Herbe Schlappe für Labour-Partei
Sieg für Camerons Konservative
publiziert: Freitag, 8. Mai 2015 / 07:34 Uhr / aktualisiert: Freitag, 8. Mai 2015 / 09:43 Uhr

London - Die Konservative Partei von Premierminister David Cameron ist überraschend deutlich als stärkste Kraft aus der Parlamentswahl in Grossbritannien hervorgegangen. Umfragen zufolge könnte sie möglicherweise sogar allein regieren.

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Wie die BBC am Freitagmorgen berichtete, kommen die Konservativen auf bis zu 325 der 650 Mandate. Damit würde zwar ein Sitz zur rechnerischen Mehrheit fehlen. In der Praxis reichen aber bereits 323 Sitze aus, da die pro-irische Sinn Fein traditionell die von ihr in Nordirland gewonnen Mandate nicht einnimmt.

Cameron erklärte, er wolle in den nächsten Tagen mit der Regierungsbildung beginnen. Cameron hatte im Wahlkampf unter anderem erklärt, bei einem Sieg bis 2017 eine Volksabstimmung über die weitere Mitgliedschaft des Landes in der Europäischen Union abzuhalten.

Auch hatte er angekündigt, bis 2018/19 das Budgetdefizit durch Sozialkürzungen von jetzt fünf Prozent des Bruttoinlandprodukts auf null zu senken.

Die britische Wirtschaft hat sich während seiner Regierungszeit vom tiefsten Abschwung seit Ende des Zweiten Weltkriegs erholt und ist zu einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der industrialisierten Welt geworden.

Herbe Niederlage für Miliband

Für die oppositionelle Labour-Partei unter Führung von Ed Miliband ist es eine herbe Niederlage. Den Nachwahlbefragungen zufolge kommt Labour nur auf 239 Sitze. Sollten sich die Prognosen bestätigen, wäre das das schlechteste Ergebnis seit fast 30 Jahren.

Miliband sprach in Doncaster von einer «eindeutig sehr enttäuschenden und schwierigen Nacht für die Labour-Partei». Seiner Partei seien nicht die erwünschten Zugewinne in England und Wales gelungen und in Schottland sei Labour von einer «Welle des Nationalismus erdrückt» worden.

Drittstärkste Kraft wären die schottischen Nationalisten. Die SNP von Nicola Sturgeon errang nach Auszählung von mehr als zwei Dritteln der insgesamt 650 Wahlkreise mindestens 56 der 59 in Schottland zu vergebenden Mandate.

Liberale gestutzt

Enttäuschend verlief die Wahlnacht auch für die bisher mitregierenden Liberaldemokraten. Sie verlieren einen Grossteil ihrer bisher 57 Sitze und entsenden nur noch etwa zehn Parlamentarier. Auch Wirtschaftsminister Vince Cable und Finanz-Staatssekretär Danny Alexander verloren ihre Mandate.

Die rechtspopulistische Partei UKIP kommt höchstens auf zwei Sitze. Parteichef Nigel Farage musste am Morgen weiter um seinen Einzug ins Unterhaus zittern.

Laut den Prognosen errang die nordirische Democratic Unionist Party (DUP) acht Mandate, die walisische Partei Plaid Cymru vier Sitze und die Grünen zwei.

Positive Zeichen der Märkte

Meinungsumfragen hatten bis zur Öffnung der Wahllokale einen deutlich knapperen Ausgang vorhergesagt. «Viele sagen: Die einzige Meinungsumfrage, die wirklich zählt, ist diejenige am Wahltag. Ich bin nicht sicher, ob diese jemals mehr wahr war», sagte Wahlsieger Cameron.

Das britische Pfund stieg am Freitagmorgen zum Dollar um rund 1,7 Prozent. Das war der grösste Tages-Zuwachs seit Juli 2009, als die Konservativen bei der damaligen Wahl gewannen. Zum Euro legte das Pfund rund zwei Prozent zu. Am Aktienmarkt rechnen Börsianer zu Handelsbeginn mit einem Plus von bis zu 1,5 Prozent.

(bg/sda)

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