Ski alpin: Die Rückkehr des ex Weltmeisters nach Sestriere
publiziert: Dienstag, 9. Mrz 2004 / 12:21 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 9. Mrz 2004 / 15:24 Uhr

Obwohl er über einen 21. Trainingsrang nicht hinaus kam, war der ehemalige Weltmeister Bruno Kernen in Sestriere der begehrteste Mann. Da mussten selbst Fritz Strobl (1.), Eberharter (2.), Maier (nur 16.) oder Didier Cuche (8.) als bester Schweizer zurückstehen.

Bruno Kernen ist wieder zurück. (Bild: Archiv)
Bruno Kernen ist wieder zurück. (Bild: Archiv)
Im Alter von 31 1/2 Jahren kehrt der vierfache Abfahrtssieger Bruno Kernen erstmals auf eine Piste zurück, auf der er schon gewonnen hat. In Veysonnaz, wo er 1996 einen denkwürdigen Doppelsieg feierte, wurde seither keine Abfahrt mehr ausgetragen. Am Lauberhorn, wo er im letzten Jahr siegte, wurde das diesjährige Rennen abgesagt -- in Sestriere hat er nun seinen ersten Auftritt als ehemaliger Sieger und Weltmeister von 1997.

"Bei der Besichtigung hatte ich noch ein gutes Gefühl", meinte Kernen, "im Training war es aber schrecklich." Keine Kurve habe er richtig fahren können: "Ich bin von oben bis unten nur gerutscht." 3,19 Sekunden Rückstand läpperten sich so zusammen. Dabei war laut Kernen die Schlüsselstelle, die "curva acqua minerale", wo seinerzeit die Österreicher reihenweise rausflogen, einfacher zu fahren als damals: "Viel ruhiger als 1997, wie überhaupt die ganze Strecke mit der neuen Kurssetzung schwer zu vergleichen ist."

Die vergessene Startnummer 14

Als er mit dem Sessellift raufgefahren sei, hätte er noch in 97-er-Erinnerungen geschwelgt, "aber bei der Besichtigung habe ich sie wieder auf die Seite gelegt." Hin und wieder schoss ihm das eine oder andere durch den Kopf, so die Geschichte um die Startnummer. Die 14 wars. Er hatte sie damals im Hotel vergessen und den damaligen Cheftrainer Theo Nadig zur Weissglut gebracht. Erst kurz vor dem Start brachte sie einer. Heute könnte das nicht mehr passieren. Der Physiotherapeut bringt sie jeweils an den Start. Keine "Lex Kernen", sondern aus organisatorischen Gründen.

Sein Ziel für heute Mittwoch verpackt Kernen in eine allgemeine Formulierung: "Nochmals alles geben und im doppelten Sinn das Rennen nochmals geniessen." Mit dem zusätzlichen Genuss meint er einen Spitzenplatz. Ansonsten war der Genussfaktor in diesem Winter mit vier Top-Ten-Klassierungen und einem 6. Platz als Bestresultat relativ gering. Auch bezüglich Material war nicht alles optimal. Der Rossignol, der in 1997 zum WM-Titel und im letzten Jahr zum Lauberhornsieg getragen hatte, ist noch nicht so ausgereift, dass er bei allen Verhältnissen konkurrenzfähig ist. "Da müssen wir noch hart arbeiten", sagt Kernen, der 2002 bei der Rückkehr auf diese Marke einen Vier-Jahres-Vertrag abgeschlossen hatte.

Schon der 8. Cheftrainer für Kernen

Nicht viele Gedanken macht er sich bezüglich des neuen Cheftrainers: "Ich habe volles Vertrauen in Gian Gilli". Wie sollte es ihn stark beschäftigen: "Es ist nach Karl Frehsner, Jean-Pierre Fournier, Jacques Reymond, Theo Nadig, François Sedan, Dieter Bartsch und nochmals Frehsner bereits mein achter Cheftrainer." Wichtiger ist ihm sein neuer (?) Abfahrtstrainer, mit dem er baldmöglichst zusammensitzen will: "55 Trainingstage auf Schnee, das sind für mich 20 zuviel. Ich bin nicht mehr 20. Die Automatismen und Bewegungsabläufe sind drin."

65 Punkte fehlen Kernen noch zur 400-Punkte-Grenze, die ihm verschiedene Privilegien eintrüge. Dazu bräuchte es in den beiden verbleibenden Rennen (Abfahrt und Super-G) einen 7. und 8. Platz. Erst Cuche und Hoffmann, auch im Training die besten Schweizer, haben dieses Ziel erreicht. Für das Rennen dämpft aber Hoffmann die Erwartungen: "Wenn ich ehrlich bin, traue ich mir hier nicht viel zu. Es kann gut gehen, aber kaum top. Mir fehlt die Sicherheit." Seit St. Anton pröbelt Hoffmann am neuen Ski, der zwar gut gleitet, in den Kurven aber noch Defizite hat.

Ungewohnt skeptisch ist auch Hermann Maier, der sich mit einem 16. Trainingsrang zufrieden geben musste. "Für mich wars zu früh und zu kalt", meinte der Herminator, der vor Miller (-67), Eberharter (-82) und Raich (-102) den Gesamtweltcup anführt. In der Tat mussten die Abfahrer schon morgens um 07.15 auf die Besichtigung, und der Trainingslauf begann um 09.30 Uhr (wie auch das Rennen vom Mittwoch). Dazu herrschte abnormale Kälte. Die Schneetemperatur betrug -20 Grad, war so tief wie nie den ganzen Winter. Ein Trost für Maier: Ausser Eberharter (2. hinter Strobl) kamen auch die übrigen Anwärter auf den Gesamtsieg nicht auf Touren: Raich erreichte nur den 23., Miller den 26. Platz.

Sestriere (It). Weltcup-Final. Abfahrt. Männer. Einziges Training: 1. Fritz Strobl (Ö) 1:53,38. 2. Stephan Eberharter (Ö) 0,34 zurück. 3. Kristian Ghedina (It) 0,39. 4. Michael Walchhofer (Ö) und Antoine Dénériaz (Fr) je 0,87. 6. Christoph Gruber (Ö) 0,91. 7. Andreas Schifferer (Ö) 1,13. 8. Didier Cuche (Sz) 1,33. 9. Alessandro Fattori (It) 1,35. 10. Daron Rahlves (USA) 1,38.

Ferner: 12. Ambrosi Hoffmann (Sz) 1,83. 16. Hermann Maier (Ö) 2,74. 18. Didier Défago (Sz) 2,87. 19. Paul Accola (Sz) 2,91. 21. Bruno Kernen (Sz) 3,19. 23. Benjamin Raich (Ö) 4,18. 26. Bode Miller (USA) 4,97. 27. Marco Büchel (Lie) 5,04. -- 28 Teilnehmer.

(rr/Si)

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