Skeleton
Skeleton als Kummer-Disziplin
publiziert: Donnerstag, 1. Dez 2011 / 11:24 Uhr
Im Schweizer Skeleton-Team mangelt es an Routine.
Im Schweizer Skeleton-Team mangelt es an Routine.

Skeleton ist jene olympische Disziplin, in der «Swiss Sliding» momentan am weitesten von der Weltspitze entfernt ist. Im Schweizer Team mangelt es an Routine. Am Freitag kommt es beim Weltcup-Auftakt in Igls (Ö) zu einer ersten aussagekräftigen Standortbestimmung.

Die langjährigen Leistungsträger Gregor Stähli und Maya Pedersen stehen seit den Olympischen Spielen von Vancouver nicht mehr zur Verfügung. Nach der letzten Saison haben sich mit Daniel Mächler (2007 beim Weltcup von Igls auf dem Podest), Pascal Oswald (2010 Olympia-Teilnehmer) und Jessica Kilian (zweimal EM-Vierte) auch Routiniers aus der zweiten Garde verabschiedet. Die nationale Elite bildet nun ein Grüppchen, aus dem noch niemand auf höchstem Niveau für Aufsehen sorgen konnte.

Quartett im Weltcup - österreichischer Trainer

So ist Lukas Kummer im Alter von 26 Jahren und mit erst vier Weltcup-Rennen zu einem Teamleader avanciert. In den internen Selektions-Wettkämpfen hat er wie Michael Höfer, Marina Gilardoni und Barbara Hosch einen Weltcup-Startplatz herausfahren können. Betreut wird das Quartett vom neuen Nationaltrainer Walter Stern, der 2003 in St. Moritz für sein Heimatland Österreich Europameister wurde. Lukas Kummer gehört zudem weiterhin jenem internationalen Renn-Team an, das im Coaching-Bereich auf das Wissen und die Erfahrung von Gregor Stähli zählen kann.

Nachdem die Bilanz des vergangenen Winters ernüchternd ausgefallen ist, dürfen auch für die nächsten Wochen keine grossen (Leistungs-)Sprünge der Schweizer erwartet werden. In der Saison 2010/11 gab es teilweise happige Rückstände zu verdauen. Das wertvollste WM-Resultat am Königssee war der 17. Rang von Jessica Kilian. Im Hinblick auf die kommenden Weltmeisterschaften, die im Februar in Lake Placid (USA) stattfinden, ist keine markante Steigerung in Sicht. Wer wieder glorreichere Zeiten erleben will, wird sich in Geduld üben müssen.

Vergangenheit im Bob

«Im Moment sollte den Ergebnissen nicht oberste Priorität eingeräumt werden», sagte die frühere Bob-Anschieberin Marina Gilardoni, die heute Freitag ihr Weltcup-Debüt im Skeleton feiert, zur Situation. «Es ist wichtig, dass wir die Bahnen besser kennen lernen. Auf gewissen Strecken bin ich noch nie gefahren. Und andere Schweizer können nicht bedeutend mehr Erfahrung vorweisen.»

Ebenfalls vom Bob zum Skeleton hat Sabina Hafner gewechselt. Die Baselbieterin, die vorläufig nicht für den Weltcup in Frage kommt, musste gleich zu Beginn ihrer zweiten Karriere einen Tiefschlag einstecken. In ihrem ersten internationalen Rennen als Skeleton-Fahrerin - kürzlich beim Europacup-Auftakt am Königssee - stürzte sie derart schwer, dass sie mit einer Gehirnerschütterung ins Spital eingeliefert werden musste.

(joge/Si)

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