Sicherheitsrisiko war ISAF-Schutztruppe in Kabul bekannt
publiziert: Sonntag, 8. Jun 2003 / 11:10 Uhr

Kabul - Der internationalen Schutztruppe in Afghanistan (ISAF) haben vor dem Anschlag auf einen Bus mit deutschen Soldaten Warnungen über mögliche Anschläge auf die Truppe vorgelegen. Bei dem Attentat waren in Kabul vier Deutsche getötet worden.

Die ISAF-Truppen bekommen täglich Drohungen. Auch die französischen, wie hier im Bild.
Die ISAF-Truppen bekommen täglich Drohungen. Auch die französischen, wie hier im Bild.
Ein ISAF-Sprecher sagte in Kabul, fast täglich seien Drohungen eingegangen. Es sei aber schwierig falsche von echten zu unterscheiden. Auch vor dem Anschlag am Samstag sei gewarnt worden. Die ISAF rechne nun mit weiteren terroristischen Angriffen.

Bei dem Anschlag waren 4 Bundeswehrsoldaten getötet und 31 verletzt worden. Die Bundeswehr stellt rund 2500 der 4500 ISAF-Soldaten und führt die ISAF derzeit gemeinsam mit den Niederlanden.

Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hatten auch der Bundeswehr seit mehreren Monaten nachrichtendienstliche Warnungen vor einem Anschlag auf deutsche Soldaten in Afghanistan vorgelegen.

Die Bundeswehrsoldaten waren in einem Bus zusammen mit zwei gepanzerten Begleitfahrzeugen und einem Gepäckwagen zum Flughafen unterwegs, als ein Taxi den Bus überholte und der Sprengstoff gezündet wurde. Es war der bislang schwerste Anschlag auf die ISAF, die seit dem Sturz der Taliban Ende 2001 in Kabul und dem nahe gelegenen Flughafen stationiert wurde.

Die verletzten Deutschen wurden bereits in ihre Heimat ausgeflogen. 22 Soldaten seien auf dem Weg nach Usbekistan, von wo aus sie am Nachmittag nach Köln-Wahn geflogen werden sollten, sagte ein Sprecher der Afghanistan-Schutztruppe ISAF in Kabul.

(rr/sda)

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