Serbischer Vertreter im bosnischen Staatspräsidium tritt zurück
publiziert: Mittwoch, 2. Apr 2003 / 21:52 Uhr

Banja Luka - Der serbische Vertreter im bosnischen Staatspräsidium, Mirko Sarovic, ist wegen seiner Verwicklung in eine Waffenaffäre und einen Spionageskandal zurückgetreten.

Mirko Sarovic.
Mirko Sarovic.
Sarovics Entscheidung sei unwiderrufbar, sagte ein Sprecher des bosnisch-serbischen Parlamentes in Banja Luka. Nach seinen Angaben berief der Präsident der bosnisch-serbischen Teilrepublik Republika Srpska, Dragan Cavic, eine ausserordentliche Sitzung des Parlamentes für Donnerstag ein.

Sarovics Nachfolger wird von den Serbenvertretern im Zentralparlament von Bosnien-Herzegowina gewählt. Der bosnisch-serbische Regierungschef Dragan Mikerevic begrüsste den Rücktritt von Sarovic.

Diese Entscheidung setze Standards für all jene, die öffentliche Funktionen bekleiden und werde helfen, die Glaubwürdigkeit der bosnisch-serbischen politischen Institutionen wiederherzustellen.

Nach Erkenntnissen westlicher Geheimdienste war Sarovic in illegale Waffenlieferungen an Irak verwickelt. Das serbische Armeeunternehmen Orao hatte unter Verletzung des UNO-Waffenembargos Rüstungsmaterial nach Bagdad geliefert.

Der 46-jährige Nationalist soll zudem für die Ausspionierung der NATO-geführten SFOR-Truppen in Bosnien durch den bosnisch-serbischen Militärgeheimdienst mitverantwortlich sein. Bosnien-Herzegowina besteht aus der bosnisch-serbischen Republik und der Moslemisch-Kroatischen Föderation.

(fest/sda)

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