Ski-WM: Interview mit Didier Cuche
publiziert: Donnerstag, 5. Feb 2009 / 17:58 Uhr / aktualisiert: Montag, 9. Feb 2009 / 08:59 Uhr

Dutzende von Interviews, ein kleines Fest, bei dem auch seine Eltern dabei waren, ein, zwei Gläschen und dann um 23.30 Uhr ab ins Bett -- Didier Cuche feierte seinen WM-Titel «professionell». Wie es sich für einen Hochleistungssportler gehört, der am andern Tag wieder auf die Abfahrtspiste muss.

«Auch wenn man eine WM-Medaille im Sack hat, heisst das noch lange nicht, dass man nicht einen Mist baut, stürzt oder sich gar verletzt», so Cuche.
«Auch wenn man eine WM-Medaille im Sack hat, heisst das noch lange nicht, dass man nicht einen Mist baut, stürzt oder sich gar verletzt», so Cuche.
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Didier, wie haben Sie geschlafen?

Didier Cuche: Gut und tief, viel geträumt vom Skifahren. Aber im Traum war ich nicht der Sieger. Ich fuhr einen Sch...dreck und alle andern waren viel schneller. Obs ein Super-G oder eine Abfahrt war, weiss ich nicht mehr - es war eine diffuse Sache. Hoffentlich wird der Traum nicht wahr.

Aber nicht dass Alkohol bei diesem diffusen Traum eine Rolle gespielt hätte?

Didier Cuche: Nein, nein. Ein Weinchen, ein Bierchen, das wars.

Nun zur Abfahrt - Ihr Eindruck nach dem ersten Training?

Didier Cuche: Streng, streng, schwierig, vor allem bei so schlechter Sicht. Die Piste ist ohnehin schon schwierig, und nun noch solches Licht -- da ist man schon «blau» bei der Ancolie-Passage. Und danach stehen noch 40 Sekunden bevor, das ist ein Wahnsinn.

Die Fahrer sind aufgefordert worden, den Zielsprung nicht rennmässig zu befahren. War das sinnvoll?

Didier Cuche: Es war sinnvoll, aber nicht wegen des Windes. So stark war der nicht. Aber der Sprung ist, ich sags wieder einmal, schlecht gebaut. Das Tempo ist viel höher als bei der Hauptprobe im letzten Jahr, sicher 20 bis 30 km/h mehr. Es handelt sich um eine richtige Schanze. Ich bin froh, dass wir nicht darüber springen mussten und dass daran noch etwas geändert wird.

Was schlagen Sie vor?

Didier Cuche: Im letzten Jahr war die Kurve vor diesem Sprung zu scharf, jetzt ist zu direkt gesteckt. Ich habe gerne, wenn man weit fliegt. Aber der ´Tisch´ ist nicht sauber. Wenn man mit einem solchen Tempo darauf zufährt, ich schätze etwa 110 km/h, braucht es unbedingt einen perfekt gebauten Absprungtisch. Ich kann nicht verstehen, warum man das nicht hinkriegt und wir erst bei der Besichtigung den Kopf schütteln müssen. Man sollte nicht warten, bis einer stürzt, ehe man etwas korrigiert.

Wie geht man nach so einem grossen Triumph am andern Tag nochmals auf die gleiche Piste?

Didier Cuche: Genau gleich, als ob man nicht gewonnen hätte. Es war zwar angenehm heute morgen bei der Besichtigung, viele haben mir gratuliert. Das nahm viel Zeit in Anspruch. Zum Glück haben sie die Zeit für die Besichtigung verlängert. Es geht nicht von selbst, auch wenn man Weltmeister ist.

Muss man das verdrängen oder kann man den Schalter einfach umlegen?

Didier Cuche: Weder noch. Gestern war gestern, und heute ist ein neuer Tag. Auch wenn man eine WM-Medaille im Sack hat, heisst das noch lange nicht, dass man nicht einen Mist baut, stürzt oder sich gar verletzt.

(Richard Hegglin, Val d´Isère/Si)

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