Sexueller Missbrauch muss gemeldet werden
publiziert: Dienstag, 2. Nov 2010 / 14:44 Uhr
Seit Aufschaltung des Formulars im Jahr 2008 sind erst ein Dutzend Meldungen eingegangen.
Seit Aufschaltung des Formulars im Jahr 2008 sind erst ein Dutzend Meldungen eingegangen.

Bern - Wer während einer Reise Beobachtungen macht, die auf Fälle von sexueller Ausbeutung von Kindern hindeuten, soll dies künftig den Behörden melden. Diesen Aufruf richtet der Bund in einer gemeinsamen Kampagne mit Deutschland und Österreich an die Öffentlichkeit.

2 Meldungen im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

Meldeformular
Meldestelle in der Schweiz für Verdachtsfälle von Kindersextourismus.
stchst.ch

Wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) am Dienstag mitteilte, soll das Netz zum Schutz von Minderjährigen enger geknüpft werden. Einen Beitrag leisten sollen sowohl Reisende als auch Mitarbeitende der Tourismusbranche.

In einem Video werden sie aufgefordert, künftig genau hinzuschauen. «Wir können sexuellen Missbrauch verhindern, wenn wir nicht wegsehen», sagte der stellvertretende SECO-Direktor Eric Scheidegger vor den Medien.

Online-Meldeformular

Damit es einfacher wird, Verdachtsfälle den Strafverfolgungsbehörden zu melden, entwickelte das Bundesamt für Polizei (fedpol) zusammen mit der Fachstelle gegen Kinderprostitution der Stiftung Kinderschutz Schweiz (ECPAT) das weltweit erste Online-Meldeformular.

Die Einträge können unter der Adresse www.stopchildsextourism.ch vorgenommen werden. Um Missbräuche zu verhindern, dürfen Mitteilungen nicht anonym deponiert werden.

Meldungen, die über das Schweizer Portal eingehen, werden vom fedpol gesichtet, sortiert und ausgewertet. Fundierte und sachdienliche Informationen werden anschliessend von der Bundeskriminalpolizei an die zuständigen Kantonspolizeien oder bei internationalen Fällen an Interpol und Europol weitergeleitet.

Seit Aufschaltung des Formulars im Jahr 2008 sind erst ein Dutzend Meldungen eingegangen. Ein Grund dafür dürfte sein, dass die Website noch zu wenig bekannt ist.

Bislang wüssten viele Touristen nicht, an wen sie sich mit ihren Beobachtungen wenden sollten, sagte Matthias Leisinger von der Organisation TheCode.org. Ziel der Organisation ist es, den von der Tourismusbranche zusammen mit Kinderschutzorganisationen ausgearbeiteten Child-Protection Code noch besser in der Branche zu verankern.

(bert/sda)

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