Entscheidung um Sekunden
Simon Spilak gewinnt als erster Slowene die Tour de Suisse
publiziert: Sonntag, 21. Jun 2015 / 18:09 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 21. Jun 2015 / 20:16 Uhr
Spilak entschied das spannende Duell um den Gesamtsieg gegen den Briten Geraint Thomas um 5 Sekunden für sich.
Spilak entschied das spannende Duell um den Gesamtsieg gegen den Briten Geraint Thomas um 5 Sekunden für sich.

Der Gewinner der 79. Tour de Suisse heisst etwas überraschend Simon Spilak. Der Slowene klassierte sich im abschliessenden Zeitfahren in Bern mit 18 Sekunden Rückstand auf Tagessieger Tom Dumoulin (Ho) im 2. Rang und rückte damit noch von Platz 3 auf 1 vor.

Die Schweizer Rundfahrt wurde am Ende zum Krimi. Die Spitzenfahrer lieferten sich auf der 38,4 km langen Prüfung gegen die Uhr einen Kampf um jede Sekunde - mit dem etwas glückhafteren Ende für Spilak. Mit einem Vorsprung von fünf Sekunden gegenüber dem Briten Geraint Thomas entschied er zwei Tage vor seinem 29. Geburtstag als erster Slowene die Tour de Suisse für sich und feierte den wichtigsten Erfolg seiner Karriere.

Platz 3 in der Gesamtwertung ging an Dumoulin, der nach dem Prolog in Rotkreuz wenig überraschend auch das lange Zeitfahren für sich entschied. Fabian Cancellara klassierte sich in der Tageswertung hinter Dumoulin und Spilak im 3. Rang - ein versöhnliches Ende für den kränkelnden Schweizer Radstar. Der Franzose Thibaut Pinot, der vor dem letzten Teilstück das gelbe Leadertrikot getragen hatte, verlor im Zeitfahren (14.) 1:50 Minuten auf Dumoulin und fiel in der Gesamtwertung (4.) gar noch vom Podest.

18 Sekunden schneller

Am Ende konnte es Spilak gar nicht glauben, dass er zum ersten Mal eine grössere Rundfahrt für sich entschieden hatte. Es dauerte lange, bis sich die Anspannung in seinem Gesicht löste und er die Faust ballte. Das hatte durchaus einen Grund, denn davor hatte es bei den Zwischenzeiten eher nach einem Triumph des favorisierten Thomas' ausgesehen. 13 Sekunden hatte die Differenz zwischen den beiden vor dem Zeitfahren betragen, die Ziellinie vor dem Stade de Suisse überquerte Spilak aber 18 Sekunden schneller als der Brite.

Fünf Sekunden - enger fiel die Entscheidung um den Gesamtsieg letztmals vor elf Jahren aus, als sich Jan Ullrich (De) in der Endabrechnung gar nur eine Sekunde vor dem Schweizer Fabian Jeker durchsetzte. "Ich bin überaus glücklich", sagte der wortkarge Slowene nach der Siegerehrung. "Es war ein sehr schwieriges Zeitfahren. Und dass ich jetzt ganz zuoberst auf dem Podest stehe, hätte ich nicht unbedingt gedacht."

Kaum von Spilak gesprochen

In der Tat war im Vorfeld der Tour de Suisse kaum von Spilak gesprochen worden. Auch vor dem letzten Tag stand eher die Frage im Zentrum, ob der Bahn-Spezialist Thomas oder der starke Zeitfahrer Dumoulin Pinot noch abfangen würde. Doch an Spilak bissen sich am Ende nicht nur der als Leader entthronte Pinot, sondern auch Thomas und Dumoulin die Zähne aus.

Dabei war Spilak auf Schweizer Terrain bereits überaus erfolgreich gefahren. 2010 erbte er den Gesamtsieg an der Tour de Romandie von Alejandro Valverde, der wegen Dopings nachträglich aus der Siegerliste gestrichen wurde. Und bei den letzten drei Austragungen der Westschweizer Rundfahrt klassierte sich Spilak dreimal in Folge im 2. Rang.

Spilak gilt als vielseitiger Profi, der sowohl stark in den Bergen als auch schnell in den Zeitfahren sein kann. Dies demonstrierte er in dieser Rundfahrt eindrücklich. In der Königsetappe nach Österreich mit der Schlusssteigung hinauf zum Rettenbach-Gletscher ob Sölden zeigte sich Spilak angriffig. Es war der Slowene, der dort das Finale lanciert hatte und schliesslich im Tagesklassement nur von Bergspezialist Pinot und dem Italiener Domenico Pozzovivo geschlagen wurde.

Auch Dumoulin kann jubeln

"Trotzdem litt ich in Sölden weniger als an diesem heutigen Tag", so der erschöpfte Spilak, der in seiner vierten Saison beim russischen Team Katjuscha unter Vertrag steht. Katjuscha feierte bereits den dritten Sieg in der Schweiz in diesem Jahr, nachdem Ilnur Sakarin die Tour de Romandie und Alexander Kristoff den GP Kanton Aargau gewonnen hatten.

Grund zum Jubeln hatte auch Dumoulin - auch wenn ihm nur 19 Sekunden zum Gesamtsieg fehlten. Der Holländer, der an der letzten WM Dritter im Zeitfahren geworden war, bewies seine Stärke im Kampf gegen die Uhr. Wie Peter Sagan (Slk) verbuchte er an dieser Schweizer Rundfahrt zwei Etappensiege. Und zusammen mit dem Deutschen Tony Martin, der an der Tour de Suisse abwesend war, gilt er als erster Kandidat für den Prolog-Sieg an der Tour de France.

(flok/Si)

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