Skandal um Pferdefleisch-Lasagne ist Ergebnis mangelhafter Kontrolle
publiziert: Dienstag, 12. Feb 2013 / 18:12 Uhr / aktualisiert: Montag, 4. Mrz 2013 / 10:15 Uhr
Wilde Pferde im Donau Delta.
Wilde Pferde im Donau Delta.

Zürich - Die internationale Tierschutzorganisation «Vier Pfoten» ist erbost über das Vollzugsdefizit, aufgrund dessen billiges Pferdefleisch als Lasagne mit Rinderfleisch in europäische Supermärkte geraten konnte.

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«Der aktuelle Pferdefleisch-Skandal ist ein schwerer Rückschlag für den Verbraucherschutz, für den Tierschutz sowie die Vollzugsbehörden», sagt Corinne Abplanalp, Kampagnenleiterin bei «Vier Pfoten». «Die Erfahrung zeigt: Hinter jeder Schaffung systematischer Intransparenz verbergen sich illegale Praktiken».

Kennzeichnungspflicht missachtet

Die Kennzeichnung von Rindfleisch hat nach EU-Recht dem Verbraucher Informationen über die Orte der Geburt, Aufzucht und Schlachtung zu geben. Dies gilt es, angemessen zu kontrollieren. «Hier wurde nicht über die Rückverfolgbarkeit getäuscht, sondern mehr noch, über die Tierart. Wir brauchen mehr gesetzlich verbindliche Kennzeichnung und Vollzug dessen. «Vier Pfoten» fordert eine Kennzeichnung mit Angaben über den Geburtsort, denjenigen der Aufzucht und der Schlachtung für alle Tierarten, Transparenz, und Sicherheit durch entsprechende Kontrollen», so Corinne Abplanalp.

Regierungen und beteiligte Unternehmen untersuchen zur Zeit den Vorfall. Corinne Abplanalp: «Nach ersten offiziellen Angaben gibt es Anzeichen für bestimmte Pferdeschlachthöfe, doch noch ist die Herkunft des Pferdefleisches unbekannt. Ebenso wenig ist bekannt, ob Tierschutzstandards während der Aufzucht, des Transports und der Schlachtung eingehalten wurden. Unbekannt ist ausserdem, woher die Tiere stammen, ob von einem Hof, oder ob es sich um wild lebende Pferde aus dem Donau Delta handelt oder gar um herrenlose Pferde von der Strasse.»

Die Tierschutzorganisation hat mit einer Recherche begonnen, um objektive Anhaltspunkte zu erhalten. «Nur auf diese Weise können wir die Schwachstellen finden und ein System unterstützen, das den Tierschutz verbessert und die Rechte des Verbrauchers stützt. Erst einmal untersuchen wir die Situation der Pferde aus dem Letea Waldgebiet im rumänischen Donaudelta», gibt Abplanalp bekannt.

Im Mai 2011 stoppte «Vier Pfoten» im Donaudelta einen Transport mit 54 wilden Pferden auf ihrem Weg zum Schlachthof. Die Tiere wurden tiermedizinisch versorgt und in das Reservat zurückgebracht. Seither ist eine neue Verordnung der rumänischen Veterinärbehörde zum Verbot von Schlachttransporten wilder Pferde in Kraft.

Pferde-Lasagne aus dem Donau Delta?

«Unsere Nachforschungen werden zeigen, ob die Pferde-Lasagne aus dem Donau Delta kommt oder nicht. Jedenfalls ist das ein Alarmsignal für die zuständigen Behörden, die für die Umsetzung europäischer Gesetze zuständig sind», schliesst Abplanalp.

«Vier Pfoten» fordert die EU Kommission auf, zum einen die Kontrolle bei der Produktionskette für Fleischgewinnung auszubauen sowie für alle weiteren Fleischsorten eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht mit Angaben zum Ort der Geburt, der Aufzucht und der Schlachtung einzuführen.

 

(li/Vier Pfoten)

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