Mutmasslicher Mittäter bei Djindjic-Mord in Spanien gefasst
Serbiens wichtigster Mafiaboss gefasst
publiziert: Freitag, 10. Feb 2012 / 23:39 Uhr
Bojovic ist einer der Anführer der Zemun-Bande, die hinter der Ermordung Djindjics stecken soll.
Bojovic ist einer der Anführer der Zemun-Bande, die hinter der Ermordung Djindjics stecken soll.

Valencia - Fast neun Jahre nach dem Attentat auf den serbischen Regierungschef Zoran Djindjic ist in Spanien ein mutmasslicher Mittäter verhaftet worden. Mit ihm wurde auch Luka Bojovic gefasst, heute Serbiens wichtigster Mafiaboss.

2 Meldungen im Zusammenhang
Bojovic und Vladimir Milisavljevic waren am Donnerstagnachmittag in einem Restaurant in der ostspanischen Küstenstadt Valencia verhaftet worden, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Den Verhaftungen seien «mehr als 20 Monate Ermittlungen» in Spanien vorausgegangen, hiess es. Milisavljevic sei von den Kanarischen Inseln über Madrid nach Valencia gereist, um sich dort mit Bojovic und anderen Bandenmitgliedern zu treffen.

Interpolfahndung

Nach beiden Männern wurde von Serbien und Interpol gefahndet. Wegen seiner Beteiligung an dem Attentat auf Djindjic war Milisavljevic 2007 in Serbien in Abwesenheit zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Dem Mafiaboss Bojovic wird keine Mittäterschaft bei Djindjics Ermordung zur Last gelegt. Er soll aber Gangstern zur Flucht verholfen haben, die in das Attentat verwickelt gewesen waren. Bojovic wurde wegen mehr als 20 in Serbien, Spanien und den Niederlanden verübten Morden gesucht.

Ebenfalls verhaftet wurde der Polizei zufolge der mutmassliche Auftragsmörder Sinisa Petric. Das serbische Justizministerium teilte mit, es werde einen Auslieferungsantrag an die spanischen Behörden stellen.

Tiger-Miliz

Bojovic ist einer der Anführer der Zemun-Bande, die hinter der Ermordung Djindjics stecken soll. Allerdings stieg Bojovic erst nach der Tat in der Banden-Hierarchie auf.

Den Polizeiangaben zufolge sollen Bojovic und Milisavljevic während der Balkankriege zu Beginn der 1990er Jahre Mitglieder der für ihre Grausamkeit bekannten Tiger-Miliz gewesen sein. Aus ihr sei später die Zemun-Bande, eine «serbische Mafia», hervorgegangen.

Djindjic wurde am 12. März 2003 vor dem Sitz der Regierung in Belgrad von einem Heckenschützen erschossen. Er war der erste demokratisch gewählte Ministerpräsident Serbiens nach dem Sturz von Staatschef Slobodan Milosevic im Jahr 2000 und verfolgte eine entschiedene Reformpolitik, die sein Land dem Westen annähern sollte.

Als Hauptverantwortliche für den Mord an Djindjic waren 2007 Milorad «Legija» Ulemek als Drahtzieher und Zvezdan Jovanovic als Schütze zu jeweils 40 Jahren Haft verurteilt worden. Ihre Berufungsanträge waren im November 2009 vom Obersten Gerichtshof des Landes zurückgewiesen worden.

(fest/Si)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Belgrad - Ein Gericht hat die Urteile ... mehr lesen
Milos Simovic, Djindjic Attentäter.
Einer der Mörder des serbischen Premierministers Zoran Djindjic wurde an Belgrad ausgeliefert.
Belgrad - Kroatien hat in der Nacht ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen   1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte gedacht. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich -1°C 5°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Basel 1°C 6°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
St. Gallen 1°C 3°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Bern -2°C 4°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Luzern 2°C 5°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Genf 2°C 6°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Lugano 5°C 7°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen bedeckt, wenig Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten