Sieger des Stadionlaufs entzündete das Feuer
publiziert: Montag, 26. Jul 2004 / 16:05 Uhr

Im Mittelpunkt der Olympischen Spiele der Antike in Olympia hatte der Tempel des Zeus gestanden. Das um 430 v.Chr. entstandene 12 Meter hohe Abbild des Göttervaters aus Gold und Elfenbein galt als eines der sieben Weltwunder.

Einen Fackellauf gibt es erst seit 1936. (Bild: Alexander Popov)
Einen Fackellauf gibt es erst seit 1936. (Bild: Alexander Popov)
Davor lag der Tempel seiner Göttergattin Hera. Dort durfte in alten Zeiten der Sieger des Stadionlaufes das olympische Feuer entzünden; am selben Platz wurde auch diesmal wieder die Flamme entfacht.

Einen Fackellauf aber hat es in Olympia nie gegeben. Er wurde erst für die Sommerspiele 1936 in Berlin vom deutschen Olympier Carl Diem erdacht.

Kugelstossen 2004 am alten Schauplatz Olympia

Als Reverenz an die Spiele der Antike wird als leichtathletischer Event am Mittwoch, 18. August, das Kugelstossen der Männer und Frauen nicht in Athen, sondern in Olympia ausgetragen. Von Athen aus benötigt man für die 300 km nach Westen rund drei Stunden. Der Weg ins antike Olympia ist bis auf einige enge Ortspassagen gut ausgebaut und zügig zu fahren, wenn nicht gerade Schafherden die Strasse blockieren.

Olympia liegt auf dem Peloponnes, im Tal des Alpheios-Flusses, etwa 25 km von dessen Mündung entfernt. Die dortigen Ausgrabungen hatten 1875 unter deutscher Leitung begonnen. Stadion und zahlreiche Tempel-Reste sind freigelegt und auf der weiten Anlage für 4 Euro Eintritt zu besichtigen. Das Stadion war kein Rund, sondern eine knapp 200 Meter lange Gerade, die Strecke für den Stadionlauf. Es gab keine festen Tribünen; die Besucher sassen auf Erdwällen zu beiden Seiten. So wird es auch am 18. August sein, wenn nach über 1600 Jahren Pause wieder Olympiasieger in Olympia ermittelt werden. 15 000 Zuschauer dürfen das Kugelstoßen der Frauen und Männer verfolgen.

Reprise am 25. März 1896

Das Datum 25. März als Beginn des diesjährigen Fackellaufes zu den Spielen 2004 in Athen wurde sehr bewusst gewählt. Es ist zum einen der griechische Nationalfeiertag, der an den Beginn des Befreiungskampfes gegen die Türken 1821 erinnert. Zum anderen aber wurden am 25. März 1896 die I. Olympischen Spiele der Moderne in Athen eröffnet. Was manchen verwundern wird, denn alle heutigen Statistiken weisen dafür den 6. April 1896 aus.

Des Rätsels Lösung: In Griechenland galt damals noch der Julianische Kalender, und der hinkte dem Gregorianischen der meisten anderen Länder um 12 Tage hinterher. Was im übrigen dazu führte, dass die amerikanische Mannschaft fast zu spät in Athen eingetroffen wäre. Man hatte geglaubt, die Spiele würden erst am 6. April griechischer Zeitrechnung beginnen - und kam nur deshalb noch gerade rechtzeitig an, weil man zuvor zwei Wochen Trainingslager eingeplant hatte.

Programm-Entwicklung im klassischen Olympia

776 v.Chr. - Stadionlauf (Gerade über 192 m) 724 v.Chr. - Stadionrunde (384 m) 720 v.Chr. - Dauerlauf (bis zu 24 Stadien über 4608 m) 708 v.Chr. - Ringkampf und Pentathlon (Fünfkampf mit Reihenfolge: Diskus, Weitsprung, Speer, Stadionlauf, Ringen) 688 v.Chr. - Faustkampf 680 v.Chr. - Wagenrennen im Hippodrom 648 v.Chr. - Pankration (Allkampf-Mischung von Ringen-Boxen), Pferderennen 520 v.Chr. - Waffenlauf

(rr/Si)

 
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