Sicherheitsrat droht Abidjan mit Sanktionen
publiziert: Donnerstag, 19. Jan 2006 / 23:39 Uhr

Abidjan - Der UNO-Sicherheitsrat hat die gewaltsamen Proteste in der Elfenbeinküste verurteilt. Zudem droht das Gremium jedem, der den Friedensprozess blockiere, mit Sanktionen.

Der UNO-Beauftragte für Friedensmissionen, Jean-Marie Guehenno.
Der UNO-Beauftragte für Friedensmissionen, Jean-Marie Guehenno.
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Das geht aus einer Erklärung hervor, die in New York veröffentlicht wurde. Die Gewalt und die «hasserfüllten Botschaften» in den Medien, besonders gegen die UNO, müssten ein Ende haben, hiess es in der Erklärung, die der tansanische UNO-Botschafter Augustine Mahiga verlas.

Der UNO-Beauftragte für Friedensmissionen, Jean-Marie Guehenno, äusserte die Vermutung, dass die jüngste Gewalt in dem westafrikanischen Land «organisiert» gewesen sei.

Abzug gefordert

Tagelang hatten die Anhänger des ivorischen Präsidenten Laurent Gbagbo gegen die UNO-Friedensmission randaliert. Sie forderten den Abzug der 7000 UNO-Blauhelme sowie der 4000 französischen Soldaten.

An der Gewalt droht der von den UNO-Truppen unterstützte Waffenstillstand zu scheitern, der 2003 einen Bürgerkrieg zwischen Rebellen im Norden und Regierungstruppen im Süden beendet hat.

Hintergrund der aktuellen Krise ist die Empfehlung der internationalen Vermittler, das ivorische Parlament aufzulösen, dessen Mandat Mitte Dezember abgelaufen war. Gbagbo wollte die Legislaturperiode unter Verzicht auf Wahlen dagegen verlängern.

Ausländer am Verlassen gehindert

Im Laufe des Tages versuchten viele Ausländer, Abidjan zu verlassen. Doch der Zugang zum Flughafen war versperrt und viele Flüge waren gestrichen.

Rund 150 Schweizer Bürger sind bei der Botschaft in Abidjan registriert, wie es beim Eidg. Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) hiess. Eine Evakuierung sei nicht geplant, sagte EDA-Sprecherin Carine Carey. Die Botschaft habe den Schweizerinnen und Schweizer empfohlen, zu Hause zu bleiben.

(bert/sda)

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