Ski-WM: Medaillenserie gerissen
publiziert: Sonntag, 27. Feb 2011 / 20:28 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 27. Feb 2011 / 21:09 Uhr
Ein enttäuschter Simon Ammann.
Ein enttäuschter Simon Ammann.

Die Schweizer Skispringer zeigten an den WM in Oslo bei den Wettkämpfen auf der kleinen Schanze keine herausragende Leistungen. Simon Ammann flog am Samstag als Vierter am Podest vorbei, beim Mannschaftsspringen resultierte bloss Rang 10.

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Für die Schweizer Adler ging eine aussergewöhnliche Serie zu Ende. Seit der Nullnummer an den Olympischen Spielen 2006 in Turin stand in jedem Einzelspringen an einem Grossanlass ein Schweizer auf dem Podest: fünfmal Ammann, einmal Andreas Küttel.

4 Meter fehlten zum Podest

Zumindest rangmässig fehlte nicht viel, damit dieser Folge ein siebentes Element sowie die 17. Schweizer Medaille an nordischen Weltmeisterschaften hinzugefügt worden wäre. Doch gemessen an den Leistungen war das Verdikt klar. Die Österreicher Thomas Morgenstern und Andreas Kofler sowie Bronzemann Adam Malysz (Pol) waren am Samstag eine Klasse besser als Ammann. Die Flüge des Schweizers auf 97,5 und 101,5 m fielen zu kurz aus, die Landung im ersten Umgang war zudem fehlerhaft. Zum Podest fehlten 7,5 Punkte, was umgerechnet vier Metern entspricht.

«Das Resultat ist sicher nicht schön für unser Land», sagte der Toggenburger in Anlehnung an die Serie von vier «ledernen» Medaillen der alpinen Sportler von Swiss-Ski bei den WM in Garmisch-Partenkirchen. «Aber ich bin mir nicht zu böse». Der 29-jährige schaute sich am Sonntagmorgen seine Flüge nochmals im Video an. «Es hat die schlimmsten Erwartungen übertroffen», meinte er lachend. «Ich habe die Kante zweimal nicht voll getroffen.»

«Die Sprünge kamen nicht so saftig»

Der Olympiaheld, der an Grossanlässen schon oft das Glück auf seine Seite zwang, wusste zunächst nicht recht, wie er auf die undankbarste Platzierung bei Titelkämpfen reagieren sollte. Von einer grossen Enttäuschung wollte er nicht sprechen, andererseits war ihm auch klar, dass es an einem perfekten Tag zur Medaille gereicht hätte. Seine Anlaufgeschwindigkeit war hervorragend, aber das feine Gespür für die Körperspannung und den perfekten Absprung fehlte. «Die Sprünge kamen nicht so saftig», sagte der Schweizer.

Für die Siegerehrungen werden die besten sechs aufgeboten. «Da neben dem Podest zu stehen, ist schon hart», betonte Ammann. Andererseits habe er in seiner Karriere auf solche Ergebnisse auch schon mit Frust reagiert und seinem Ärger freien Lauf gelassen. «Aber das hat mich dann auch nicht weitergebracht. Wichtig war, dass ich am Sonntag gleich wieder springen konnte.» Der Teamevent sei für ihn eine ideale Mischform zwischen Training und intensivem Wettkampf gewesen. «Das tat mir gut. Ich konnte abschalten und bin nun mit mir wieder im Reinen», fügte er hinzu.

Ammanns Sprung verweist Japan auf Platz 11

Im Mannschaftsspringen fiel Pascal Egloff mit 87 m gegenüber Andreas Küttel (93,5) und Marco Grigoli (92,5) etwas ab. Dank Ammans Flug auf 101,5 m wurde Japan noch um 0,4 Punkte auf Rang 11 verwiesen. Am Wettkampf nahmen zwölf Mannschaften teil, die besten acht traten zu einem zweiten Umgang an. Eine Finalteilnahme des Schweizer Quartetts durfte nicht erwartet werden.

Am Samstag war für Küttel der zweitletzte Einzel-Wettkampf seiner Karriere positiv verlaufen. Der Einsiedler schaffte erstmals in diesem Winter die Qualifikation für einen Finaldurchgang. Als 30. rutschte er gerade noch rein, im zweiten Durchgang verbesserte er sich mit einem Sprung auf 93 m noch um eine Position. «Ich bin zufrieden, es waren gute Sprünge mit viel Herz», sagte er. Pascal Egloff (43.) und Marco Grigoli (45.) sprangen beide 86,5 m weit.

WM-Medaillenspiegel nach 8 von 21 Entscheidungen:
  Gold Silber Bronze Total
1. Norwegen 3 2 1 6
2. Österreich 3 1 1 5
3. Deutschland 1 1 1 3
4. Schweden 1 0 1 2
5. Italien 0 2 0 2
6. Polen 0 1 1 2
Russland 0 1 1 2
8. Slowenien 0 0 1 1
Frankreich 0 0 1 1

(fest/Si)

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