Gesundheit
Senioren: Schlafprobleme steigern Suizidgefahr
publiziert: Montag, 18. Aug 2014 / 06:48 Uhr / aktualisiert: Montag, 18. Aug 2014 / 07:06 Uhr
Schlaflosigkeit kann zu Depressionen führen
Schlaflosigkeit kann zu Depressionen führen

Schlafprobleme im fortgeschrittenen Alter führen zu erhöhtem Selbstmordrisiko. Besonders Männer sind aufgrund von Einsamkeit besonders stark betroffen.

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Dies hat eine Studie unter der Leitung von Rebecca Bernert vom Suicide Prevention Research Laboratory der Stanford University ergeben. Die Forschung wurde im Journal of American Medicine Association veröffentlicht. Diese Ergebnisse schliessen die Lücke zwischen bisherigen Studien, die bereits gezeigt haben, dass ältere Menschen vermehrt unter schlechtem Schlaf leiden und auch höhere Selbstmordraten aufweisen.

Höchste Suizidrate bei Männern

Dass ältere Menschen weniger Schlaf benötigen, ist ein weitverbreiterter Irrglaube. «Nimmt man Sorgen mit in den Schlaf, schläft man schlecht und die Psyche kann sich nicht regenerieren. Schlechter Schlaf wirkt sich über kurz oder lang auf die Psyche aus und kann zu Depression führen», so Wolfgang Gombas, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin. Bernert hat über zehn Jahre hinweg 420 Teilnehmer mit einem Altersdurchschnitt von 75 Jahren beobachtet. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass Schwierigkeiten beim Einschlafen und nicht erholsamer Schlaf das Selbstmordrisiko um das 1,4-Fache erhöhen.

In Laufe der zehn Jahre haben 20 von 450 Personen, die über Schlafprobleme berichteten, Selbstmord begangen. Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass ältere weisse Männer eine noch grössere Tendenz zu Selbstmord haben. 19 der 20 Personen, die Suizid begangen haben, waren männlich. «Das Selbstmordrisiko nimmt mit dem Alter zu. Der Auslöser sind zunehmend äussere Faktoren, wie Krankheiten, gescheiterte Projekte, das drohende Lebensende oder auch neurochemische Belastungen. Frauen fügen sich mehr in soziale Strukturen ein und sind somit mit jenen Faktoren nicht alleine», meint Gombas.

Neue Ansätze für Suizid-Prävention

Die Ergebnisse dieser Forschung werden die Sichtweise für Suizidprävention und Therapien für Patienten mit Selbstmord-Risiko ändern. 15,6 Prozent der Suizide werden von älteren Menschen begangen. Diese demografische Altersgruppe benötigt deshalb besondere Aufmerksamkeit hinsichtlich Suizid-Prävention. «Der eingeengte Bewegungsspielraum von älteren Menschen führt dazu, dass diese sich häufig in der Situation gefangen fühlen und Selbstmord als einzigen Ausweg ansehen», betont Gombas.

 

 

(jz/pte)

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