Serbien erhebt auch Völkermord-Klage
publiziert: Donnerstag, 20. Nov 2008 / 22:31 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 20. Nov 2008 / 22:48 Uhr

Belgrad - Serbien reagiert auf die Völkermord-Klage Kroatiens gegen Belgrad vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag mit einer Gegenklage. Das entschied die Regierung in Belgrad.

Gegenklage aus Serbien.
Gegenklage aus Serbien.
Es werde ein juristisches Team eingesetzt, um «die Wahrheit über die Verbrechen auf kroatischem Boden während des bewaffneten Konflikts 1991-1995 festzustellen», heisst es in dem Beschluss weiter. Im Bürgerkrieg waren Tausende Menschen getötet und Hunderttausende vertrieben worden.

Das höchste UNO-Gericht hatte am Dienstag eine Völkermordklage Kroatiens gegen Serbien als Rechtsnachfolger des früheren Jugoslawiens zugelassen.

Zunächst hatte die serbische Minderheit in Kroatien seit 1991 durch Vertreibung, Mord und Brandschatzung Kroaten vertrieben und rund ein Drittel des Landes unter Kontrolle gebracht. Bei der Rückeroberung 1995 durch die kroatische Armee waren 200'000 Serben aus ihren angestammten Gebieten vertrieben worden.

Die Medien in Serbien und Kroatien sagten eine neue «Eiszeit» im ohnehin belasteten Verhältnis zwischen den beiden Nachbarstaaten voraus. «Neuer Kalter Krieg», «Jahrelanger Rechtskrieg» und «Rückkehr in die kriegerischen 90er Jahre», lauteten die Überschriften in Belgrad. Eine «langdauernde Abkühlung» und einen «jahrelangen Prozess» erwarteten kroatische Medien.

(fest/sda)

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