Sion zum zehnten Mal CupsiegerDer Challenge-League-Verein FC Sion ist zum 10. Mal Schweizer Cupsieger. Das Team von Trainer Christophe Moulin besiegte im Final des Swisscom Cup in Bern die Young Boys mit 5:3 im Penaltyschiessen.
(smw/Si)
Die Walliser sind der erste unterklassige Verein, der den Schweizer Cup gewann. Damit setzten sie ihre unglaubliche Serie fort: Es war ihr zehnter Sieg im zehnten Final.
Den letzten Triumph hatten sie 1997 gegen Luzern realisiert - ebenfalls im Penaltyschiessen. Der Cupsieg ist gleichbedeutend mit der Teilnahme am UEFA-Cup.
Sion hatte im Elfmeterschiessen das (verdiente) Glück des Tüchtigen. YB-Topskorer João Paulo knallte als erster Schütze der Berner seinen Penalty an die Lattenunterkante, derweil die fünf Schützen der Walliser in der Reihenfolge Goran Obradovic, Emanuele Di Zenzo, der erst 20-jährige Didier Crettenand, Captain Alain Gaspoz und Alberto Regazzoni souverän verwandelten.
Passivität der Young Boys
Der Sieg der «Gäste» ging absolut in Ordnung, denn sie taten eindeutig mehr fürs Spiel, was auch daran lag, dass sie von der 31. bis zur 120. Minute mit einem Mann mehr agieren konnten - YB- Verteidiger Steve Gohouri hatte wegen eines Notbremsefouls an Sion-Topskorer Paulo Vogt die Rote Karte gesehen.
Dennoch war die Passivität der Young Boys in einer so kapitalen Partie nur schwer verständlich. Nach dem 1:0 durch Carlos Varela in der 16. Minute - ein Schrägschuss in die weite Ecke nach einem Stellungsfehler von Sébastien Meoli - beschränkten sich die Berner nur auf Resultatehalten.
Und auch nach dem 1:1 durch Obradovic (55.), der einen Foulfreistoss herrlich in die rechte hohe Torecke gezirkelt hatte, taten sie nichts für ein positives Ergebnis, sondern standen nur hinten rein. YB-Goalie Marco Wölfli bewahrte sein Team schliesslich in der 77. Minute vor einem weiteren Gegentor, indem er einen Drehschuss von Vogt herrlich parierte.
Beton-Taktik von YB-Trainer
Die Beton-Taktik von YB-Trainer Gernot Rohr wäre in der Verlängerung allerdings beinahe aufgegangen, denn der eingewechselte Hakan Yakin hatte aus zehn Metern den Matchball auf dem Fuss. Sion-Goalie Germano Vailati vermochte den Aussenristschuss jedoch abzuwehren, so dass ein Penaltyschiessen für die Entscheidung sorgen musste.
Unmittelbar zuvor hatte es noch eine unschöne Szene gegeben, als der Walliser Abwehrpatron João Pinto wegen einer Tätlichkeit an Yakin vom Platz gestellt worden war.
Telegramm:
Stade de Suisse. -- 30 569 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Rutz. -- Tore: 16. Varela 1:0. 55. Obradovic 1:1. -- Penaltyschiessen: Obradovic 0:1. João Paulo an die Latte. Di Zenzo 0:2. Yakin 1:2. Crettenand 1:3. Tiago 2:3. Gaspoz 2:4. Raimondi 3:4. Regazzoni 3:5.
Young Boys: Wölfli; Christian Schwegler, Tiago, Gohouri, Hodel (90. Aziawonou); Joël Magnin, Everson (106. Hakan Yakin); Varela, Yapi (35. Portillo), Raimondi; João Paulo.
Sion: Vailati; Gaspoz, Sarni, João Pinto, Meoli; Luiz Carlos (46. Regazzoni), Gelson, Di Zenzo; Obradovic; Thurre (119. Crettenand), Vogt (107. Leandro).
Bemerkungen: Sion legte auf dem Spielfeld durch Captain Gaspoz Protest wegen dem Einsatz von Everson ein. YB ohne Pirmin Schwegler (gesperrt). 90. Hodel verletzt ausgeschieden. Portillo rückt nach Gohouri-Platzverweis in Innenabwehr. Platzverweise: 31. Gohouri (Notbremse an Vogt). 120. João Pinto (Tätlichkeit). Verwarnungen: 19. Schwegler (Unsportlichkeit), 27. Everson (Foul), 37. Vogt (Foul), 70. Obradovic (Unsportlichkeit), 90. Sarni (Foul), 113. João Paulo (Foul), 120. Yakin (Unsportlichkeit).
Der Swisscom-Cup-Sieger FC Sion im Porträt
Fussballclub Sion. -- Klubfarben: weiss-rot. -- Gründungsjahr: 1909. -- Stadion: Tourbillon (20 187, davon 8700 Sitzplätze). -- Internet: www.fc-sion.ch. -- Präsident: Christian Constantin. -- Geschäftsführer: Domenicangelo Massimo. -- Sportchef: Paolo Urfer. -- Trainer: Christophe Moulin. -- Assistenztrainer: Frédéric Chassot und Marco Pascolo (Goalies). -- Budget: 5-6 Millionen.
Erfolge. Meistertitel: 2 (1992, 1997). -- Cupsiege: 10 (1965, 1974, 1980, 1982, 1986, 1991, 1995, 1996, 1997, 2006). -- Europacup: Teilnahme Champions-League-Qualifikation 1992 und 1997 (beide Male gescheitert).
Kader. Tor: Fabrice Borer (34), Germano Vailati (25), David Gonzales (19). -- Abwehr: Stéphane Sarni (25), João Pinto (32/Por), Javier Delgado (25/Sz-Sp), Sébastien Meoli (25/Sz-It), Maurice Liand (20), Asim Skaljic (24/Bos), Badile Lubamba (30, nur Vorrunde). -- Mittelfeld: Benoît Cauet (36/Fr), Goran Obradovic (30/Serb), Didier Crettenand (20), Gelson Fernandes (19), Emanuele Di Zenzo (26/Sz-It), Alberto Regazzoni (22/Sz-It), Luiz Carlos De Souza (28/Br), Julien Fallet (21), Alain Gaspoz (35/Sz-Bénin), Jocelyn Ahoueya (20/Bénin), Mirsad Mijadinoski (25/Maz), Manuel Bühler (22/Sz-Kol). -- Stürmer: Paulo Vogt (29/Br), Léonard Thurre (28), Mamadou Kanté (25/Mali), Leandro Alex (21/Br), Marco Schneuwly (24, ab Rückrunde).
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