Ski alpin: Anja Pärson auf Vreni Schneiders Spuren
publiziert: Sonntag, 25. Jan 2004 / 16:26 Uhr

Der Pohorje-Hügel bleibt das Hoheitsgebiet der Anja Pärson. Die Schwedin gewann erneut Riesenslalom und Slalom und baute ihre Serie in Maribor auf sechs Siege aus. Marlies Oester sorgte als Slalom-Zehnte für den einzigen Schweizer Top-Ten-Platz.

Anja Pärson feiert ihre Siege mit einer Bauchlandung.
Anja Pärson feiert ihre Siege mit einer Bauchlandung.
Vor zwei Jahren Siege in den beiden Slaloms, im letzten Winter das Double Riesenslalom/Slalom und jetzt erneut der totale Triumph: Anja Pärson hat als erste Alpine im selben Ort sechs Rennen ohne Unterbruch für sich entschieden. Die in Monte Carlo residierende Skandinavierin folgt damit unaufhaltsam den Spuren von Vreni Schneider. Die Glarnerin hatte in Maribor in den Achtziger- und Neunzigerjahren insgesamt siebenmal gewonnen.

105 Punkte Vorsprung

Den Vergleich mit der früheren Skikönigin aus Elm lässt Anja Pärson gerne über sich ergehen. Viel wichtiger ist ihr indes, in der Gesamtwertung wieder die Spitzenposition übernommen zu haben; mit den Saisonsiegen 6 und 7 wandelte sie gegenüber Renate Götschl die 71 Punkte Rückstand in einen Vorsprung von 105 Punkten um. Die Steirerin kann indes schon am kommenden Wochenende den Spiess wieder umdrehen; in Haus im Ennstal werden zwei Abfahrten und ein Super-G ausgetragen.

Trotz der erwarteten Fortsetzung des Wechselspiels an der Spitze sei die Prognose erlaubt: Vermag Anja Pärson ihre Form in den technischen Disziplinen zu konservieren und sammelt sie in den Speedrennen weiter fleissig "Zusatzpunkte", wird ihr die grosse Kristallkugel in diesem Winter kaum zu nehmen sein.

In Maribor fuhr Anja Pärson in einer eigenen Kategorie und war einzig im ersten Riesenslalom-Lauf nicht die Schnellste. Am Samstag siegte sie 98 Hundertstel vor der "Halbzeit-Führenden" Michaela Dorfmeister und der Spanierin Maria José Rienda Contreras, tags darauf distanzierte sie die Konkurrenz um mindestens 1,24 Sekunden. Am nächsten kamen ihr die österreichischen Youngsters Marlies Schild und Nicole Hosp. Letztere war es auch, die mit ihrem Sieg in Madonna di Campiglio der Schwedin die einzige "Niederlage" in den bisherigen sechs Slaloms des Winters beifügen konnte.

Nur marginal traten die Schweizerinnen in Erscheinung. Marlies Oester schaffte mit Rang 10 immerhin ihre beste Saisonleistung im Slalom -- ein versöhnlicher Abschluss des Wochenendes, das für die Adelbodnerin mit dem 17. Platz im Riesenslalom unter den (eigenen) Erwartungen begonnen hatte. Marlies Oester war vor allem von ihrer Vorstellung im zweiten Slalom-Lauf angetan, in dem für sie die fünftbeste Zeit gestoppt wurde. "So gut bin ich den ganzen Winter noch nie gefahren. Darauf lässt sich aufbauen." Corina Grünenfelder, die Nummer 3 im Schweizer Slalom-Miniteam, setzte ihre Enttäuschungen mit dem Out im ersten Lauf fort.

Leere bei Sonja Nef

Auch für Sonja Nef brachte der Abstecher nach Slowenien nur Frust. Im Riesenslalom schied sie nach einem Sturz aus, im Slalom blieb die Reaktion diesmal aus: nur Rang 13. Für die Appenzellerin geht damit das Treten an Ort weiter, der erhoffte Aufschwung lässt nach wie vor auf sich warten.

Die Freude am Skisport hat Sonja Nef trotz der Rückschläge in den vergangenen Wochen nicht verloren. Sich aber fast Woche für Woche wieder von Neuem aufbauen zu müssen, zehrt an der Substanz. Die anhaltende Erfolglosigkeit zeigt denn auch Wirkung. "Ich bin leer im Kopf", sagt sie. "Am liebsten wäre mir, die Saison wäre zu Ende. In den nächsten Tagen würde ich die Ski am liebsten in die Ecke stellen. Andererseits brauche ich nach meiner langen Verletzungspause die Trainings."

Das Ganze tönt nach Resignation. Sind damit Gedanken an einen möglichen Rücktritt verbunden? "Ich habe darüber nachgedacht, ja, habe aber auch gemerkt, dass ich für das ´andere´ Leben noch nicht bereit bin. Nach einer solchen Saison kann ich nicht aufhören." Mit dieser Einsicht einher geht der Ehrgeiz, den Anschluss noch einmal schaffen zu wollen. "Für mich geht es jetzt darum, den Winter ´anständig´ zu beenden, einen Schlussstrich zu ziehen und einen Neuanfang zu starten." Anständig beenden heisst: Sonja Nef wird versuchen, in beiden Disziplinen die Zugehörigkeit zur ersten Startgruppe zu wahren.

Im Slalom liegt sie in der Saisonwertung auf Platz 8, im Riesenslalom lediglich auf Position 16. Nicht mehr zu den 15 Besten in ihrer einstigen Domäne zu gehören, auch das beschäftigt Sonja Nef -- nachvollziehbar für eine Athletin, die seit ihren ersten Erfolgen stets zu den 15 Besten ihres Fachs gezählt hatte und der das Siegen vor nicht allzu langer Zeit ebenso leicht gefallen war wie dies im Moment Anja Pärson gelingt.

Nach Sonja Nefs Sturz "genügte" Fränzi Aufdenblatten der 13. Platz, um im Riesenslalom wie in Lienz kurz vor dem Jahreswechsel beste Vertreterin von Swiss-Ski zu sein. Die Zermatterin war in diesem Winter in dieser Sparte noch nie so weit vorne klassiert, Zufriedenheit wollte sich bei ihr trotzdem nicht einstellen. Mit dem Rang könne sie leben, mit ihrer Vorstellung mit Sicherheit nicht, bilanzierte die bald 23-Jährige. Primär bei ihrer zweiten Fahrt machte sie zu viele Fehler aus.

Lilian Kummer stürzte wie Sonja Nef im zweiten Lauf. Nadia Styger, zurzeit der konstanteste Schweizer Wert in Abfahrt und Super-G, verpasste das Finale als 31. um acht Hundertstel.

Frauen. Gesamtwertung (nach 22 von 35 Prüfungen): 1. Anja Pärson (Sd) 998. 2. Renate Götschl (Ö) 893. 3. Hilde Gerg (De) 768. 4. Carole Montillet (Fr) 701. 5. Michaela Dorfmeister (Ö) 654. 6. Martina Ertl (De) 584. 7. Nicole Hosp (Ö) 566. 8. Alexandra Meissnitzer (Ö) 510. 9. Kirsten Clark (USA) 456. 10. Maria Riesch (De) 404. 11. Tanja Poutiainen (Fi) 365. 12. Marlies Schild (Ö) 333. 13. Nadia Styger (Sz) 330. 14. Anna Ottosson (Sd) 274. 15. Elisabeth Görgl (Ö) 268.

16. Sonja Nef (Sz) 251. 17. Monika Bergmann (De) 235. 18. Caroline Lalive (USA) 216. 19. Geneviève Simard (Ka) 211. 20. Fränzi Aufdenblatten (Sz) 208. 21. Sarah Schleper (USA) 205. 22. Maria Rienda Contreras (Sp) 196. 23. Denise Karbon (It) 195. 24. Mélanie Suchet (Fr) 189. 25. Emily Brydon (Ka) 186. 26. Laure Péquegnot (Fr) 184. 27. Kristina Koznick (USA) 183. 28. Silvia Berger (Ö) 178. 29. Sylviane Berthod (Sz) 172. 30. Ingrid Jacquemod (Fr) 171.

Ferner: 32. Marlies Oester 161. 40. Catherine Borghi 123. 65. Martina Schild 68. 77. Corina Grünenfelder 33. 80. Lilian Kummer 29. 86. Ella Alpiger 25. 89. Tanja Pieren 20.

Riesenslalom (nach 5 von 8 Rennen): 1. Anja Pärson (Sd) 330. 2. Nicole Hosp (Ö) 260. 3. Maria Rienda Contreras (Sp) 196. 4. Denise Karbon (It) 195. 5. Martina Ertl (De) 182. 6. Tanja Poutiainen (Fi) 175. 7. Elisabeth Görgl (Ö) 157. 8. Alexandra Meissnitzer (Ö) 153. 9. Anna Ottosson (Sd) 133. 10. Renate Götschl (Ö) 130. 11. Michaela Dorfmeister (Ö) 128. 12. Sarah Schleper (USA) 120. 13. Andrine Flemmen (No) und Tina Maze (Sln) 114. 15. Allison Forsyth (Ka) 94. Ferner: 16. Sonja Nef 88. 17. Marlies Oester 87. 22. Fränzi Aufdenblatten 64. 28. Lilian Kummer 29. 35. Nadia Styger 20.

Slalom (nach 6 von 10 Rennen): 1. Anja Pärson (Sd) 580. 2. Marlies Schild (Ö) 325. 3. Nicole Hosp (Ö) 306. 4. Monika Bergmann (De) 235. 5. Martina Ertl (De) und Tanja Poutiainen (Fi) 190. 7. Laure Péquegnot (Fr) 184. 8. Sonja Nef (Sz) 163. 9. Kristina Koznick (USA) 154. 10. Anna Ottosson (Sd) 141. 11. Sabine Egger (Ö) 136. 12. Elisabeth Görgl (Ö) 111. 13. Sarka Zahrobska (Tsch) 106. 14. Annemarie Gerg (De) und Christel Pascal (Fr) 100. Ferner: 22. Marlies Oester 74. 32. Corina Grünenfelder 33.

Nationen (nach 46 von 75 Wertungen): 1. Österreich 10 865 (Männer 6515+Frauen 4350). 2. USA 3039 (1551+1488). 3. Schweiz 2942 (1522+1420). 4. Italien 2936 (1843+1093). 5. Frankreich 2697 (1138+1559). 6. Deutschland 2473 (157+2316). 7. Norwegen 2173 (1784+389). 8. Schweden 1990 (579+1411). 9. Kanada 1063 (491+572). 10. Finnland 1021 (619+402). 11. Slowenien 384 (254+130). 12. Kroatien 374 (271+103). 13. Spanien 196 (0+196). 14. Grossbritannien 185 (58+127). 15. Tschechien 175 (42+133). 16. Liechtenstein 163 (156+7). 17. Slowakei 87 (0+87). 18. Japan 75 (51+24). 19. Russland 26 (26+0). 20. Andorra 12 (12+0). 21. Australien 10 (10+0). 22. Belgien 3 (0+3).

(rr/Si)

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