Ski alpin: Denkwürdiger Triumph fürs Schweizer Speedteam
publiziert: Sonntag, 8. Dez 2002 / 22:18 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 8. Dez 2002 / 22:37 Uhr

(Si) Sieg für Didier Cuche vor Marco Büchel, Didier Defago Vierter, Ambrosi Hoffmann Fünfter, Tobias Grünenfelder Zehnter: Die schweizerisch-liechtensteinische Trainingsgemeinschaft sorgte im Weltcup-Super-G in Beaver Creek, Colorado (USA), für einen denkwürdigen Triumph.

Didier Cuche jubelt im Ziel.
Didier Cuche jubelt im Ziel.
Ausgerechnet auf der seit 1997 befahrenen "Birds of Prey", auf der die Schweizer Speed-Fahrer einem Podestplatz bisher hinterher gefahren waren, wurde zum Abschluss der dreiwöchigen Nordamerika- Tournée der grösste Super-G-Erfolg seit den frühen Neunzigerjahren Tatsache -- sieht man einmal vom letztjährigen Saisonfinale in Altenmarkt ab, als ebenfalls Cuche gewonnen hatte, und Didier Defago Sechster und Tobias Grünenfelder Neunter geworden waren. Vorher waren die Schweizer in dieser Disziplin während zehn Jahren sieglos geblieben, der letzte Erfolg datierte aus dem Jahr 1992 (Paul Accola).

Cuches grossartiger Finish

Seinen zweiten Weltcup-Sieg im Super-G verdankt Cuche einer fantastischen Fahrt im untersten Streckenabschnitt; bei der letzten Zwischenzeit hatte er noch 51 Hundertstel (!) hinter Büchel zurück gelegen, im Ziel wies er dann acht Hundertstel Vorsprung auf und schnappte dem Triesenberger noch den Premieren-Sieg im Weltcup weg. Er habe in den ersten Toren kein Vertrauen gehabt und sei verkrampft gefahren, berichtete Cuche, da habe er sich vorgenommen, alles zu riskieren. "Denn sonst, so habe ich mir gedacht, liegst du im Ziel zwei Sekunden zurück."

Cuche hat nun vier Weltcup-Rennen gewonnen -- das erste nach seinem Skimarkenwechsel. Dass der Neuenburger danach von einer "unbeschreiblichen Freude" sprach, war verständlich, zumal nach der Rochade von Salomon zu Atomic in den Sommer- und Herbsttrainings vieles noch nicht zusammenpasste. Die acht Hundertstel Abstand sind eine Art ausgleichende Gerechtigkeit, zumal Cuche im vergangenen Winter gleich dreimal Rennen um Wimpernschläge "verloren" hatte. Mit zwei Hundertsteln (Super-G Garmisch, Riesenslalom St. Moritz) und vier Hundertsteln (Super-G Val d´Isère) musste er sich jeweils Stephan Eberharter geschlagen geben -- insgesamt ein Zehntel schneller, und Cuche hätte nun bereits sieben Weltcup-Sieg auf seinem Konto.

Wieder aufs Skifahren fokussiert

Einen Skimarkenwechsel (von Stöckli zu Head) hatte auf diesen Winter hin auch Marco Büchel vollzogen. Dies war nach einer völlig verpfuschten Olympia-Saison indes nicht die einzige Veränderung für den 31-Jährigen, der zuvor den 4. Platz vor fast drei Jahren in Kitzbühel als bislang bestes Super-G-Ergebnis ausgewiesen hatte. "Ich habe mich noch nie so intensiv auf eine Saison vorbereitet wie diesmal. Meine Konzentration galt wieder ganz dem Skisport. Die Zeit für meine Hobbys habe ich klar zurück geschraubt", sagte der passionierte Fallschirmspringer und Basejumper, der erst der zweite Super-G-Sieger aus dem "Ländle" gewesen wäre. Den einzigen Weltcup-Erfolg in dieser Sparte hatte Andreas Wenzel im Januar 1984 in Garmisch eingefahren. Büchel gilt nicht nur wegen seiner Zusammenarbeit mit Swiss-Ski als "halber Schweizer"; seit zwei Jahren ist er bekanntlich Doppelbürger.

Didier Defago verpasste das Podium um neun Hundertstel, zum ersten Sieg fehlten ihm 19 Hundertstel. Ärgern wollte sich der Walliser deshalb nicht. "Für mich ist nun wichtig, dass ich in meinen drei Diszpiplinen endlich konstant gute Resultate abliefere." Ambrosi Hoffmann sprach von einem "Riesenplausch". "Ich habe locker fahren können. Schade, ist mir dies nicht auch in der Abfahrt gelungen", sagte der Davoser nach seiner mit Abstand besten Super-G-Leistung. Über den 10. Platz (Saisonfinale Altenmarkt im März) war er noch nie hinaus gekommen. Tobias Grünenfelder deutete mit seinem 10. Rang ein weiteres Mal an, dass mit ihm in Zukunft ebenfalls in drei Disziplinen gerechnet werden kann.

Österreicher für einmal geschlagen

Zu den Geschlagenen zählten die Österreicher im Allgemeinen und Saisondominator Stephan Eberharter im Besonderen. Nach einem schweren Fehler im oberen Streckenteil kam der Zillertaler nicht über den 15. Platz hinaus. Abfahrtsweltmeister Hannes Trinkl rettete mit Rang 3 die Ehre des Austria-Teams, das mit Hans Knauss (9.) nur noch einen weiteren Fahrer in die Top ten brachte.

(David Bernold/sda)

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