Sieben Blauhelme sterben bei Angriff
publiziert: Mittwoch, 9. Jul 2008 / 20:10 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 10. Jul 2008 / 00:35 Uhr

New York - In der sudanesischen Krisenregion Darfur sind bei einem Angriff unbekannter Milizen sieben Mitarbeiter der gemeinsamen Friedensmission von UNO und Afrikanischer Union (AU) getötet worden. 22 Blauhelme wurden verletzt, sieben von ihnen schwer.

Die Dschandschawid-Miliz steht offenbar hinter dem Angriff.
Die Dschandschawid-Miliz steht offenbar hinter dem Angriff.
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Der Angriff ereignete sich bereits am Dienstagnachmittag in Nord-Darfur, teilte eine Sprecherin von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York mit.

Ban verurteilte den Angriff «aufs Schärfste» und sprach von einem «inakzeptablen Akt extremer Gewalt» gegen die Friedenstruppe. Er forderte die Regierung des Sudans auf, alles zu tun, um die Verantwortlichen schnell zu ermitteln und zur Rechenschaft zu ziehen.

Über die Hintermänner des Anschlags teilte die UNO offiziell zunächst nichts mit. Nach Angaben von UNAMID-Vertretern stehen Vertreter der Dschandschawid-Miliz hinter dem Angriff. Die arabische Reitermiliz ist mit der sudanesischen Regierung verbündet.

Andauernder Krieg

Die gemeinsame Friedensmission von Vereinten Nationen und Afrikanischer Union hatte am 1. Januar 2008 ihre Arbeit aufgenommen, nachdem sich die Regierung in Khartum einer Stationierung von UNO-Soldaten lange widersetzt hatte.

In Darfur kämpfen seit 2003 Rebellenorganisationen gegen die Dschandschawid und die sudanesischen Streitkräfte. Dabei kamen nach Angaben internationaler Organisationen 200 000 Menschen ums Leben. Nach jüngsten Schätzungen der UNO könnten sogar bis zu 300 000 meist unbeteiligte Menschen an Krieg, Hungersnöten und Krankheiten gestorben sein.

(ht/sda)

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