Ski alpin: Jahr 1 nach MvG - Wo steht Sonja Nef?
publiziert: Donnerstag, 23. Okt 2003 / 18:45 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 23. Okt 2003 / 19:10 Uhr

Am Wochenende beginnt in Sölden das Jahr 1 ohne Michael von Grünigen, während eines Jahrzehnts Garant für Podestplätze und Siege. Bei den Frauen ist Leaderin Nef zwar wieder da, aber wo steht sie nach ihrer Verletzung?

Die Riesenslaloms bei Gletscher-Openings, sei es in Tignes oder - wie in den letzten vier Jahren - in Sölden, brachten in der Regel erfreuliche Resultate für das Schweizer Team. Fast in jedem Jahr stand mindestens ein(e) Swiss-Ski-FahrerIn auf dem Podest.

Die Rennen in Sölden sind eine Art Zwitter. Sie besitzen wohl einen Stellenwert wie jeder andere Weltcup-Anlass, anderseits handelt es sich doch nur um einen Prolog zur Skisaison.

Danach dauert es fast einen Monat, bis es am 21./22. November in Park City (USA) - für die Frauen sogar noch eine Woche später - richtig los geht. Der europäische Start erfolgt wie gewohnt Anfang Dezember in Val d´Isère.

"Riesen"-Ära mit Cuche als Zugpferd

Sölden 2003 ist vor allem für das Schweizer Männer-Team ein besonderes Rennen. Es beginnt dort eine neue "Riesen"-Ära, nachdem im letzten Jahr der "Sir des Riesenslaloms" (Copyright ÖSV-Cheftrainer Toni Giger) abgetreten ist.

Damit ist aus dem glorreichen Quartett der Neunziger Jahre mit Urs Kälin und Steve Locher nur noch Paula Accola übrig geblieben. Und dieser fährt keine Riesenslaloms mehr, nachdem er im Oktober 2002 zwei Tage vor dem Saisonstart in Sölden schwer gestürzt (Achillessehnenriss) ist. Accola, mittlerweile 36 1/2-jährig, wird allenfalls bei den Speed-Rennen Ende November in Lake Louise wieder einsteigen.

Das neue Zugpferd im Riesenteam ist Didier Cuche, der sich schon zu MvG-Zeiten als Nachfolger empfahl. Wenn auch die letzte Saison nicht optimal verlief und der Neuenburger sogar aus der ersten Gruppe fiel, kann er ganz vorne mitfahren.

Dank dem Rücktritt von MvG und der Verletzung von Kjetil André Amodt kehrt er in die Gruppe 1 zurück. "Er ist in guter Verfassung und wird ein gutes Resultat erzielen", sagt Cheftrainer Karl Frehsner. Didier Défago, als Nummer 13 der Welt nominell der stärkste Schweizer, kann nach Einschätzung von Frehsner "auch ein gutes Rennen fahren, wird aber im ersten Rennen wohl keine Stricke zerreissen."

Mit den Junioren-Weltmeistern Berthod und Albrecht

Cuche und Défago sind in der einstigen Schweizer Parade-Disziplin Riesenslalom die einzigen, die mit Nummern unter 30 starten können. Knapp dahinter folgen Tobias Grünenfelder und Ambrosi Hoffmann. Die weiteren Teilnehmer - die Schweiz verfügt nur noch über sieben Startplätze - sind Slalom-Spezialist Marco Casanova sowie die beiden Junioren-Weltmeister Daniel Albrecht und Marc Berthod.

Albrecht nützte bei den Schweizer Meisterschaften in Verbier die allerletzte Gelegenheit, den grossen MvG zu bezwingen.

"Doch zu glauben, dass jetzt schon ein Junger für Von Grünigen in die Breschen springen wird, wäre eine Illusion", sagt Frehsner. Auf Prognosen lässt er sich ohnehin nicht hinaus und meint lediglich: "Irgendwas werden wir schon zusammenbasteln."

Maina: "Ein Exploit ist möglich"

Auch das Frauen-Team besteht aus (nur) sieben Fahrerinnen, obwohl eigentlich neun Startplätze zur Verfügung stünden. Neben Sonja Nef, die nach nur zwei Trainingsmonaten ein Comeback gibt, sind Fränzi Aufdenblatten, Lilian Kummer, Nadia Styger, Marlies Oester, Monika Dumermuth und Sandra Gini gemeldet.

Ausser Nef befindet sich keine mehr unter den ersten dreissig. Trotzdem sagt Cheftrainer Angelo Maina: "Wir wollen einfach das beste herausholen. Ein Exploit ist durchaus möglich." Das wäre für die einen bereits eine Qualifikation für den 2. Lauf.

Neben Nef interessiert in Sölden ein zweites Comeback, jenes von Superstar Hermann Maier. Der Österreicher bestritt seit seinem Unfall vor zweieinhalb Jahren im Riesenslalom nur das Rennen von Adelboden, wo er knapp die Qualifikation verpasste.

Da er sonst noch an Speed-Rennen teilnahm, ging er des Verletzungbonus verlustig, was ihn auf den 27. Platz der Startliste zurückwarf. "Offenbar sind einige bei der FIS der Meinung, das ich nicht verletzt genug war", ärgerte sich Maier.

"Nach der Saisons gratulieren sie dir. Aber wenn sie im Hintergrund arbeiten, hauen sie dir das Hackl ins Kreuz". Zumindest an Motivation wird es dem Herminator nicht fehlen.

Fehlen wird in Sölden möglicherweise Nicole Hosp, eine der drei ex-aequo-Vorjahressiegerinnen. Sie leidet an den Nachwirkungen von Trainingsstürzen und einer Grippe. Wegen Rekonvaleszenz nicht dabei sind auch die dreifache Olympiasiegerin Janica Kostelic (Kro) und die Deutsche Hilde Gerg.

Weltcup-Kalender 2003/04

Männer

26.10. Sölden (Ö) RS 22./23.11. Park City (USA) RS Sl 29./30.11. Lake Louise (Ka) A SG 6./ 7.12. Vail/Beaver Creek (USA) A SG 13./14.12. Val d´Isère (Fr) A RS 15.12. Madonna di Campiglio (It) Sl(N) 19./20.12. Val Gardena (It) A SG 21.12. Alta Badia (It) RS 28.12. Bormio (It) A

3./ 4.1. Flachau (Ö) RS Sl 10./11.1. Chamonix (Fr) A Sl K 17./18.1. Wengen (Sz) A Sl 23.-25.1. Kitzbühel (Ö) A SG Sl K 27.1. Schladming (Ö) Sl(N)

31./ 1.2. Garmisch-Partenkirchen (De) A SG 7./ 8.2. Adelboden (Sz) RS Sl 14./15.2. St. Anton (Ö) A Sl 28./29.2. Kranjska Gora (Sln) RS Sl 6./ 7.3. Kvitfjell (No) A SG 10.-14.3. Sestriere (It) A SG RS Sl

20 Orte mit 38 Rennen (40 Wertungen) 12 7 8 11 2

Frauen

25.10. Sölden (Ö) RS 28./29.11. Park City (USA) RS Sl 5.- 7.12. Lake Louise (Ka) A+A SG 11.12. Vratna (Slk) Sl 13./14.12. Spindleruv Mlyn (Tsch) RS Sl 20./21.12. Laax (Sz) A SG 27./28.12. Lienz (Ö) RS Sl

3./ 4.1. Megève (Fr) SG Sl 10./11.1. ??? (Ort noch offen) A Sl K 16.-18.1. Cortina d´Ampezzo (It) A+A SG 24./25.1. Maribor (Sln) RS Sl

31./ 1.2. Haus im Ennstal (Ö) A SG 7./ 8.2. Zwiesel/Arber (De) RS Sl 14./15.2. Santa Caterina (It) A SG 21./22.2. Are (Sd) SG RS 28./29.2. Levi (Fi) Sl+Sl 10.-14.3. Sestriere (It) A SG RS Sl

17 Orte mit 36 Rennen (37 Wertungen) 9 8 8 11 1

(bsk/Si)

 
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