«Sex war freiwillig»
publiziert: Montag, 4. Sep 2006 / 17:50 Uhr / aktualisiert: Montag, 4. Sep 2006 / 18:15 Uhr

Bern - Ein 69-jähriger verwahrter Sexualstraftäter, der in Halbgefangenschaft rückfällig geworden sein soll, bestreitet, eine junge Arbeitskollegin zum Sex gezwungen zu haben.

(Archivbild)
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Der Fall hatte vergangenen Herbst im Kanton Bern einen ziemlichen Wirbel ausgelöst. Der Mann hatte nach sechs Jahren Verwahrung die Möglichkeit erhalten, extern zu arbeiten. Dabei soll der wegen Sexualdelikten mehrmals zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilte Angeklagte erneut rückfällig geworden sein.

Der Mann sitzt wieder dauerhaft hinter Schloss und Riegel. Seit Montag muss er sich wegen sexueller Handlungen mit Abhängigen und Minderjährigen sowie Ausnützung einer Notlage vor dem Kreisgericht Schwarzenburg-Seftigen in Belp verantworten.

«Er hat etwas gemacht, das ich nicht so gerne hatte»

Zu einer persönlichen Konfrontation von Angeklagtem und Opfer kam es nicht. Die ehemalige Absolventin einer Kleinklasse für Lernschwache wollte vor Gericht nichts mehr zu den sexuellen Übergriffen sagen. Nur soviel: «Er hat etwas gemacht, das ich nicht so gerne hatte.» Die zu Beginn des fraglichen Geschehens noch Minderjährige arbeitete als Schreinergehilfin im gleichen Betrieb wie der Angeklagten.

Dabei kam es laut Anklageschrift gegen den Willen des Mädchens während Monaten zu regelmässigen sexuellen Kontakten. Der Angeklagte bestritt zwar die sexuellen Handlungen nicht, jedoch den Vorwurf, er habe das Mädchen dazu gezwungen.

Der Prozess wird am Dienstag mit der Befragung des psychiatrischen Sachverständigen fortgesetzt, der sein für den Angeklagten wenig vorteilhaftes Gutachten erläutern wird. Die Urteilseröffnung ist für den 12. September vorgesehen.

(li/sda)

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