Shinawatra erklärt sich zum Wahlsieger
publiziert: Montag, 3. Apr 2006 / 18:20 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 5. Apr 2006 / 15:14 Uhr

Bangkok - Nach den vorgezogenen Parlamentswahlen in Thailand hat sich der umstrittene Regierungschef Thaksin Shinawatra zum Sieger erklärt.

45,9 Prozent der Stimmen entfielen auf die regierende Thai Rak Thai von Ministerpräsident Shinawatra.
45,9 Prozent der Stimmen entfielen auf die regierende Thai Rak Thai von Ministerpräsident Shinawatra.
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Nun soll ein von ihm eingesetztes Komitee einen Weg aus der politischen Krise finden. Seine Partei Thai-Rak-Thai (TRT - Thais lieben Thais) habe am Sonntag etwa 16 der 30 Millionen abgegebenen Stimmen erhalten, sagte Thaksin. TRT habe im Parlament nun noch eine Mehrheit von 349 Sitzen nach zuvor 377, sagte Thaksin.

Bei der Wahl im vergangenen Jahr war Thaksins Partei noch auf 19 Millionen Stimmen gekommen. Thaksin hatte seinen Rücktritt in Aussicht gestellt, sollte er weniger als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erhalten.

Nach inoffiziellen Ergebnissen geriet die Partei des Regierungschefs vor allem in Bangkok unter Druck. In 27 der 36 Wahlkreise der Hauptstadt habe es eine Mehrheit von Nein-Stimmen gegeben.

Oppositionsparteien hatten Wahl boykottiert

Insgesamt 51 Prozent der Hauptstädter hätten das in Thailand auf dem Wahlzettel stehende «Nein»-Kästchen angekreuzt. Die drei wichtigsten Oppositionsparteien hatten die Wahl boykottiert und ihre Anhänger zum Nein-Votum aufgerufen.

Mit dem Boykott wollte die Opposition nach den Worten eines Sprechers gegen Thaksins «neue Form der Diktatur und autoritären Herrschaft» protestieren.

Das Oppositionsbündnis Volksallianz für Demokratie (PAD) wirft dem milliardenschweren Ministerpräsidenten vor allem Vermischung von politischen und geschäftlichen Interessen, Missachtung demokratischer Kontrollorgane, Korruption und Vetternwirtschaft vor. Wegen der wochenlangen Proteste der Opposition hatte Thaksin die Neuwahlen angesetzt.

Nein-Wähler in der Mehrzahl

Auch in den 17 Südprovinzen des Landes, traditionell Hochburg der oppositionellen Demokratischen Partei, seien die Nein-Wähler in der Mehrzahl.

Angesichts der hohen Zahl der Nein-Stimmen kündigte die Wahlkommission Nachwahlen in 38 Wahlkreisen an. Das Parlament kann sich erst konstituieren, wenn alle Mandate vergeben sind.

(smw/sda)

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