Ski alpin: Grünenfelder mit Podestplatz
publiziert: Sonntag, 1. Feb 2004 / 12:03 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 1. Feb 2004 / 16:01 Uhr

Die Schweizer Männer trumpften in Garmisch übers Wochenende nicht mehr so gross auf wie in der Abfahrt vom Freitag, doch sie enttäuschten nicht: Tobias Grünenfelder (3. im Super-G) und Didier Défago (4. in der Abfahrt) führten eine Equipe an, die zweimal zu dritt in den Top 10 vertreten war.

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Die Sieger kamen wieder aus Österreich: Stephan Eberharter feierte in der Abfahrt vom Samstag nach den Erfolgen von Chamonix und Kitzbühel II ebenso seinen dritten Saisonsieg wie Hermann Maier, der den Super-G vom Sonntag gewann. Zuvor hatte Maier in Lake Louise (Super-G) und in Beaver Creek (Abfahrt) triumphiert.

Das Erfreulichste aus Schweizer Sicht vorneweg: Die Schweiz verfügt nach Garmisch wieder über zwei Fahrer mehr, die sich ganz vorne einreihen können. Mit Grünenfelder und Défago reüssierten ausgerechnet zwei, die im bisherigen Winter fast durchwegs neben den Schuhen standen.

Grünenfelder wie im Vorjahr

Der Glarner Tobias Grünenfelder hatte vor dem Garmischer Wochenende zwei 13. Plätze (Super-G Kitzbühel und Riesenslalom Sölden) als beste Ergebnisse ausgewiesen. Zu oft sah sich der 26-Jährige aber weit hinten im Klassement. So auch in den Garmischer Abfahrten, die er beide als 29. beendete. Doch im Super-G vom Sonntag war alles anders: "Der Garmischer Super-G liegt mir halt einfach. Es war eigentlich alles genauso wie im Vorjahr." Schon letzten Winter hatte er in Garmisch überrascht. Damals war er als Dritter erstmals in seiner Karriere aufs Podest gefahren, nun gelang ihm dies ein zweites Mal.

Dank dem Glarner hat sich nun auch die Podiumsbilanz der Schweizer Männer markant aufgehellt. Innert gut einer Woche realisierte er den dritten "Stockerl-Platz". Ambrosi Hoffmann hatte in der Kitzbüheler Abfahrt (3.) den Bann gebrochen, Didier Cuche liess am Freitag gar einen Abfahrtssieg folgen, und in der Abfahrt vom Samstag hatte nur wenig gefehlt, und die Schweiz stünde mit vier Podiumsplätzen da.

Denn auch der Walliser Didier Défago, der vor Garmisch eine Enttäuschung nach der anderen erlebte, meldete sich eindrücklich zurück. Vor dem Garmischer Wochenende hatte sich der 26-Jährige, der letzte Saison im Super-G von Val Gardena zum Siegfahrer avanciert war, kein einziges Mal in den ersten 15 klassiert. Und nun liess er dem 14. Platz vom Freitag eine Steigerung auf Rang 4 folgen, seinem besten Abfahrts-Resultat überhaupt. Fünfter war er im März 2001 in Kvitfjell geworden.

Défago sieht wieder Licht im Tunnel

"Endlich ist mir wieder einmal eine Fahrt aufgegangen", durfte Didier Défago im Ziel sagen. Endlich sieht er wieder Licht im Tunnel. Im letzten Winter hatte er nach hervorragendem Beginn gegen Ende der Saison kräftemässig stark abgebaut. Vor allem deshalb setzte er vor dem aktuellen Winter auf vermehrtes Krafttraining. Doch das zahlte sich nicht aus. "Ich habe keinen gezielten Formaufbau auf einen späteren Zeitpunkt vorgenommen. Gewiss wollte ich den Winter nicht ganz so forsch angehen wie im Jahr zuvor, aber so war das bestimmt nicht geplant. Es war vielmehr so, dass der schlechte Saisonbeginn zu einer immer grösseren Verunsicherung geführt hat", meinte Défago.

Didier Cuche und Bruno Kernen blieb es zweimal vorbehalten, die Schweizer Top-10-Bilanz zu ergänzen. Cuche wurde Sechster im Super-G und Neunter in der Abfahrt, Kernen fuhr zweimal auf Platz 8. Cuche meisterte in der Abfahrts vom Samstag den obersten Streckenabschnitt mit dem Tröglhang nicht mehr so brillant wie in der ersten Abfahrt: "Das war es dann schon, so konnte ich im Kampf um die Podestplätze nicht mehr mitreden." Mit seiner Leistung im Super-G war er zufrieden: "Mit der Nummer 28 war es schon sehr schwer. Es gab bereits viele Schläge. Umso mehr muss ich Hermann Maier bewundern, der mit der 30 noch gewinnen konnte."

Bruno Kernen fuhr im Super-G erstmals in diesem Winter unter die ersten 10. Er beurteilte seine Vorstellungen als grundsätzlich gut: "Es fehlt nur wenig, vielleicht auch ein bisschen Rennglück. Denn die 8. Ränge sind noch nicht das, was ich eigentlich will. In der Abfahrt vom Samstag wäre es möglich gewesen, aufs Podest zu fahren."

Raich mit Hirnerschütterung -- Super-G-Kugel für Maier

Im Kampf um den Gesamt-Weltcup zeichnet sich ein österreichischer Dreikampf ab. Hermann Maier, der am 23. Februar 1997 in Garmisch den ersten seiner inzwischen 45 Weltcupsiege gefeiert hatte, übernahm wieder die Führung. Er liegt jetzt 4 Punkte vor Benjamin Raich, der auf die Abfahrten verzichtet hatte, dann aber im Super-G stürzte. Raich erlitt eine Hirnerschütterung und ein Schleudertrauma. Ob er nächste Woche in Adelboden starten kann, ist noch fraglich. Und 51 Punkte hinter Maier lauert Titelverteidiger Eberharter, der am Samstag in einer brutal schweren Abfahrt zum 28. Mal in seiner Karriere triumphierte, am Sonntag im Super-G wegen eines Fehlers im Schlussteil aber nur Neunter wurde.

Eines ist Hermann Maier definitiv nicht mehr zu nehmen: Da nur noch zwei Super-G ausstehend sind, steht der Salzburger bereits jetzt als Gesamtsieger im Super-G-Weltcup fest. 190 Punkte liegt Maier vor dem derzeit verletzten Norweger Lasse Kjus, für den die Saison bereits vorbei ist. Die kleine Kristallkugel für den Super-G geht zum bereits fünften Mal an den Herminator, der vor seinem schweren Motorrad-Unfall von 1998 bis 2001 viermal in Serie diese Wertung gewann.

Garmisch-Partenkirchen (De). Weltcup-Super-G Männer, Schlussklassement: 1. Hermann Maier (Ö) 1:18,09. 2. Pierre-Emmanuel Dalcin (Fr) 0,07 zurück. 3. Tobias Grünenfelder (Sz) 0,37. 4. Andreas Schifferer (Ö) 0,45. 5. Patrik Järbyn (Sd) 0,55. 6. Didier Cuche (Sz) 0,58. 7. Stephan Görgl (Ö) 0,62. 8. Bruno Kernen (Sz) 0,64. 9. Stephan Eberharter (Ö) 0,69. 10. Fritz Strobl (Ö) 0,79. 11. Hans Knauss (Ö) 0,80. 12. Hannes Trinkl (Ö) 0,85. 13. Daron Rahlves (USA) 0,86. 14. Bjarne Solbakken (No) 0,89. 15. Peter Fill (It) 0,90.

16. Didier Défago (Sz) 0,93. 17. Bode Miller (USA) 1,06. 18. Aksel Lund Svindal (No) 1,18. 19. Johann Grugger (Ö) 1,47. 20. Stefan Stankalla (De) 1,55. 21. Paul Accola (Sz) 1,56. 22. Arnold Rieder (It) 1,59. 23. François Burque (Ka) 1,67. 24. Ambrosi Hoffmann (Sz) 1,71. 25. Jakub Fiala (USA) 1,75. 26. Alessandro Fattori (It) 1,81. 27. David Anderson (Ka) 1,87. 28. Vincent Lavoie (Ka) 2,02. 29. Florian Eckert (De) 2,20. 30. Roland Fischnaller (It) 2,25.

31. Marco Büchel (Lie) 2,29. -- 51 Fahrer gestartet, 41 klassiert; Ausgeschieden oder disqualifiziert u.a. : Michael Gufler (It), Benjamin Raich, Michael Walchhofer und Christoph Gruber (alle Ö).

Technische Daten: Piste Kandahar, 2270 m, 632 m HD, Kurssetzer (zum ersten Mal) Franz Heinzer (Sz), 42 Tore.

Männer. Super-G (nach 5 von 7 Rennen): 1. Hermann Maier (Ö) 420. 2. Lasse Kjus (No) 230. 3. Daron Rahlves (USA) 218. 4. Stephan Eberharter (Ö) 210. 5. Bjarne Solbakken (No) 189. 6. Michael Walchhofer (Ö) 166. 7. Hans Knauss (Ö) 157. 8. Andreas Schifferer (Ö) 156. 9. Didier Cuche (Sz) 153. 10. Patrik Järbyn (Sd) 151. 11. Benjamin Raich (Ö) 115. 12. Peter Fill (It) 107. 13. Tobias Grünenfelder (Sz) 106. 14. Aksel Lund Svindal (No) 102. 15. Pierre-Emmanuel Dalcin (Fr) 99.

Ferner: 16. Ambrosi Hoffmann 86. 17. Bruno Kernen 80. 22. Paul Accola 65. 26. Didier Défago 41. 42. Konrad Hari 6.

Gesamtwertung (nach 26 von 35 Wertungen): 1. Hermann Maier (Ö) 922. 2. Benjamin Raich (Ö) 918. 3. Stephan Eberharter (Ö) 871. 4. Lasse Kjus (No) 824. 5. Bode Miller (USA) 772. 6. Daron Rahlves (USA) 674. 7. Michael Walchhofer (Ö) 653. 8. Hans Knauss (Ö) 631. 9. Kalle Palander (Fi) 624. 10. Andreas Schifferer (Ö) 582. 11. Didier Cuche (Sz) 495. 12. Bjarne Solbakken (No) 457. 13. Rainer Schönfelder (Ö) 404. 14. Fritz Strobl (Ö) 392. 15. Ambrosi Hoffmann (Sz) 359.

Ferner: 20. Bruno Kernen 304. 27. Silvan Zurbriggen 236. 31. Didier Défago 214. 40. Tobias Grünenfelder 156. 44. Paul Accola 135. 62. Franco Cavegn 74. 91. Rolf von Weissenfluh 29. 99. Marco Casanova 21. 107. Urs Imboden 16. 127. Konrad Hari 6.

Nationen (nach 55 von 75 Wertungen): 1. Österreich 12500 (Männer 7673+Frauen 4827). 2. Schweiz 3751 (2045+1706). 3. Italien 3596 (2154+1442). 4. USA 3495 (1789+1706). 5. Frankreich 3110 (1285+1825). 6. Deutschland 2990 (225+2765). 7. Norwegen 2248 (1859+389). 8. Schweden 2145 (709+1436). 9. Kanada 1210 (537+673). 10. Finnland 1093 (691+402). 11. Slowenien 446 (316+130). 12. Kroatien 374 (271+103). 13. England 197 (58+139). 14. Spanien 196 (0+196). 15. Liechtenstein 182 (175+7).

16. Tschechien 175 (42+133). 17. Japan 89 (65+24). 18. Slowakei 87 (0+87). 19. Russland 26 (26+0). 20. Andorra 12 (12+0). 21. Australien 10 (10+0). 22. Belgien 3 (0+3).

(rr/news.ch mit Agenturen)

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