenkarte von EU, USA, UNO und Russland. Dieser mehrstufige Plan sieht die Bildung eines palästinensischen Staates bis 2005 vor bei gleichzeitigen Sicherheitsgarantien für Israel.

(pt/sda)

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