Ostukraine bestätigt bisherige Separatistenführer
Separatisten in der Ukraine geben sich gesprächsbereit
publiziert: Montag, 3. Nov 2014 / 06:54 Uhr / aktualisiert: Montag, 3. Nov 2014 / 21:18 Uhr
Alexander Sachartschenko bleibt Republikchef von Donezk.
Alexander Sachartschenko bleibt Republikchef von Donezk.

Lugansk/Donzek - Ungeachtet der Kritik der EU und der USA treiben die prorussischen Kräfte in der Ostukraine mit einer Wahl ihre Abspaltung voran. Trotzdem sind sie weiter zu Gesprächen mit der prowestlichen Führung in Kiew über die Zukunft des Donbass bereit.

10 Meldungen im Zusammenhang
Nach den umstrittenen Wahlen in der Ostukraine sehen sich die prorussischen Separatisten in ihrem Konflikt mit der prowestlichen Zentralregierung in Kiew gestärkt. "Wir haben jetzt eine legitime Führung. Der Donbass gehört nicht mehr zur Ukraine - ob das jemandem nun gefällt oder nicht", sagte Wahlleiter Roman Ljagin am Montag in Donezk.

In den nicht anerkannten "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk liessen sich die beiden bisherigen selbst ernannten "Republikchefs" Alexander Sachartschenko und Igor Plotnizki als Sieger bestätigen.

Der 50-jährige Plotnizki kündigte eine enge Zusammenarbeit mit Russland an. "Wir werden unsere Hand nicht bettelnd gegen Kiew ausstrecken, sondern würdevoll mit Moskau kooperieren", sagte er in Lugansk. "Früher oder später" erkenne der Westen die "heldenhafte Wahl" der Bevölkerung an. Das Wichtigste sei jetzt aber die Beseitigung der Kriegsschäden.

Nach Auszählung aller Wahlzettel kam Plotnizki auf 440'613 Stimmen oder 63,8 Prozent und lag damit vor seinen drei Mitbewerbern. Dem 38-jährigen Sachartschenko wurden 75,6 Prozent beziehungsweise 765'340 Stimmen zugesprochen. Er hatte zwei Gegenkandidaten. Nach dieser ersten Wahl in dem Konfliktgebiet sollen die beiden Ukrainer an diesem Dienstag (4. November) in ihre Ämter eingeführt werden.

Kritik von EU und USA

Die deutsche Regierung bezeichnete die Wahlen als "illegitim", auch der Ablauf sei "überaus fragwürdig" gewesen. So hätten Wahllisten gefehlt, in manchen Gebieten sei die Wahlbeteiligung höher als die Bevölkerung angegeben, und teilweise seien Ergebnisse vor Ende der Auszählungen bekannt gegeben worden.

Auch die EU und die USA erkannten den ihrer Ansicht nach "verfassungswidrigen" Urnengang nicht an. Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini nannte die Wahlen in Donezk und Lugansk ein "neues Hindernis" für den Frieden in der Ukraine.

Die prowestliche Führung in Kiew hatte die Abstimmung am Sonntag als unrechtmässig kritisiert. Präsident Petro Poroschenko sprach von einer "Farce" und erklärte die Wahlen für ungültig.

Moskau bekräftigt Anerkennung der Wahlen

Russland dagegen bekräftigte seine Anerkennung der Wahlen, bei denen auch Parlamente bestimmt wurden. Die Regierung in Kiew müsse ihre militärische "Anti-Terror-Aktion" für beendet erklären und mit den Anführern der "Volksrepubliken" einen gleichberechtigten Dialog beginnen, sagte Vize-Aussenminister Grigori Karassin in Moskau. Die Wahlen hätten den Vertretern der Unruheregionen das Mandat für breite Verhandlungen mit der prowestlichen Zentralregierung gegeben.

Karassin warnte den Westen vor neuen Sanktionen gegen Russland. Strafmassnahmen seien im Ukraine-Konflikt "absolut kontraproduktiv", sagte er der Agentur Tass zufolge. Sergej Schelesnjak von der Kremlpartei Geeintes Russland sagte, die Wahlen seien die "richtige Antwort" des Donbass auf die Politik des Westens. "Republikchef" Sachartschenko betonte zuletzt mehrfach, dass er zu Gesprächen mit Vertretern Kiews über die Zukunft des Donbass bereit sei.

Bei den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten starben seit April mehr als 4000 Menschen. Trotz einer Waffenruhe kommt es fast täglich zu neuem Blutvergiessen.

(bg/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Minsk - Neue Hoffnung auf Frieden in der Ukraine: Nach mehr als ... mehr lesen
Die Ukraine stehe zu den in Minsk vereinbarten Friedensschritten, sagte der Vizechef der ukrainischen Präsidialverwaltung, Waleri Tschaly. (Symbolbild)
Moskau fordert die Aufhebung der westlichen Sanktionen.
Brüssel - Die EU hat eine Namensliste von prorussischen Separatisten in der Ostukraine veröffentlicht, gegen die neue Sanktionen verhängt worden sind. Für die 13 am Samstag im EU-Amtsblatt ... mehr lesen
Kiew - Keine Medikamente, kein ... mehr lesen
Wer reanimiert die Ukraine?
Peking - Russland und die USA wollen sich laut Russlands Aussenminister Sergej ... mehr lesen
Gespräche zwischen Sergej Lawrow und John Kerry. (Archivbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Russland wirft der Regierung in Kiew «Provokation» auf Grundlage von Gerüchten vor. (Archivbild)
Kiew - Eine Kolonne von 32 Panzern ... mehr lesen 1
Washington - Die NATO hat ... mehr lesen 1
Nato-Oberbefehlshaber Philip Breedlove. (Archivbild)
Jetzt will sich die Ukraine wehren. (Symbolbild)
Berlin - Nach den umstrittenen ... mehr lesen
Bern - Die geplanten Wahlen in den selbst ernannten Volksrepubliken Donzek ... mehr lesen 1
Didier Burkhalter erinnert, dass die geplanten Wahlen im Osten der Ukraine gegen den vereinbarten Friedensplan verstössen.
«Wir hoffen, dass die Wahlen wie vorgesehen stattfinden werden, und wir werden die Ergebnisse selbstverständlich anerkennen.»
Moskau - Moskau will die für ... mehr lesen
Was da läuft ist schon
reif fürs Irrenhaus. Der Putin kann seinem Land keinen Wohlstand bieten, aber völlig bankrotte Gebiete annektieren, die sein Land noch ganz in den Ruin treiben.
Der Westen muss es halt nochmals machen, die Russen zu Tode rüsten, Das Sowjetreich wurde ja nicht durch demokratische Bekehrung in die Kniee gezwungen, nein, es ging schlicht und einfach bankrott. Der Putin kann sein Öl bereits heute nicht mehr mit Gewinn verkaufen, der Weltmakrtpreis liegt bereits unter seinen Erstehungskosten. Putin ist der grösste Bakrotteur seit Gorbaschow!
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Der erste Wahlgang soll annuliert werden.
Der erste Wahlgang soll annuliert werden.
Untersuchungskommission empfiehlt Neuwahlen  Port-au-Prince - Angesichts Haitis anhaltender Wahlkrise hat eine unabhängige Untersuchungskommission Neuwahlen für das Präsidentenamt empfohlen. Der Leiter der Kommission, François Benoit, riet am Montag zur Annullierung des ersten Wahlgangs der Präsidentenwahl. mehr lesen 
Befürworter holen auf  London - Die Gegner eines Verbleibs ... mehr lesen
Noch 51 Prozent befürworten einen Verbleib in der EU.
US-Wahlen  Washington - Der US-Republikaner Marco Rubio will nicht als Vize-Präsidentschaftskandidat unter Donald Trump antreten. «Ich wäre nicht die richtige Wahl für ihn», sagte Rubio dem ... mehr lesen  
Mit 55,8 Prozent der Stimmen  Orlando - Im US-Wahlkampf hat die libertäre Partei den ehemaligen Gouverneur Gary Johnson zu ihrem Kandidaten für die Präsidentschaftswahl gekürt. Der 63-Jährige erhielt beim Parteitag am Sonntag im zweiten Wahlgang 55,8 Prozent der Stimmen. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 8°C 18°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
Basel 8°C 18°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen wechselnd bewölkt, Regen
St. Gallen 8°C 17°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
Bern 7°C 16°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 8°C 18°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
Genf 9°C 16°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 13°C 19°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten