Olympia: Skispringen Grossschanze
Simon Ammann auch auf der Grossschanze bei den Favoriten
publiziert: Dienstag, 12. Feb 2002 / 10:06 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 14. Feb 2002 / 08:27 Uhr

Park City - Weniger als 24 Stunden nach dem grössten Triumph in seiner noch jungen Karriere zeigte Normalschanzen-Olympiasieger Simon Ammann im ersten Training, dass er auch für das Springen auf dem grossen Bakken (Mittwoch, 17.30 MEZ) zu den Favoriten gehört. Die Medaillen könnten wie auf der kleinen Anlage zwischen ihm, Sven Hannawald (2.) und Adam Malysz (3.) aufgeteilt werden.

Obwohl Simon Ammann zuvor im Winter noch nie auf der Grossschanze im Utah Olympic Park gesprungen war, bekam er die moderne Anlage nach einer kurzen Nacht von Beginn weg in den Griff und zeigte zwei schöne und nur einen eher mässigen Flug, obwohl sich nach der Interview- und Gratulationstour der Vornacht Ermüdungserscheinungen bemerkbar machten. "Ich versuchte wieder so gut wie möglich runterzukommen", sagte Ammann und fügte mit leisem Unterton hinzu: "Skispringen kann ich ja ..."

Der erste Schweizer Skisprung-Olympiasieger strahlte auch am Tag danach sehr viel Zuversicht und Selbstvertrauen aus. "Ich muss einfach voll drauf sein, dann habe ich eine Superperspektive."

Leicht wird die Aufgabe für den 20-jährigen Toggenburger, der nach Walter Steiner (Silber 1972 in Sapporo) erst der zweite Olympiamedaillengewinner auf der Grossschanze wäre, keineswegs. Wie Hannawald und Malysz ist Ammann ein guter Flieger. Aber alle drei sind auch nicht die schlechtesten Abspringer, wie das Ergebnis auf dem kleinen Olympia-Bakken gezeigt hat. "Ich freue mich auf den Wettkampf", sagte Sven Hannawald, der im Gegensatz zu Ammann und Malysz, der mit 130 m im Training die grösste Weite stand, nicht trainierte. Der Deutsche, der von vielen Trainern favorisiert wird, liess sich auch nicht in diese Rolle drücken: "Favoriten sind andere", wies er derartige Hinweise von sich.

Adam Malysz hofft, dass "ich mehr Glück habe, als am Sonntag". Der Pole setzte im ersten Sprung eine schlechte Landung, weil er offenbar in die Spur des gestürzten Noriaki Kasai geriet. Fortuna, die Glücksgöttin, respektive der Wind waren seinem Landsmann Wojciech Fortuna vor 30 Jahren in Sapporo beigestanden. Der Olympiasieger von 1972 war im 1. Durchgang auf 111 m geflogen, Walter Steiner nur auf 94 m. Im Final war es umgekehrt: Fortuna 87,5 und Steiner 103 m. Dies reichte aber um einen Zehntel nicht zu Gold für den letzten berühmten Toggenburger Skispringer vor Ammann.

Schmitt fraglich

Kaum in den Kampf um die Medaillen wird Martin Schmitt eingreifen können. Der vierfache Weltmeister laboriert an einer Entzündung der Patella-Sehnenspitze im linken Knie. "In der Hocke spüre ich starke Schmerzen", sagte der Schwarzwälder, der am Montag noch nicht sicher war, ob er die Qualifikation bestreiten würde. Allenfalls wird er heute (Mittwoch) im Probedurchgang den ersten Sprung überhaupt auf dieser Schanze absolvieren. Auch Hannawald war wie der zweifache Weltcup-Gesamtsieger im letzten Winter bei der Olympia-Hauptprobe nicht dabei.

Im Wettstreit um Edelmetall sind auch der Finne Matti Hautamäki, der Weltcup-Sieger von Zakopane (vor Hannawald und Widhölzl), sowie der Österreicher Andreas Widhölzl, der vor den Olympischen Spielen in Japan zuoberst auf dem Weltcup-Podest gestanden war, zu beachten. Etwas gut zu machen hat auch Janne Ahonen, der auf der Normalschanze unglücklicher Vierter geworden war. "Ich war sehr enttäuscht. Deshalb will ich mich deutlich steigern", sagte der Finne, der seinen technischen Fehler (Abdrehen der Hüfte beim Absprung) nach viel Mühe im Weltcup endlich hat eliminieren können. Kaum für einen vorderen Platz in Frage kommt Kazuyoshi Funaki. Der Olympiasieger von Nagano ist nicht mehr in der 'Dezember-Form', in der er im Weltcup zweimal Dritter geworden war.

Für einen Top-Ten-Platz, der offiziellen Schweizer Zielsetzung vor den Spielen, könnte neben Ammann auch Andreas Küttel gut sein. Der Einsiedler, der am Sonntag 22. geworden war, hat im Training noch mit den Anzügen geprobt. Im dritten Durchgang hat der Sportstudent jenen gefunden, der ihm passt, und prompt mit der Bestweite brilliert. Sylvain Freiholz darf mit einem ähnlichen Resultat rechnen wie auf der kleinen Schanze, auf der er 25. wurde. Schwierig einzustufen ist das Leistungsvermögen von Marco Steinauer. Er konnte im Training noch nicht überzeugen.

(Kurt Henauer, Utah Olympic Park/sda)

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