Ski nordisch: Weltcup-Springen Lahti
Simon Ammann mit müden Beinen - Sechster in Lahti
publiziert: Freitag, 1. Mrz 2002 / 20:35 Uhr

Lahti - Elf Tage nach dem Teamspringen, bei dem Doppel-Olympiasieger Simon Ammann die beste Einzelleistung gezeigt hatte, wurde der 20-jährige Toggenburger beim Weltcup in Lahti (Fi) Sechster. Als Sieger ging der Deutsche Martin Schmitt hervor.

In der Qualifikation hatte Simon Ammann hinter dem überraschenden Slowenen Robert Kranjec und Martin Schmitt die drittgrösste Weite erzielt. Im Wettkampf reichte es dem zweiten zweifachen Olympiagoldgewinner im Skispringen nach Matti Nykänen (Fi) nicht mehr ganz so weit nach vorne. «Der Rummel der letzten Tage hat bei mir schon Spuren hinterlassen», sagte Ammann, «die Beine waren nicht mehr so frisch wie in Salt Lake». Wegen der zahlreichen Feierlichkeiten seit seiner Rückkehr aus den USA konnte der Weltcup-Gesamtneunte kein ordentliches Krafttraining mehr machen. «Ich bin trotzdem zufrieden, mein Ziel war hier eine Top- Ten-Platzierung», sagte Ammann nach dem 6. Platz, den er mit Weiten von 121,5 und 123 m erreicht hatte.

«Der erste Sprung war etwas zu zaghaft und zu brav», analysierte er seinen ersten Flug, den er bei recht heiklen Rückenwind- Bedingungen absolvieren musste. «Ich kam flacher raus als bei der Qualifikation.» Ammann sagte, dass ihm im Vorfeld auch einiges durch den Kopf gegangen sei. Allerdings nicht die heutige Teilnahme bei «Wetten dass» in Leipzig. Dort werden neben ihm drei weitere Olympia-Medaillengewinnerinnen dabei sein. Die Eisschnelllauf- Goldfrau Anni Friesinger, die Schlittlerin Silke Otto und die Langläuferin Evi Sachenbacher, die im Sprint Zweite wurde.

«Im Training war ich immer unter den besten zehn. Deshalb bin ich nicht zufrieden», sagte der Olympia-Sechste Andreas Küttel, der nach Rang 26 im ersten Durchgang noch auf die 18. Position vorrückte. Unter den Erwartungen blieb Sylvain Freiholz, der als 38. den Final verpasste.

Mit aggressivem Ski

348 Tage nach seinem Sieg beim Weltcup-Final auf der Flugschanze von Planica stand Martin Schmitt wieder einmal zuoberst auf dem Podest. «Beide Sprünge waren sehr gut», sagte der Schwarzwälder, der den 28. Weltcup-Sieg seiner Karriere unter Dach brachte. Bei den Rückenwind-Bedingungen griff er wie schon beim Teamspringen in Park City, als Deutschland mit 0,1 Punkten Vorsprung auf Finnland Gold holte auf seinen Spezialski mit dem Tiger-Design zurück. «Der ist nach dem Absprung aggressiver», sagte der vierfache Weltmeister, der Weiten von 125,5 und 125 Meter erreichte, zu seiner «Geheimwaffe». Beim ersten Sprung hatten sich in der ersten Flugphase «kleine Fehler» eingeschlichen. Aber sonst waren die Flüge fast schon wie zu den besten Zeiten von Schmitt.

Von einer «harten Konkurrenz» sprach Weltcupleader Adam Malysz, der in diesem Winter schon siebenmal Erster geworden war, nach seinem zweiten Rang. Mit dem dritten Rang erzielte Robert Kranjec, der in Salt Lake mit Slowenien im Teamwettbewerb Bronze geholt hatte, das beste Ergebnis seiner Karriere. «Ich bin überrascht, dass mir dies bereits in meiner ersten Weltcupsaison gelang», sagte der noch etwas scheue 21-Jährige. Nicht ganz nach vorne reichte vor heimischen Publikum den Finnen, die durch Janne Ahonen und Matti Hautamäki die Ränge 4 und 5 belegten. Nach den medaillenlosen Olympiaspringen erlebten die Österreicher einen weiteren Tiefschlag. Mit Martin Koch kam der Beste nur auf Rang 14.

Am Samstag steht in Lahti ein Teamspringen auf dem Programm. Nicht nur wegen der «Wetten-dass»-Teilnahme ist die Schweiz nicht dabei, sondern weil auch sonst nur drei Springer in Finnland gewesen wären. Olympiateilnehmer Marco Steinauer blieb zuhause und testete Ski. Dahinter gibt es in der Schweiz zur Zeit keine weltcuptauglichen Athleten.

(kil/sda)

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  • thomy aus Bern 4287
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  • thomy aus Bern 4287
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