Ski alpin: Daron Rahlves ärgerte die Österreicher - Schweizer Reaktion blieb aus
publiziert: Freitag, 5. Dez 2003 / 23:00 Uhr

Daron Rahlves hat den Österreichern ein weiteres Mal ein Schnippchen geschlagen. Der Amerikaner gewann in Beaver Creek die erste von zwei Abfahrten und kam so zu seinem ersten Heimsieg. Die Schweizer brachten nur Franco Cavegn als Zehnten in die Top Ten.

Daron Rahlves ist derzeit in blendender Form.
Daron Rahlves ist derzeit in blendender Form.
Er habe immer davon geträumt, hier zu gewinnen, sagte Rahlves nach seinem überlegenen Sieg, den er mit 69 Hundertsteln Vorsprung herausfuhr. Rahlves sprach zudem von einem für ihn sehr "wichtigen Sieg" -- für das US-Speed-Team wars gar ein geschichtsträchtiger, denn der letzte Weltcup-Erfolg eines amerikanischen Abfahrers lag schon fast 20 Jahre zurück. Im März 1984 hatte Bill Johnson als frisch gekürter Olympiasieger in Aspen gewonnen.

Das Duell Rahlves - Österreich ist um ein Kapitel reicher. Vor knapp drei Jahren hatte der Kalifornier in St. Anton dem ÖSV-Team den WM-Titel weggeschnappt und Gold vor Stephan Eberharter und Hermann Maier gewonnen. Im vergangenen Winter stahl er den einheimischen Fahrern in Kitzbühel die Show und feierte seinen bis gestern letzten Weltcup-Sieg.

In Beaver Creek nun setzte Rahlves der beeindruckenden österreichischen Erfolgsserie ein Ende. Nach Kristian Ghedinas Sieg bei der Premiere 1997 hatten nach Abfahrten auf der "Birds of Prey" nur noch ÖSV-Athleten zuoberst auf dem Podest gestanden. Andreas Schifferer dominierte einen Tag nach dem unerwarteten Triumph des Italieners, danach dreimal, einschliesslich WM 1999, Hermann Maier und im Vorjahr Stephan Eberharter zeichneten für die grossartige Bilanz verantwortlich.

Nach dem Saisonstart in Lake Louise, wo vor allem feinfühliges Fahren und Gleiterqualitäten gefragt sind, bietet Beaver Creek das Kontrastprogramm: Auf der "Birds of Prey" mit den vielen schnellen Kurven treten die technischen Fähigkeiten in den Vordergrund -- Voraussetzungen, die eigentlich auch den Schweizern zusagen. Zu nutzen vermochten die Schweizer die Bedingungen gleichwohl nicht, die erwartete Steigerung blieb aus, am Ende schnitten die Schweizer als Team in etwa wie vor einer Woche ab.

In Bezug auf die Rückstände wars aus Schweizer Optik sogar ein Rückschritt. In Lake Louise hatte Ambrosi Hoffmann als Achter eine gute Sekunde hinter Sieger Michael Walchhofer gelegen, diesmal hätte Franco Cavegn diese Marge schneller sein müssen, um aufs Podest zu kommen. Der Bündner wäre diesem Ziel allerdings ein Stück näher gekommen, hätte er sich nicht die Kante des linken Skis an einem Stein aufgerissen. "Dadurch hatte ich in den Rechtskurven zu wenig Grip und bin unsicher geworden." Zweitbester Vertreter von Swiss-Ski war Bruno Kernen. Zufrieden mit dem 12. Rang konnte der Berner Oberländer gleichwohl nicht sein. "Das hatte noch nicht mit dem zu tun, was ich draufhabe."

Gemeinsam mit Vorjahressieger Stephan Eberharter belegte Bjarne Solbakken den 2. Platz und war damit die grosse Überraschung im Ersatzrennen für Val d´Isère. Der 26-jährige Norweger, der in seiner Heimat schon vor Jahren als potenzieller Nachfolger von Lassa Kjus und Kjetil André Aamodt gehandelt wurde, schaffte erstmals den Sprung unter die ersten drei. Erst vor einer Woche hatte er mit Platz 7 im Super-G in Lake Louise seit bisher bestes Ergebnis realisiert. In der Abfahrt hatte er es noch nie über den 9. Rang (Val d´Isère 2002) hinaus gebracht.

Obwohl die Österreicher auf der "Birds of Prey" für einmal wieder geschlagen wurden, vermochten sie als Mannschaft erneut zu überzeugen und brachten sechs Fahrer unter die ersten zehn. Dieser Bilanz wird Hermann Maier nur marginal etwas Positives abgewinnen. Der Salzburger hatte sich bei der Rückkehr auf seine Lieblingsstrecke nach drei Jahren Unterbruch mehr erhofft als den 5. Platz, zumal nach seiner Bestzeit im einzigen Training am Donnerstag. Er sei die Sache mit zuviel Gewalt angegangen, die Lockerheit habe ich gefehlt, resümierte der enttäuschte Herminator.

Die Bilanz der Österreicher wäre noch besser ausgefallen, wäre Hans Knauss nicht kurz vor dem Ziel an einem Tor vorbei gefahren. Für den Steirer ("So geärgert habe ich mich schon seit Jahren nicht mehr") war bei der letzten Messung die exakt gleiche Zwischenzeit gestoppt worden. Ein Topergebnis verpasste auch Bode Miller. Der Amerikaner war bis zu seinem Sturz, bei dem er sich einen Ski brach, nur 19 Hundertstel hinter Rahlves/Knauss zurückgelegen.

1. Daron Rahlves (USA) 1:39,59. 2. Stephan Eberharter (Ö) und Bjarne Solbakken (NO) 0,69. 4. Michael Walchhofer (Ö) 0,77. 5. Hermann Maier (Ö) 0,79. 6. Lasse Kjus (No) 0,85. 7. Johann Grugger (Ö) 1,32. 8. Hannes Trinkl (Ö) 1,52. 9. Klaus Kröll (Ö) 1,61. 10. Franco Cavegn (Sz 1,69. 11. Nicolas Burtin (Fr) 1,70. 12. Bruno Kernen (Sz) 1,74. 13. Andreas Schifferer (Ö) 1,80. 14. Kurt Sulzenbacher (It) 1,84. 15. Patrik Järbyn (Sd) 1,92.

16. Norbert Holzknecht (Ö) 1,94. 17. Aksel Lund Svindal (No) 1,98. 18. Kristian Ghedina (It) 1,99. 19. Sébastien Fournier (Fr) à 2,11. 20. Didier Cuche (Sz) 2,19. 21. Rolf von Weissenfluh (Sz) und Didier Défago (Sz) 2,20. 23. Antoine Dénériaz (Fr) 2,29. 24. Bryon Friedman (USA) 2,26. 25. Ambrosi Hoffmann (Sz) 2,30. 26. Fritz Strobl (Ö) 2,34. 27. Gregor Sparovec (Sln) 2,36. 28. Peter Fill (It) 2,29. 29. Roland Fischnaller (It) 2,51. 30. Erik Guay (Ka) 2,55.

Ferner 34. Daniel Züger (Sz) 2,96. 40. Paul Accola (Sz) 3,24. 60 Fahrer gestartet, 48 klassiert; ausgeschieden u.a.: Tobias Grünenfelder (Sz), Bode Miller (USA) und Hans Knauss (Ö).

Technische Daten: Piste Birds of Prey, 2715 m, 757 m HD, 42 Tore von Helmuth Schmalzl (FIS/It)

FIS-Audi-Weltcup. Frauen. Abfahrt (nach 1 Rennen): 1. Carole Montillet (Fr) 100. 2. Hilde Gerg (De) 80. 3. Kirsten Clark (USA) 60. 4. Sylviane Berthod (Sz) 50. 5. Daniela Ceccarelli (It) 45. 6. Catherine Borghi (Sz) 40. 7. Alexandra Meissnitzer (Ö) 36. 8. Maria Riesch (De) 32. 9. Ingrid Rumpfhuber (Ö) 29. 10. Caroline Lalive (USA) 26. -- Ferner 24. Ella Alpiger 7. 28. Fränzi Aufdenblatten 3. 30. Nadia Styger 1.

Gesamtwertung (nach 4 Rennen): 1. Anja Pärson (Sd) 280. 2. Martina Ertl (De) 177. 3. Carole Montillet (Fr) 127. 4. Sonja Nef (Sz) 121. 5. Alexandra Meissnitzer (Ö) 108. 6. Anna Ottosson (Sd) 101. 7. Maria Rienda Contreras (Sp) 96. 8. Tanja Poutiainen (Fi) 90. 9. Denise Karbon (It) 84. 10. Hilde Gerg (De) und Nicole Hosp (Ö) 80. 12. Kirsten Clark (USA) 70. 13. Marlies Oester (Sz) 66. 14. Elisabeth Görgl (Ö) und Sarah Schleper (USA) 65.

Ferner 18. Sylviane Berthod 50. 21. Catherine Borghi 40. 45. Fränzi Aufdenblatten 17. 53. Corina Grünenfelder und Lilian Kummer 14. 60. Nadia Styger 11. 67. Ella Alpiger 7.

Männer. Gesamtwertung (nach 6 Rennen): 1. Michael Walchhofer (ö) 252. 2. Hermann Maier (Ö) 225. 3. Bode Miller (USA) 213. 4. Stephan Eberharter (Ö) 181. 5. Andreas Schifferer (Ö) 179. 6. Kalle Palander (Fi) 169. 7. Bjarne Solbakken (No) 157. 8. Hans Knauss (Ö) 148. 9. Lasse Kjus (No) 147. 10. Benjamin Raich (Ö) 142. 11. Daron Rahlves (USA) 139. 12. Frédéric Covili (Fr) 130. 13. Erik Guay (Ka) 121. 14. Rainer Schönfelder (Ö) 92. 15. Arnold Rieder (It) 84.

Ferner 25. Ambrosi Hoffmann 57. 29. Franco Cavegn 50. 35. Tobias Grünenfelder und Silvan Zurbriggen 36. 42. Bruno Kernen 31. 44. Didier Défago 30. 47. Didier Cuche 29. 51. Rolf von Weissenfluh 20. 60. Paul Accola 15. 66. Marco Casanova 12. 79. Konrad Hari und Urs Imboden 6.

Abfahrt (nach 2 Rennen): 1. Michael Walchhofer (Ö) 150. 2. Daron Rahlves (USA) 113. 3. Bjarne Solbakken (No) 102. 4. Stephan Eberharter (Ö) 89. 5. Erik Guay (Ka) 81. 6. Lasse Kjus (No) 80. 7. Hermann Maier (Ö) 74. 8. Johann Grugger (Ö) 72. 9. Andreas Schifferer (Ö) 70. 10. Antoine Dénériaz (Fr) 67. 11. Franco Cavegn (Sz) 50. 12. Hans Knauss (Ö) 45. 13. Ambrosi Hoffmann (Sz) und Patrik Järbyn (Sd) 38. 15. Nicolas Burtin (Fr) 36.

21. Bruno Kernen 22. 24. Rolf von Weissenfluh 20. 29. Didier Défago 15. 30. Didier Cuche 11.

Nationenwertung: 1 Österreich 2217 (1683 Männer+534 Frauen). 2. Frankreich 754 (468+286). 3. USA 677 (456+221). 4. Schweiz 668 (328+340). 5. Italien 655 (349+306). 6. Schweden 593 (176+417). 7. Norwegen 481 (431+50). 8. Deutschland 352 (29+323). 9. Finnland 270 (180+90). 10. Kanada 201 (150+51). 11. Spanien 96 (0+96). 12. Slowenien 93 (41+52). 13. Kroatien 65 (45+20). 14. Tschechien 47 (0+47). 15. Liechtenstein 29 (29+0). 16. Japan 20 (20+0). 17. Slowakei 18 (0+18). 18. Grossbritannien 15 (0+15). 19. Australien 4 (4+0).

(von David Bernold, Beaver Creek/Si)

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