Ski alpin: In der 48. Prüfung der erste Schweizer Sieg
publiziert: Freitag, 30. Jan 2004 / 17:10 Uhr / aktualisiert: Freitag, 30. Jan 2004 / 17:46 Uhr

Die Schweizer können es doch noch: Didier Cuche alle hinter sich und errang in der ersten der beiden Garmischer Abfahrten den ersten Saisonsieg für unser Land, das zudem gleich zu viert in den Top 10 vertreten war.

Darauf haben die Schweizer Fans lange warten müssen: Didier Cuche zuoberst auf dem "Stockerl".
Darauf haben die Schweizer Fans lange warten müssen: Didier Cuche zuoberst auf dem "Stockerl".
Der Sieg von Didier Cuche überstrahlte alles, aber nicht minder erfreulich war die Tatsache, dass die Schweizer Abfahrer für einmal selbst mannschaftlich mit den Österreichern mithalten konnten.

Bruno Kernen schaffte als Sechster sein bestes Saison-Ergebnis, Ambrosi Hoffmann, zuletzt Dritter in Kitzbühel, fuhr als Achter zum vierten Mal in diesem Winter in die Top 10, der unverwüstliche Paul Accola egalisierte als knapp 37-Jähriger sein bestes Abfahrts-Resultat, und auch Didier Défago (14.) hatte sich bis anhin noch nie unter den besten 15 eingereiht.

Nicht weniger als 10 Nationen hatten in der laufenden Saison zumindest einen Weltcupsieg bejubeln können. Dank Didier Cuche kam nun auch endlich die Schweiz als elfter Verband hinzu. Dass der Neuenburger ausgerechnet in Garmisch triumphierte, war schon fast bezeichnend.

"Hier wachsen mir Flügel, ähnlich wie in Kitzbühel", sagt Cuche. Letzten Winter hatte er in Garmisch hinter Stephan Eberharter Platz 2 belegt, die Saison zuvor war er in den beiden Super-G ebenfalls Zweiter, und vor drei Jahren hatte er es als Dritter ebenfalls aufs Podest geschafft.

Doch diesmal, bei seinem fünften Podiums-Vorstoss in Serie, fuhr ihm keiner vor die Nase, wenngleich es am Ende noch knapp wurde: Der Amerikaner Daron Rahlves verlor als Zweiter 8 Hundertstel, Eberharter büsste als Dritter 0,21 Sekunden ein.

So durfte Cuche seinen fünften Weltcupsieg bejubeln, den erst zweiten in der Abfahrt, nachdem er vor sechs Jahren die Sprint-Abfahrt von Kitzbühel für sich entschieden hatte. Seinen bisher letzten Sieg hatte er letzten Winter im Super-G von Beaver Creek errungen.

Den Grundstein zum Garmischer Erfolg legte er im obersten Streckenabschnitt mit dem Tröglhang. Dort holte sich Cuche eine Reserve, die er bis ins Ziel verteidigte. Von einer perfekten Fahrt wollte er gleichwohl nicht sprechen: "Man kann es immer noch ein bisschen machen. Doch heute hat vieles gepasst: Material, Selbstvertrauen und auch der Anzug."

Alte Anzüge, neuer Erfolg

Seit den Trainings von Bormio kurz vor Silvester fahren die Schweizer wieder die letztjährigen Renndresses, nachdem interne Tests ergeben hatten, dass die schlechten Ergebnisse zu Beginn womöglich auch mit der Beschaffenheit der neuen Anzüge zu erklären sind.

Und man kann von dieser Geschichte halten was man will: Seit die Schweizer wieder im alten Gewand zu Tale brausen, sind sie wieder konkurrenzfähiger.

Das zeigte sich zunächst zwar nur in den Trainings von Bormio und Chamonix, in jener Phase, als ständig Abfahrten wegen schlechtem Wetter abgesagt werden mussten. Doch dann kam Kitzbühel mit dem ersten Podestplatz der Saison (Hoffmann) und nun Garmisch.

Bruno Kernen (9. in Chamonix und 10. in Kitzbühel) steigerte sich in Garmisch auf den 6. Platz. "Wenn man sein bestes Saisonergebnis herausfährt, muss man zufrieden sein", erklärte der Berner, "ich glaube, wir haben nun definitiv die Wende zum Guten eingeleitet."

Ihm selber sei gelungen, was er sich vorgenommen habe: "In Kitzbühel stand ich noch zu stur und hart auf dem Ski, hier habe ich es nicht mit der Brechstange versucht, das zahlte sich aus." Kernen, der Lauberhorn-Gewinner des Vorjahres, war vor Cuche der bisher letzte Schweizer Abfahrtssieger.

Auch Ambrosi Hoffmann war -- mit wenigen Abstrichen -- zufrieden. "Oben fand ich meinen Rhythmus nicht sofort, aber danach lief es mir nicht schlecht." Gefreut hatte er sich am morgen, als er feststellen durfte, dass gegenüber dem Vortag die Temperaturen gefallen waren.

Bei kaltem Wetter verfügt er über gutes Material, wie auch sein Stöckli-Markenkollege Paul Accola, der eine starke Vorstellung bot. Neunter in einer Abfahrt war der Davoser erst zweimal: Im Dezember 2000 in Beaver Creek und vor 12 Jahren in ... Garmisch.

Das löste bei Accola eine besondere Genugtuung aus, wenngleich er festgehalten haben wollte: "Ich kann es noch besser. Acht waren noch vor mir..." Wenn er nicht daran glauben würde, dass er es ganz nach vorne schaffen würde, so Accola, müsste er ja aufhören. Und genau dies ist seine Absicht nicht. Schliesslich wird er am 20. Februar erst 37.

Schlussklassement:

1. Didier Cuche (Sz) 1:59,49. 2. Daron Rahlves (USA) 0,08 zurück. 3. Stephan Eberharter (Ö) 0,21. 4. Fritz Strobl (Ö) 0,71. 5. Hermann Maier (Ö) 0,83. 6. Bruno Kernen (Sz) 0,91. 7. Alessandro Fattori (It) 1,02. 8. Ambrosi Hoffmann (Sz) 1,05. 9. Paul Accola (Sz) 1,08. 10. Antoine Dénériaz (Fr) und Hans Knauss (Ö) 1,11.

12. Christoph Gruber (Ö) 1,18. 13. Andreas Schifferer (Ö) 1,26. 14. Didier Défago (Sz) 1,31. 15. Hannes Trinkl (Ö) 1,61. 16. Peter Fill (It) 1,70. 17. Klaus Kröll (Ö) 1,84. 18. Bjarne Solbakken (No) und Roland Fischnaller (It) 1,86. 20. Kristian Ghedina (It) 1,93. 21. Bryon Friedman (USA) 1,94. 22. Kurt Sulzenbacher (It) 2,02. 23. Pierre-Emmanuel Dalcin (Fr) 2,07. 24. Florian Eckert (De) 2,12. 25. Patrik Järbyn (Sd) 2,15.

26. Marco Büchel (Lie) 2,18. 27. Bode Miller (USA) 2,19. 28. Luca Cattaneo (It) 2,67. 29. Tobias Grünenfelder (Sz) und Yannick Bertrand (Fr) 2,82.

Ferner: 34. Jürg Grünenfelder 3,28. 35. Rolf von Weissenfluh 3,44. -- Ausgeschieden u.a. Michael Walchhofer (Ö). -- 45 Fahrer gestartet, 41 klasssiert.

Technische Daten: Piste Kandahar, 960 m HD, 3455 m, 960 m HD, Kurssetzer Helmuth Schmalzl (FIS), 46 Tore.

Gesamtwertungen:

Männer. Abfahrt (nach 8 von 12 Rennen): 1. Stephan Eberharter (Ö) 491. 2. Daron Rahlves (USA) 435. 3. Michael Walchhofer (Ö) 390. 4. Hermann Maier (Ö) 363. 5. Hans Knauss (Ö) 320. 6. Lasse Kjus (No) 316. 7. Antoine Dénériaz (Fr) 252. 8. Fritz Strobl (Ö) 243. 9. Andreas Schifferer (Ö) 232. 10. Didier Cuche (Sz) 207.

11. Ambrosi Hoffmann (Sz) 198. 12. Bruno Kernen (Sz) 166. 13. Klaus Kröll (Ö) 164. 14. Bjarne Solbakken (No) 149. 15. Hannes Trinkl (Ö) 148. Ferner: 23. Franco Cavegn 74. 28. Paul Accola 58. 29. Didier Défago 56. 35. Rolf von Weissenfluh 29. 46. Tobias Grünenfelder 12.

Gesamtwertung (nach 26 von 40 Wertungen): 1. Benjamin Raich (Ö) 918. 2. Lasse Kjus (No) 824. 3. Hermann Maier (Ö) 777. 4. Bode Miller (USA) 755. 5. Stephan Eberharter (Ö) 742. 6. Michael Walchhofer (Ö) 638. 7. Daron Rahlves (USA) 636. 8. Kalle Palander (Fi) 624. 9. Hans Knauss (Ö) 591. 10. Andreas Schifferer (Ö) 512.

11. Bjarne Solbakken (No) 439. 12. Didier Cuche (Sz) 426. 13. Rainer Schönfelder (Ö) 404. 14. Ambrosi Hoffmann (Sz) 339. 15. Giorgio Rocca (It) 320.

Ferner: 25. Bruno Kernen 240. 26. Silvan Zurbriggen 236. 38. Didier Défago 149. 48. Paul Accola 113. 51. Tobias Grünenfelder 94. 60. Franco Cavegn 74. 88. Rolf von Weissenfluh 29. 99. Marco Casanova 21. 106. Urs Imboden 16. 124. Konrad Hari 6.

Nationenwertung (nach 49 von 75 Wertungen): 1. Österreich 11424 (Männer 6960+Frauen 4464). 2. USA 3286 (1724+1562). 3. Schweiz 3283 (1743+1540). 4. Italien 3258 (2042+1216). 5. Frankreich 2790 (1174+1616). 6. Deutschland 2720 (212+2508). 7. Norwegen 2217 (1828+389). 8. Schweden 2051 (640+1411). 9. Kanada 1118 (516+602). 10. Finnland 1093 (691+402).

11. Slowenien 446 (316+130). 12. Kroatien 374 (271+103). 13. Spanien 196 (0+196). 14. England 194 (58+136). 15. Tschechien 175 (42+133). 16. Liechtenstein 168 (161+7). 17. Japan 89 (65+24). 18. Slowakei 87 (0+87). 19. Russland 26 (26+0). 20. Andorra 12 (12+0). 21. Australien 10 (10+0). 22. Belgien 3 (0+3).

(von Werner Eisenring, Garmisch /Si)

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