Serben boykottieren Gesprächsrunde
publiziert: Montag, 7. Aug 2006 / 20:59 Uhr / aktualisiert: Montag, 7. Aug 2006 / 21:14 Uhr

Wien - Die serbische Delegation bei den Wiener Kosovo-Verhandlungen wird die für Dienstag angesetzte zweite Verhandlungsrunde über die Zukunft der Provinz boykottieren. Dies gab Belgrad am Abend in einer Erklärung bekannt.

UNO-Chefvermittler Martti Ahtisaari fordert von den Delegationen mehr Beweglichkeit.
UNO-Chefvermittler Martti Ahtisaari fordert von den Delegationen mehr Beweglichkeit.
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Sie wurde zum Abschluss der ersten Verhandlungsrunde im Wiener Palais Auersperg veröffentlicht. Die serbische Delegation erklärt, sie könne nicht akzeptieren, dass die UNO-Vermittler den Schutz der serbischen Minderheit im Kosovo schon für Dienstag auf die Tagesordnung gesetzt hätten.

Nach Ansicht Belgrads darf dieses Thema erst im Zusammenhang mit Verhandlungen über den rechtlichen Status der seit 1999 von den UNO verwalteten Provinz behandelt werden, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete.

Mehr Beweglichkeit gefordert

Zuvor waren die Gespräche über die Zukunft der serbischen Provinz Kosovo in Wien fortgesetzt worden. UNO-Chefvermittler Martti Ahtisaari hatte Serben und Kosovo-Albaner zuvor dringend aufgefordert, bei den Vorverhandlungen mehr Beweglichkeit zu zeigen.

Der UNO-Sicherheitsrat wird auf der Basis der Verhandlungen möglicherweise noch in diesem Herbst entscheiden, welchen Status das Gebiet künftig erhalten soll.

Verwaltungsaufgaben im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt des Treffens stand erneut die künftige Verlagerung wichtiger Verwaltungsaufgaben auf die Gemeinden der serbischen Minderheit. Bei der von Belgrad verlangten Gründung neuer serbischer Gemeinden zeichnete sich eine Annäherung ab.

Die serbische Delegation fordert inzwischen nur noch zwölf statt bisher 16 solcher neuen Verwaltungseinheiten. Die Serben stellen zurzeit nur noch etwa fünf Prozent der Bevölkerung des Kosovos.

Die Status-Frage stand erstmals Ende Juli offiziell auf der Tagesordnung eines Treffens zwischen den Regierungsspitzen beider Seiten in Wien. Dabei prallten die Gegensätze voll aufeinander. Belgrad will nur eine weitgehende Autonomie für seine Provinz zulassen, während Pristina auf volle Unabhängigkeit dringt.

(bert/sda)

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