Ermittlungen gegen Schlepperbande
Sizilianische Justiz untersucht Flüchtlingsdrama
publiziert: Dienstag, 2. Aug 2011 / 12:44 Uhr
Flüchtlinge vor Lampedusa (Symbolbild).
Flüchtlinge vor Lampedusa (Symbolbild).

Rom - Die sizilianischen Justizbehörden haben Ermittlungen gegen eine Schlepperbande eingeleitet, die für den Tod von 25 afrikanischen Flüchtlingen verantwortlich sein soll. Diese starben auf der Reise nach Italien in einem Lagerraum eines Bootes aus Libyen.

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Sechs Männer, die das Flüchtlingsboot gesteuert haben, wurden von der Polizei identifiziert und sollen demnächst verhaftet werden, wie italienische Medien am Dienstag berichteten. Dabei handelt es sich offenbar um Syrer, Somalier und um einen Marokkaner.

Die sechs Männer haben nach Angaben von überlebenden Flüchtlingen die 25 Personen im Lagerraum des Bootes eingesperrt. Die Flüchtlinge im Lagerraum hätten nach einigen Stunden Reise versucht, den stickigen Laderaum zu verlassen, in dem sie die Motorabgase einatmen mussten. Sie wurden jedoch daran gehindert.

Brutale Schlepper

Das Boot sei so überfüllt gewesen, dass es für andere Personen im Freien keinen Platz mehr gab. An Bord waren einer Hilfsorganisation zufolge Flüchtlinge aus Somalia, Nigeria und Ghana.

Die sizilianischen Justizbehörden ordneten eine Obduktion der Leichen der Flüchtlinge an. Auf einigen Leichen seien Verletzungen klar zu sehen. Dies sei ein Zeichen, dass die Flüchtlinge mit allen Kräften versucht hätten, den Laderaum zu verlassen.

Laut Zeugenberichten sei es einem jungen Afrikaner gelungen, aus dem Raum zu flüchten. Aus Strafe sei er von den Mitgliedern der Schlepperbande ins Meer geworfen worden, wo er ertrunken sei.

(dyn/sda)

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