Skandal um Zins-Manipulation belastet Ergebnis von HSBC
publiziert: Montag, 30. Jul 2012 / 15:49 Uhr
Ein Top-Manager des Instituts kündigte bereits seinen Rücktritt an. (Archivbild)
Ein Top-Manager des Instituts kündigte bereits seinen Rücktritt an. (Archivbild)

London - Geldwäscherei, Falschberatung von Kunden und Zins-Tricksereien: Die Vorwürfe gegen die britische Grossbank HSBC nehmen kein Ende. HSBC-Chef Stuart Gulliver räumte am Montag bei der Vorlage der Halbjahreszahlen ein, dass es in Europas grösster Bank an allen Ecken brennt.

Drahtlose Alarmanlagen für garantierte Sicherheit und perfekten Einbruchschutz
SEKENTA AG
Hanfländerstrasse 53
8640 Rapperswil
9 Meldungen im Zusammenhang
«Die Bank ist klar vom Weg abgekommen», sagte er. Es werde lange dauern, das lädierte Image wieder aufzupolieren und Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Insgesamt 2 Mrd. Dollar stellte die Bank zurück, um sich für Strafen und Entschädigungszahlungen zu wappnen.

Das alles belastet zusehends das Ergebnis: Der bereinigte Vorsteuergewinn schrumpfte in den ersten sechs Monaten um 3 Prozent auf 10,6 Mrd. Dollar, wie die Bank am Montag mitteilte.

Allein wegen der laxen Geldwäscherei-Kontrollen droht HSBC eine Milliardenstrafe durch die Aufseher in den USA. Dort hatte ein Senatsausschuss der Bank unlängst eine schallende Ohrfeige erteilt. Die Prüfer kamen nach einjähriger Untersuchung zu dem Ergebnis, dass die Bank ihren Kunden über Jahre dabei geholfen hat, fragwürdige Gelder aus Ländern wie Mexiko, dem Iran, Saudi-Arabien oder Syrien zu transferieren.

«Peinliche» Fehler kosten Millionen

Ein Top-Manager des Instituts kündigte bereits seinen Rücktritt an. Auch Gulliver zeigte sich nun reumütig und sprach von «peinlichen» Fehlern, die gemacht worden seien. Der Konzern entschuldige sich dafür. HSBC hat für die absehbare Geldwäsche-Strafe 700 Mio. Dollar zur Seite gelegt. Ob das ausreicht, ist nach den Worten von Gulliver völlig offen.

Die übrigen 1,3 Mrd. Dollar hält HSBC für die Entschädigung von Privat- und Geschäftskunden in Grossbritannien bereit, die die Bank beim Verkauf von Restschuldversicherungen und diversen Zinsabsicherungsprodukten falsch beraten hatte. Auch andere britische Grossbanken mussten hier für Schadenersatzzahlungen schon tief in die Tasche greifen.

Mögliche Kosten der Libor-Affäre noch unklar

Bedeckt hielt sich HSBC dagegen zu den Zinsermittlungen. Ermittler in der EU, den USA, der Schweiz, Grossbritannien und anderswo nehmen derzeit mehr als ein Dutzend Grossbanken unter die Lupe, darunter auch HSBC. Den Banken wird vorgeworfen, wichtige Referenz-Zinssätze wie den Libor und den Euribor manipuliert zu haben.

HSBC-Chef Gulliver erklärte, sein Haus habe die angeforderten Informationen geliefert. Es sei aber noch viel zu früh, die Ergebnisse der Zins-Ermittlungen vorherzusagen - geschweige denn potenzielle Kosten für die Bank.

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Brüssel - Der Skandal um manipulierte Zinssätze hat ein Nachspiel. Nachdem die EU-Kommission schon mehrere Banken bestraft hat, ... mehr lesen
Die obersten EU-Wettbewerbshüter informierten die französische Crédit Agricole, die US-Bank JP Morgan und die britische HSBC (Bild) über die neuen Vorwürfe.
Washington - Mit Zahlung einer Rekordstrafe von 1,9 Mrd. Dollar kann die britische Grossbank HSBC offenbar einen ... mehr lesen
HSBC übernimmt die Verantwortung für Fehler.
London - Im Skandal um Manipulationen des Interbankenzinses Libor haben US-Hausbesitzer erstmals eine Sammelklage gegen 12 der weltgrössten Banken eingereicht. Die Kläger argumentierten, durch Unregelmässigkeiten bei der Zinsfestlegung seien ihre Immobilienkredite über Gebühr verteuert worden. mehr lesen 
Verstösse sollen in Zukunft als Straftat behandelt werden. (Symbolbild)
London - Nach Manipulationen bei der Ermittlung des im internationalen Finanzverkehr ... mehr lesen 1
Weitere Artikel im Zusammenhang
London - Ein neuer Skandal um komplexe Finanzprodukte erschüttert die Londoner Bankenszene. Vier Branchengrössen ... mehr lesen
Neuer Skandal in der Londoner Bankenszene.
Genf - Die britische Bank HSBC streicht 100 ihrer 1700 Stellen in der Schweiz. Ein Sprecher bestätigte dies am Freitag. Die Streichung erfolgt im Rahmen eines 2011 angekündigten Sparprogramms. Dieses führt zum Verlust von 30'000 Stellen weltweit. mehr lesen 
London - Ein lebhaftes Asiengeschäft hat der britischen Grossbank HSBC im vergangenen Jahr einen kräftigen Gewinnzuwachs beschert. Der Gewinn belief sich 2011 zufolge auf 16,8 Mrd. Dollar nach 13,2 Mrd. im Jahr zuvor, wie das Institut am Montag meldete. mehr lesen 
Drahtlose Alarmanlagen für garantierte Sicherheit und perfekten Einbruchschutz
SEKENTA AG
Hanfländerstrasse 53
8640 Rapperswil
Sicherheitstechnik Alarmanlagen Dienstleistungen Ausrüstung und Schulungen
Kanada werde sich von derlei Angriffen «niemals einschüchtern lassen» und stattdessen die Anstrengungen im Kampf gegen «Terrororganisationen» verdoppeln, sagte Harper .
Kanada werde sich von derlei Angriffen ...
Kanada  Ottawa - Nach dem Anschlag auf das Parlament in Ottawa hat der kanadische Premierminister Stephen Harper ein entschlossenes Vorgehen gegen die Verantwortlichen der Attacke versprochen. Bei dem Angreifer soll es sich um einen als «hochgefährlich» eingestuften Kanadier handeln. 
Angriff auf das Parlament in Kanada - zwei Tote Ottawa - Ein oder mehrere Angreifer haben am Mittwochmorgen das Parlamentsgebäude in der kanadischen Hauptstadt Ottawa ... 1
Mexiko  Mexiko-Stadt - Fast einen Monat nach dem Verschwinden ...  
Das Rathaus der Stadt Iguala wurde von Demonstranten angezündet. (Symbolbild)
Die Polizei hat 43 Studenten verschleppt. (Archivbild)
Chaos in Mexiko: Studenten setzen Regierungssitz in Brand Chilpancingo - Wütende Studenten haben bei Protesten im mexikanischen Bundesstaat Guerrero den örtlichen ...
Titel Forum Teaser
Auf dem Wendengletscher. (Symbolbild)
Unglücksfälle Gletscher schmelzt - Leiche nach 40 Jahren entdeckt Bern - In der Region Wendengletscher im ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich 1°C 3°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 1°C 7°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 3°C 5°C bewölkt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 3°C 10°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 5°C 9°C bewölkt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 4°C 12°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 15°C 20°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten