Ski alpin: Energiebündel Pärson fährt allen davon
publiziert: Dienstag, 16. Dez 2003 / 16:30 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 16. Dez 2003 / 16:50 Uhr

Die Schweizer Dutzendresultate im Weltcup häufen sich. Im Frauen-Slalom von Madonna di Campiglio schaffte es nicht einmal eine in die Top 15. Sonja Nef musste sich als Beste mit dem 17. Platz begnügen. Der Sieg ging ein weiteres Mal an Anja Pärson (Sd).

Die Schwedin legte den Grundstein für den Sieg im ersten Lauf.
Die Schwedin legte den Grundstein für den Sieg im ersten Lauf.
Damit gibt es in dieser Saison schon ein halbes Dutzend Weltcuprennen ohne Schweizer Top-Ten-Klassierung. Im Männer-Slalom von Madonna hatte Silvan Zurbriggen als Bester den 11. Platz belegt. Bildeten früher Siege das Mass der Dinge und war man in den letzten Jahr auch mit Podestplätzen zufrieden, so scheinen für die Schweizer Skifahrer mittlerweile selbst die ersten Zehn zu einer schwer überwindbaren Hürde zu werden -- das gibt zu denken.

Trainer Puelacher: "Ohne Mut und Entschlossenheit"

Das ärgert auch den Schweizer Technikerinnen-Trainer Andy Puelacher. "Unsere Fahrerinnen hatten angesichts der steilen Männer-Piste die Hosen voll", kritisierte er in saloppem Ton. "Ihnen fehlte Mut und Entschlossenheit. Dabei sind sie ja keine 17-Jährigen mehr".

Sandra Gini, die ein weiteres Mal die Qualifikation verpasste, wird den zweiten Slalom vom Mittwoch nicht mehr bestreiten. "Eine Sandra Gini im Training und im Europacup oder im Weltcup sind zwei verschiedene Menschen", sagt Puelacher, "im Training fährt sie zuweilen sogar Bestzeiten, aber im Weltcup ist sie total verkrampft. Mit einem Rückstand von 4,25 Sekunden kam sie über den 47. Rang nicht hinaus. Die ehemalige WM-Medaillengewinnerin bei den Junioren wird nun im Europacup versuchen, wieder Selbstvertrauen zu tanken.

Nefs Dilemma zwischen alten und neuen Ski

Sonja Nef, in Park City noch sensationelle Zweite, verpatzte schon den ersten Lauf vollständig und konnte sich auch im zweiten Lauf nur unwesentlich vom 22. auf den 17. Platz steigern. Im erten Lauf liess sie sich durch einen Funkspruch irritieren: "Man sagte mir, dass der Kurs stark drehe. Deshalb fuhr ich viel zu vorsichtig und verbremste den ganzen Lauf."

Dazu hatte Sonja noch ein anderes Problem. Erst vor wenigen erhielt sie wie alle Völkl-Fahrerinnen neue Slalom-Ski, auf denen sie sich nach nur wenigen Testläufen im Steilen noch nicht sicher fühlte. Im zweiten Lauf kehrte sie auf ihre alten Latten zurück, die sie auch heute Mittwoch einzusetzen gedenkt. Alle Markenkolleginnen taten das gleiche -- ausser Kristina Koznick. Und die war am Schluss immerhin Fünfte.

Corina Grünenfelder fuhr auf dem von ihrem Freund Michael Bont, dem Trainer der Finninnen, ausgeflaggten ersten Lauf eine starke erste Hälfte (nur 0,53 Sekunden Rückstand/6. Zeit), verlor aber im unteren Teil mehr als zwei Sekunden und fiel auf den 29. Rang zurück. Im zweiten Durchgang steigerte sie sich auf den 18. Platz unmittelbar hinter Sonja Nef. Marlies Oester, 15. nach dem 1. Lauf, stürzte.

Anja Pärson in Stenmarks Spuren

Eine Klasse für sich war auch in diesem Slalom Anja Pärson. Die Schwedin, die bis auf den Riesenslalom von Alta Badia (4.) in allen technischen Bewerben auf dem Podest stand, errang in Madonna mit 0,81 Vorsprung vor Laure Péquegnot (Fr) und 1,10 vor Nicole Hosp (3. Podestplatz in diesem Winter) den dritten Saisonsieg und den 14. insgesamt.

Damit tritt sie in den Spuren von Ingemar Stenmark, der in Madonna di Campiglio acht Mal (!) gewonnen hatte. "Es macht Spass, auf so selektiven Männer-Strecken wie Alta Badia oder Madonna di Campiglio zu fahren", meinte Pärson, "ich hoffe, bald wieder auf solchen Pisten zurückkehren zu dürfen." Vorübergehend wendet sich Pärson aber anderen Pisten zu: In St. Moritz versucht sie sich erstmals in der Abfahrt: "Wenn ich im Training unter die ersten 15 oder 20 komme, bestreite ich vermutlich auch das Rennen. Den Entscheid überlasse ich den Trainern." Eines ist klar: Der Weltcup wird dieses Jahr nur über Anja Pärson führen.

Weltcup-Slalom Frauen Madonna di Campiglio. Schlussklassement:

1. Anja Pärson Sd Salomon 1:40,68 2. Laure Péquegnot Fr Salomon 1:41,49 0,81 3. Nicole Hosp Ö Völkl 1:41,78 1,10 4. Christel Pascal Fr Salomon 1:41,87 1,19 5. Kristina Koznick USA Völkl 1:42,02 1,34 6. Anna Ottosson Sd Dynastar 1:42,03 1,35 7. Marlies Schild Ö Atomic 1:42,07 1,39 8. Tanja Poutiainen Fi Rossignol 1:42,20 1,52 9. Martina Ertl De Rossignol 1:42,23 1,55 10. Trine-Bakke Rognmo No Dynastar 1:42,27 1,59

11. Sarah Schleper (USA), Rossignol, 1,69 zurück. 12. Veronika Zuzulova (Slk), Rossignol, 1,72. 13. Monika Bergmann (De), Völkl, 2,13. 14. Sarka Zahrobska (Tsch), Head, 2,71. 15. Annalisa Ceresa (It), Völkl, 2,82.

16. Sabine Egger (Ö), Head, 2,92. 17. Sonja Nef (Sz), Völkl, 3,08. 18. Corina Grünenfelder (Sz), Nordica, 3,15. 19. Nika Fleiss (Kro), Atomic, und Karin Truppe (Ö), Fischer, 3,18. 21. Annemarie Gerg (De), Nordica, 3,19. 22. Elisabeth Görgl (Ö), Völkl, 3,33. 23. Susanne Ekman (Sd), Salomon, 3,53. 24. Manuela Mölgg (It), Fischer, 3,62. 25. Resi Stiegler (USA), Dynastar, 3,67. 26. Maria Riesch (De), Head, 4,03. 27. Karina Birkelund (No), Dynastar, 4,33. 28. Julia Mancuso (USA), Rossignol, 21,62 (ohne Weltcup-Punkte).

(bert/Si)

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