Sensationelle Fabienne Suter: Erster Weltcup-Sieg!
publiziert: Sonntag, 10. Feb 2008 / 12:20 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 10. Feb 2008 / 18:16 Uhr

Die 23-jährige Schwyzerin gewann sensationell den Super-G in Sestriere (It), zeitgleich mit der Österreicherin Andrea Fischbacher. Dritte wurde die Deutsche Maria Riesch, die auf das überraschende Top-Duo 0,24 Sekunden verlor.

Fabienne Suter muss sich den ersten Rang mit Andrea Fischbacher teilen. (Archivbild)
Fabienne Suter muss sich den ersten Rang mit Andrea Fischbacher teilen. (Archivbild)
Suter, die auf Stöckli-Ski fährt, war schon für den zweiten Super-G-Triumph des Schweizer Frauenteams in diesem Winter besorgt. Vor gut zwei Monaten hatte die Bernerin Martina Schild in Lake Louise (Ka) ihren Premierensieg feiern können.

Fabienne Suter musste wie vor Wochenfrist in St. Moritz, wo es ihr nur zum 26. Platz reichte, mit einer ungeliebten, weil tiefen Nummer starten. Doch bei Kaiserwetter in Sestriere gelang der Schwyzerin aus Sattel eine starke Fahrt ohne einen einzigen Fehler.

Nur einmal musste Suter richtig zittern, als mit der Startnummer 11 Andrea Fischbacher kam. Die 22-jährige Österreicherin, die immerhin schon zweimal als Zweite und einmal als Dritte auf dem Weltcup-Podest stand, holte im Schlussabschnitt noch einige Hundertstel auf und egalisierte Suters Zeit. Diese Bestzeit sollte schliesslich auch dem Angriff aller Spitzenfahrerinnen standhalten, von denen einzig Maria Riesch überzeugte.

Riesentalent Suter

Suters zuvor bestes Weltcup-Ergebnis war der 7. Abfahrtsrang in St. Moritz. Ihre beste Super-G-Platzierung war der 8. Rang vor drei Wochen in Cortina d'Ampezzo (It). Insgesamt war es für die extrem ehrgeizige Innerschweizerin erst die vierte Weltcup-Platzierung in den Top 10. Suter galt schon im Teenager-Alter als Riesentalent.

Doch Verletzungspech verhinderte ihren früheren Durchbruch in die Weltspitze. Nach einem Sturz im Überseetraining in Las Leñas im August 2003 drohte der Schwyzerin wegen Komplikationen sogar das Karrierenende. Wegen der in Argentinien erlittenen Schienbeinplateau-Fraktur im linken Knie musste Suter auch im 2005 nochmals eine mehrmonatige Pause einlegen.

Styger zweitbeste Schweizerin

Zweitbeste Schweizerin wurde Nadia Styger (29), die als Siebente ihr bestes Super-G-Ergebnis des Winters egalisierte. Die routinierte Schwyzerin, die wie Suter aus Sattel kommt, hatte im März 2004 den letzten Super-G auf der Piste Kandahar Banchetta gewonnen.

Nach dem 4. Platz in der Abfahrt am Samstag hatte Styger insgeheim wohl gehofft, am Sonntag noch etwas besser abzuschneiden. Während Martina Schild mit ihrem 13. Rang nicht zufrieden war, holte sich die 21-jährige Andrea Dettling (ebenfalls eine Schwyzerin) als 19. ihre ersten Weltcup-Punkte überhaupt. Nadja Kamer (28. Rang) klassierte sich zum vierten Mal hintereinander in den besten 30.

Am Wochenende zuvor in St. Moritz hatte Lara Gut mit den Rängen 3 (Abfahrt) und 5 (Super-G) das Schweizer Frauenteam vor einer Niederlage bewahrt. In Sestriere war für das 16-jährige Supertalent aus dem Tessin der Super-G schon nach weniger als 20 Sekunden (und einem Torfehler) beendet.

Keine schweren Verletzungen nach Sturz

Fränzi Aufdenblatten, tags zuvor in der Abfahrt nur 24. geworden, war so schnell wie Fabienne Suter unterwegs, bevor sie stürzte. Die Walliserin prallte mit hoher Geschwindigkeit in die Sicherheitsnetze, blieb aber glücklicherweise bis auf Prellungen am Gesäss unverletzt.

Weniger glimpflich lief der Sturz von Maria Holaus ab, die nach unzähligen Verletzungen in diesem Winter in die Weltcup-Spitze (u.a. Super-G-Sieg in Cortina und Abfahrts-Zweite in St. Moritz) vorgestossen war. Die 24-jährige Österreicherin war für einige Minuten bewusstlos und musste mit dem Rettungsschlitten abtransportiert werden.

Danach wurde Holaus mit dem Helikopter ins Spital nach Turin geflogen, wo neben einer schweren Gehirnerschütterung «nur» ein Seitenband-Anriss im rechten Knie diagnostiziert wurde.

Riesch mit grossen Chancen

Suter, Schild, Styger, Aufdenblatten und Gut qualifizierten sich im Super-G für das Weltcup-Finale in Bormio. Diese fünf Schweizerinnen befinden sich nach sechs von sieben Super-G dieser Saison in den dafür notwendigen Top 25 des Disziplinenklassements.

Die grössten Chancen auf die kleine Kristallkugel hat Riesch, die vor dem letzten Rennen 53 Punkte Vorsprung auf Elisabeth Görgl (Ö) aufweist. Im Gesamtweltcup führen nach 27 von 38 Wertungen Lindsey Vonn (USA) und Nicole Hosp (Ö) ex-aequo mit 983 Punkten.

Resultate:
1. Fabienne Suter (Sz) und Andrea Fischbacher (Ö) 1:21,06. 3. Maria Riesch (De) 0,24 zurück. 4. Alexandra Meissnitzer (Ö) 0,38. 5. Renate Götschl (Ö) 0,47. 6. Elisabeth Görgl (Ö) 0,52. 7. Nadia Styger (Sz) 0,59. 8. Julia Mancuso (USA) 0,84. 9. Anja Pärson (Sd) 0,90. 10. Christine Sponring (Ö) 0,91. 11. Jessica Lindell-Vikarby (Sd) 0,96. 12. Britt Janyk (Ka) 1,02. 13. Martina Schild (Sz) 1,04. 14. Nicole Hosp (Ö) 1,09. 15. Tina Maze (Sln) 1,13.

16. Lindsey Vonn (USA) 1,38. 17. Carolina Ruiz Castillo (Sp)1,45. 18. Kelly Vanderbeek (Ka) 1,59. 19. Andrea Dettling (Sz) 1,60. 20. Nadia Fanchini (It) 1,83. 21. Marie Marchand-Arvier (Fr) 1,85. 22. Ingrid Jacquemod (Fr) 1,93. 23. Marlies Schild (Ö) 1,94. 24. Stacey Cook (USA) 1,99. 25. Kathrin Zettel (Ö) 2,07. 26. Silvia Berger (Ö) 2,08. 27. Leanne Smith (USA) 2,16. 28. Nadja Kamer (Sz) 2,28. 29. Sarka Zahrobska (Tsch) 2,34. 30. Camilla Alfieri (It) 2,55. - Ausgeschieden: Lara Gut (Sz), Fränzi Aufdenblatten (Sz), Maria Holaus (Ö), EmilyBrydon (Ka), Monika Dumermuth (Sz), Dominique Gisin (Sz).

(tri/Si)

 
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