Sexprobleme können auf Herzerkrankung hinweisen
publiziert: Dienstag, 20. Mai 2008 / 14:29 Uhr

Hongkong/Linz - Männer, die an Diabetes und an erektiler Dysfunktion leiden, erkranken doppelt so häufig am Herzen als gesunde Männer. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Chinese University in Hongkong.

Erektionsstörungen sollten von einem Fachmann untersucht werden.
Erektionsstörungen sollten von einem Fachmann untersucht werden.
Ursache dafür könnten Beschädigungen an Blutgefässen sein, die durch erhöhte Blutzuckerwerte entstehen, berichtet BBC-Online.

Experten raten immer wieder dazu, dass Männer mit erektiler Dysfunktion zum Arzt gehen sollten, da sich dahinter schwere Erkrankungen verbergen könnten.

In der Studie der chinesischen Forscher wurden insgesamt 2306 Männer untersucht. Etwa ein Viertel unter ihnen litt unter Erektionsstörungen.

Kein einziger der Probanden hatte irgendwelche Anzeichen für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. In den darauf folgenden vier Jahren erkrankten 123 der Probanden an einem Herzinfarkt, starben an einer Herzerkrankung oder litten unter Arterienverschlüssen in den Herzkranzgefässen - was eine Bypass-Operation nötig machte.

Eindeutige Ergebnisse

Jene Männer, die unter den Erektionsstörungen litten, waren doppelt so häufig betroffen wie jene, die keine sexuellen Störungen hatten. Für den Studienleiter Peter Chun-Yip Tong sind die Ergebnisse eindeutig: «Wenn ein Mann an erektiler Dysfunktion leidet, sollte er das als Alarmsignal verstehen. Das sollte auch für die Krankenkassen gelten. Damit kann man zukünftigen Herzerkrankungen vorbeugen.»

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der Männerarzt Georg Pfau. «Erektile Dysfunktionen sollten nicht einfach abgetan werden. Eine solche Störung sollte ernst genommen und medizinisch abgeklärt werden», so der Mediziner. Sehr häufig verberge sich dahinter eine systemische Erkrankung.

Gefässschaden wahrscheinlich

Die Gefässschäden, die im Penis-Schwellkörper zu Erektionsstörungen führen, können auch andere Gefässe betreffen. «Patienten mit erektiler Dysfunktion sollten daher auch auf Gefässschäden hin untersucht werden.»

Pfau kritisiert in diesem Zusammenhang das einfache Verschreiben von typischen Potenzmitteln als Leichtsinn. Auch das einfache Abtun es handle sich um eine Altersstörung, sei gefährlich.

Zu ähnlichen Ergebnissen wie in Hongkong sind auch vier Studien aus italienischen Kliniken an mehr als 300 Männern mit Diabetes und Herzproblemen gekommen.

Insgesamt litten 118 unter ihnen am Studienanfang unter Erektionsstörungen. Genau jene waren auch doppelt so häufig von schwereren nachfolgenden Herzkrankheiten betroffen. Cholesterinsenkende Medikamente zeigten dabei eine deutlich positive Wirkung.

(rr/pte)

 
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