Serben demonstrieren - Kosovo-Nordgrenze gesperrt
publiziert: Freitag, 22. Feb 2008 / 21:10 Uhr / aktualisiert: Freitag, 22. Feb 2008 / 21:36 Uhr

Kosovska Mitrovica - In der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik Montenegro haben mehr als 10'000 Menschen gegen die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo protestiert.

Im Kosovo sollen auch Helikopter im Einsatz sein.
Im Kosovo sollen auch Helikopter im Einsatz sein.
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Die überwiegend serbischstämmigen Demonstranten forderten, die Regierung in Podgorica dürfe das Kosovo nicht als unabhängigen Staat anerkennen. Den USA und den EU-Staaten, die die Unabhängigkeit des Kosovo anerkennen, warfen sie Völkerrechtsbruch vor.

Die Teilnehmer der Kundgebung schwenkten serbische, russische, griechische und spanische Flaggen. Sie trugen auch Porträts des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic und des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

KFOR sperrt Grenze

Mehrere Tausend Serben demonstrierten in der nördlichen Kosovo-Stadt Kosovska Mitrovica gegen die Unabhängigkeit der früheren serbischen Provinz. Bis anhin ist die Lage ruhig.

Zuvor wurden Dutzende Busse mit Studenten aus Serbien an der Einreise ins Kosovo gehindert. Die von der NATO geführte Friedenstruppe KFOR sperrte die Grenzübergänge zu Serbien.

In Mitrovica wurden an der Brücke über den Fluss Ibar starke Einheiten der Kosovo- und der internationalen Polizei stationiert, um ein eventuelles Vordringen der Demonstranten in die von Albanern bewohnte Südhälfte der Stadt zu verhindern. Auch Helikopter sind im Einsatz, berichten Augenzeugen vor Ort.

Kostunica verurteilt Ausschreitungen

Der serbische Ministerpräsident Vojislav Kostunica hat unterdessen die gewaltsamen Ausschreitungen in Belgrad im Anschluss an die Kundgebung gegen die Löslösung des Kosovo am Donnerstag verurteilt.

«Leider ist gestern ein grosses Unglück passiert, als bei der Gewalt ein Mensch ums Leben gekommen ist», sagte Kostunica laut Nachrichtenagentur Beta in Anspielung auf den Brandanschlag auf die US-Botschaft. Kostunica rief seine Landsleute auf, künftig die «geringsten Zwischenfälle» zu vermeiden.

Auch die liberalen serbischen Medien kritisierten die schweren Ausschreitungen in Belgrad. «Das ist nicht Serbien», titelte die grösste Zeitung «Novosti». Die nationalistisch orientierten Zeitungen brachten die Gewaltattacken und Plünderungen in kleiner Form und im hinteren Teil ihrer Ausgaben.

Viele Verletzte

Nach der Massenkundgebung gegen die Unabhängigkeit des Kosovo hatten serbische Nationalisten und Hooligans am Donnerstagabend mehrere westliche Botschaften angegriffen. Ein Mensch wurde dabei getötet, rund 130 weitere verletzt.

Das US-Aussenministerium protestierte bei der Regierung in Belgrad gegen die Übergriffe. Die Sicherheitsmassnahmen der serbischen Sicherheitsbehörden seien unzureichend gewesen, sagte Aussenamtssprecher Sean McCormack.

Aus Sicherheitsgründen schlossen die USA das Konsulat in Banja Luka in der Serbenrepublik im Norden Bosniens.

(ht/sda)

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