Ski alpin: Cuche und Défago im Aufwind
publiziert: Mittwoch, 21. Jan 2004 / 17:29 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 21. Jan 2004 / 19:44 Uhr

Die Schweizer Abfahrer hinterliessen wie schon in Bormio und Chamonix auch im Training zu den Abfahrten von Kitzbühel einen guten Eindruck. Mit Didier Cuche (4.), Didier Défago (8.) und Paul Accola (10.) klassierten sich drei in den Top Ten.

Didier Cuche liess mit einem 4. Platz aufhorchen.
Didier Cuche liess mit einem 4. Platz aufhorchen.
Wegen Nebels wurde der Start um etwa 200 m auf den Mausefalleboden herabgesetzt. Aber auch so waren die Sichtbedingungen bis zur Steilhang-Ausfahrt prekär, so dass sich die Fahrer fast blind durch den schwierigsten Teil der Streif-Piste tasten mussten.

Dennoch ergab das einzige Training zu den Abfahrten von Donnerstag und Samstag -- dazwischen steht am Freitag ein Super-G auf dem Programm -- ein repräsentatives Bild. Bestzeit fuhr Stephan Eberharter, Disziplinen-Weltcupsieger 2003 und Doppelsieger 2002, vor Weltmeister Michael Walchhofer.

Vier Hundertstel vor Didier Cuche schob sich noch der Franzose Claude Crétier, der mit der Startnummer 41 von günstigeren Bedingungen profitierte.

Cuche und Défago mischen mit

Die besseren Sichtverhältnisse nützte auch Paul Accola aus, der mit der Nummer 42 nur eine Sekunde auf Eberharter verlor und drittbester Schweizer war. "Es geht nicht darum, bester oder drittbester Schweizer zu sein", meinte der bald 37-Jährige, der schon Ende der 80er-Jahre über die Streif bretterte.

"Ich will einfach so schnell wie möglich sein." In der Abfahrt klassierte er sich indessen erst zweimal in den Top Ten: 1992 in Garmisch als Neunter und 2000 in Beaver Creek als Zehnter.

Erfreulicherweise hielten die beiden Schweizer Atomic-Piloten Cuche und Défago mit den Besten mit. Cuche, der in Kitzbühel 1998 Erster (Sprint-Abfahrt) und Zweiter (klassische Abfahrt) geworden war und insgesamt fünfmal auf dem Podest stand, blüht wie jedes Jahr am Hahnenkamm auf.

"Ich geniesse die Atmosphäre. Man wird hier auch als Ausländer geschätzt", sagt der Neuenburger, dem sich nun sechs Chancen innerhalb von elf Tagen bieten, eine verkorkste Saison zu korrigieren. Ab Donnerstag bis übernächsten Sonntag stehen in Kitzbühel und Garmisch vier Abfahrten und zwei Super-G auf dem Programm.

Auch bei Didier Défago, der in Kitzbühel die ersten Spitzenresultate seiner Karriere (7. und 4. in den Super-G´s 2000 und 2001) erzielte, ist steigende Formtendenz erkennbar.

"Die Trainings von Bormio und der gute 1. Slalom-Lauf von Chamonix haben mir Auftrieb gegeben", meint Défago, der Optimismus ausstrahlt: "Es kann im Rennen noch besser werden." Das "Aber-auch-schlechter" verschluckt er.

Hahnenkamm-Rookie Silvan Zurbriggen

Nicht nach Wunsch lief es Bruno Kernen und insbesondere Ambrosi Hoffmann. Kernen beging ausgerechnet bei den Schlüsselstellen Steilhang-Ausfahrt und Hausberg-Kante zwei Fehler. "Am Hausberg wäre ich fast gestürzt", sagte der Berner.

"Wenigstens findet jetzt wieder einmal ein Rennen statt, sonst rosten wir noch ein." Ambrosi Hoffmann lag schon nach dem Startabschnitt mit dem Steilhang fast eine Sekunde zurück und am Ziel fast drei Sekunden (35. Rang).

Auch dem Hahnenkamm-Rookie Silvan Zurbriggen, der auf die Kombination fährt, glückte seine Premiere auf der Streif nicht nach Wunsch: "Genau bei den schwierigsten Stellen unterliefen mir Fehler."

Aber er gewann auch die Erkenntnis, dass diese legendäre Piste, über die es so viele Anekdoten gibt, für einen guten Skirennfahrer durchaus zu bewältigen ist. "Nur", so der selbstkritische Zurbriggen, "blieb ich heute den Beweis schuldig, ein guter Rennfahrer zu sein." Immerhin liess Zurbriggen als 51. einen andern Hahnenkamm-Rookie, Weltcup-Leader Benjamin Raich, um über eine Sekunde hinter sich.

Insgesamt wird in Kitzbühel die Rekord-Preisgeldsumme von 505 000 Euro (fast 800 000 Schweizer Franken) vergeben. Allein die Sieger der Abfahrt vom Samstag und des Slaloms vom Sonntag erhalten 55 000 Euro (rund 80 000 Franken).

Die Trainingsresultate

Kitzbühel (Ö). Erstes Training zu den Weltcup-Abfahrten der Männer von Donnerstag und Samstag: 1. Stephan Eberharter (Ö) 1:48,93. 2. Michael Walchhofer (Ö) 0,23. 3. Claude Crétier (Fr) 0,41. 4. Didier Cuche (Sz) 0,45. 5. Kristian Ghedina (It) 0,70. 6. Hannes Trinkl (Ö) 0,76. 7. Patrik Järbyn (Sd) 0,77. 8. Didier Défago (Sz) 0,80. 9. Lasse Kjus (No) 0,92. 10. Paul Accola (Sz) 1,03.

Ferner: 16. Hermann Maier (Ö) 1,42. 17. Rolf von Weissenfluh (Sz) 1,67. 18. Antoine Dénériaz (Fr) und Bruno Kernen (Sz) 1,69. 27. Daron Rahlves (USA) 2,18. 35. Ambrosi Hoffmann (Sz) 2,72. 47. Tobias Grünenfelder (Sz) 3,14. 48. Bode Miller (USA) 3,15. 51. Silvan Zurbriggen (Sz) 3,66. 54. Benjamin Raich (Ö) 4,99. -- 58 Fahrer klassiert.

(rp/Si)

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