Olympia - Ski alpin:
Ski-Cheftrainer Dieter Bartsch geht
publiziert: Freitag, 22. Feb 2002 / 19:49 Uhr / aktualisiert: Freitag, 22. Feb 2002 / 22:14 Uhr

Salt Lake City - Die Tage von Dieter Bartsch, Cheftrainer des Männer-Teams, sind gezählt. «Ich denke, ich werde am Samstag zurücktreten», sagt Bartsch, der damit die Verantwortung übernimmt für das schwache Abschneiden der Schweizer Mannschaft in Salt Lake City.

Der Ball kam nach dem Riesenslalom der Männer ins Rollen, als das Schweizer TV Bartsch die «Vertrauensfrage» stellte. «Auf die provokative Frage», so Bartsch, «sagte ich, dass es eine Charaktersache sei, nach einer solchen Bilanz den Rücktritt anzubieten.» Wenn eine Nation wie die Schweiz ohne Medaillen nach Hause zurückkehre, sei es logisch, dass er als Cheftrainer zur Verantwortung stehe und ein solches Angebot unterbreite: «Man kann nicht immer nur von den andern fordern und sich selber den Sessel sichern.» Bartsch hat bereits seine Trainer darüber informiert.

Nach dieser TV-Äusserung verbreitete Swiss-Ski flugs ein Communiqué und gab seinem «Erstaunen» darüber Ausdruck. Es sei vor den Olympischen Spielen vereinbart worden, die «Vertragsmodalitäten einer weiteren Zusammenarbeit erst nach Salt Lake City zu regeln.» Deshalb werde sich Swiss-Ski zu den Rücktrittsäusserungen nicht äussern. Von allfälliger Rückendeckung keine Spur.

Bartsch schüttelt über diese Worte den Kopf und sagt sarkastisch: «So hat das Ganze keinen Sinn mehr. Direktor Mudry muss über mein Angebot ein Stein vom Herzen gefallen sein.» Zwischen den beiden herrschte offenbar in Salt Lake City ziemliche Funkstille. «Ich hatte die ganze Zeit zweimal Kontakt mit ihm», sagt Bartsch. «Zu Beginn der Spiele kam er nach Huntsville und verbot mir, etwas über die Anzüge zu sagen, und das zweite Mal hörte ich nach dem Riesenslalom nachts um Viertel nach elf von ihm. Ich wusste gar nicht, dass er am Riesenslalom war.»

Mudry ist an den Olympischen Spielen nicht als Mannschaftsmitglied akkreditiert und gehört lediglich einer Delegationsgruppe an, die für die Sponsorenbetreuung zuständig ist. Auch besitzt er kein offizielles Natel und ist demzufolge schwer zu erreichen -- keine glückliche Lösung für den grössten und bedeutendsten Schweizer Sportverband in Salt Lake City.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es am Samstag im Slalom noch eine Medaille gibt, sind minimal. «Wir hatten im Super-G und im Riesenslalom zwei Super-Chancen», sagt Bartsch, der erstmals an einem Grossanlass ohne Medaillen bleibt. «An der WM 1987 in Crans- Montana hatte ich auch ein Chaos», blendet Bartsch zurück. Damals war er Cheftrainer der geschlagenen Österreicher. Aber immerhin gabs dort wenigstens eine Bronzemedaille in der Kombination durch Günther Mader.

Bartsch geht -- und sonst? Da ja nicht nur das Männer-Team versagte, sondern die gesamte Schweizer Mannschaft, stehen auch die Leute noch weiter oben in der Verantwortung. Jetzt gerät man unter Zugzwang. Das einst von einer völlig sportfremden Firma erarbeitete Führungskonzept hat Schiffbruch erlitten. Jetzt braucht es unkonventionelle Lösungen. Und Jean-Daniel Mudry wird nichts anderes übrig bleiben, als Leute zu holen, die er einst gar nicht wollte -- wenn er nicht selber unter Druck geraten will.

(kil/sda)

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