Sessel abgestürzt - Der Guggi-Föhn blies stark
publiziert: Donnerstag, 3. Jan 2008 / 15:11 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 3. Jan 2008 / 22:11 Uhr

Interlaken BE - Beim Absturz mehrerer Sessel eines Sessellifts an der Kleinen Scheidegg ist am Donnerstag ein deutscher Wintersportler getötet worden. Drei weitere Passagiere aus Deutschland und Australien wurden verletzt. Zum Zeitpunkt des Unfalls blies starker Föhn.

Der starke Föhnwind soll Ursache des Unglücks gewesen sein. (Archivbild)
Der starke Föhnwind soll Ursache des Unglücks gewesen sein. (Archivbild)
7 Meldungen im Zusammenhang
Das Unglück ereignete sich um 12.50 Uhr wegen einer Seilentgleisung beim Sessellift Fallboden, wie Christoph Egger, Leiter Angebot Berg bei den Jungfraubahnen (JB), am Abend in Interlaken BE vor den Medien sagte. «Das Seil entgleiste bei einem Masten, dann stürzten die Sessel ab.»

Ein deutscher Passagier starb noch auf der Unfallstelle. Eine Deutsche erlitt mittlere bis schwere Verletzungen an Rücken- und Lendenwirbeln.

Eine Australierin und ein Australier wurden leicht verletzt. Der Mann erlitt Prellungen und eine Hirnerschütterung, die Frau Rissquetschwunden und Knieverletzungen. Weitere Passagiere bekamen leichte Kratzer ab.

Föhnsturm im Oberland

Innert anderthalb Stunden wurden laut Egger die übrigen Passagiere evakuiert. Wegen des starken Windes geschah dies nicht per Helikopter: Die Passagiere mussten von Bergführern abgeseilt werden.

Zur Unglücksursache machten die Untersuchungsbehörden am Montag keine Angaben. Im Berner Oberland war zur Unglückszeit ein Föhnsturm im Gang. Gemäss MeteoSchweiz wurde bei einer Messstation auf dem Eigergletscher, etwas oberhalb der Unfallstelle, eine Windgeschwindigkeit von 90 km/h gemessen.

Windalarm ausgelöst

Egger räumte ein, das Windmesssystem des Fallboden-Sesselifts habe «Minuten vor dem Unglück» bei der krtitischen Windgeschwindigkeit von 60 km/h «ein bis zweimal» einen Windalarm ausgelöst.

Ein solcher Alarm sei jedoch nichts Aussergewöhnliches. Die Bahn werde nicht automatisch abgeschaltet, die Verantwortlichen seien angewiesen, darauf situativ zu reagieren. Unter anderem müsse darauf geachtet werden, ob sich noch Passagiere auf der Bahn befänden.

«Nicht auf Risiko gespielt»

Bereits vor dem Unfall sei der Lift jedoch mindestens einmal vorübergehend abgestellt worden, sagte Egger. Auch seien die Vorbereitungen zur Ausserbetriebsetzung des Liftes und zwei weiterer Anlagen zum Zeitpunkt des Unglücks angelaufen gewesen. «Der Zugang zu den drei Liften Fallboden, Wixi und Lauberhorn war bereits geschlossen.»

Er habe keine Zweifel, dass die internen Vorschriften eingehalten worden seien, sagte Egger. «Wir haben nicht auf Risiko gespielt».

Mehrere Ursachen denkbar

Noch sei unklar, ob der starke Wind für den Unfall überhaupt ursächlich sei, betonte Walter Steuri, Direktor der Jungfraubahnen. Allenfalls seien auch mehrere Faktoren der Grund. Den Angehörigen drückte Steuri sein Beileid aus. «Es tut uns schrecklich leid, wir sind alle sehr betroffen.» Die Sesselbahn Fallboden war vom Bundesamt für Verkehr letztmals im Januar 2006 auf die Sicherheit hin überprüft worden, wie Sprecher Gregor Saladin sagte. Gesetz oder Verordnungen machten keine Vorschriften darüber, bei welcher Windgeschwingigkeit Sesselbahnen abgestellt werden müssten. Dafür verantwortlich seien die Betreiber.

(Andreas Weidmann/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Kleine Scheidegg - Die Sesselbahn ... mehr lesen
Die Reparaturarbeiten und die Umsetzung aller Massnahmen kosten zwischen 250'000 und 300'000 Franken.
Das Seil und die Rollenbatterie des Sessellifts wird demontiert und untersucht.
Bern/Interlaken - Nach dem Unglück ... mehr lesen
Bern - In den Schweizer Alpen hat in ... mehr lesen
Trotz Schäden waren keine Verletzten zu beklagen.
Über die genauen Windverhältnisse wird eine Expertise erstellt.
Interlaken - Der starke Wind hat ... mehr lesen
Bern - In den Schweizer Alpen tobt ... mehr lesen
Am Vormittag habe der Wind noch immer Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h erreicht.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Ein Restrisiko kann nie ausgeschlossen werden.
Kleine Scheidegg BE - Sessellift- ... mehr lesen
Bern - In den Schweizer Alpen tobt ... mehr lesen
In den Föhntälern  steigen die Temperaturen auf über 10 Grad.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Francesco Schettino: Weil er das Schiff ...
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz bestätigte damit das Urteil aus erster Instanz. mehr lesen 
Heute Nachmittag ist es auf der Autobahn A14 in Ebikon zu einem Unfall zwischen einem Lastwagen und einem Auto gekommen. Der Lastwagen durchbrach anschliessend die Leitplanke und fuhr ... mehr lesen
Durch den Unfall entstanden an den Fahrzeugen, an der Strasseneinrichtung und am Radargerät ein Sachschaden von über 100'000 Franken.
Am Dienstag, 31. Mai 2016, kurz vor 08.30 Uhr, ereignete sich im Bereich der Unterführung Rothausstrasse in Muttenz BL eine Frontalkollision zwischen zwei Personenwagen. Eine Person wurde dabei leicht verletzt, wie die Polizei Basel Landschaft berichtet. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 6°C 16°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Basel 8°C 19°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 8°C 15°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
Bern 6°C 17°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Luzern 7°C 16°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
Genf 7°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 9°C 17°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten