Ski alpin: Lauberhorn - Die Wende mit Kernen?
publiziert: Mittwoch, 14. Jan 2004 / 16:55 Uhr

Die Lauberhorn-Schlagzeilen in den letzten zehn Jahren hatten einen gemeinsamen Nenner: Sie waren fast durchwegs negativ. Nur Bruno Kernen trotzte dem harschen Gegenwind und zündete mit seinem Triumph im letzten Jahr das Highlight des Jahrzehnts.

Kann Bruno Kernen in Wengen seinen Coup von letzter Saison wiederholen?
Kann Bruno Kernen in Wengen seinen Coup von letzter Saison wiederholen?
"Ich freue mich auf die Rückkehr nach Wengen", sagt der Berner Oberländer, "zum ersten Mal kann ich auf einer Strecke wieder starten, auf der ich schon gewonnen habe."

In Veysonnaz, wo er 1996 einen Doppelsieg feierte, fand nie mehr eine Männer-Abfahrt statt. Und in Sestriere, wo er 1997 Weltmeister geworden war, wird erst im März dieses Jahres wieder einmal ein Rennen ausgetragen.

Kernen krönte im letzten Jahr das Schweizer Skifest, bei dem meist nur die andern feierten. Seit dem Triumph von William Besse 1994 bis zu Kernens 1. und 3. Platz im letzten Winter stand nie ein Schweizer auf dem Podest, und insgesamt gab in acht Rennen gerade mal sechs Top-Ten-Klassierungen, also pro Rennen im Durchschnitt weniger als eine.

Die Chronologie einer zehnjährigen Durststrecke 1995 I. Schlagzeile: "Gigandet verhindert Debakel". Der Romand wurde Siebenter, Franco Cavegn als Nächstbester folgte erst im 17. Rang. Der rekonvaleszente Daniel Mahrer muss sich mit dem 44. Rang begnügen. Weniger als 5000 Zuschauer verfolgen das Freitag-Rennen.

1995 II. 24 Stunden später ist das Debakel perfekt. Ein einziger Schweizer, Weltmeister Urs Lehmann, kommt unter die ersten 20. Er wird 17., die bisher schlechteste Schweizer Bilanz in einer Weltcup-Abfahrt. Direktor Zenhäusern spricht von einem "traurigen Bild". Zum Glück wird die WM in der Sierra Nevada verschoben. Ende Saison wirft Abfahrtschef Sepp Caduff das Handtuch.

(1996: Absage und Verlegung nach Veysonnaz, wo die Schweizer einen Dreifach- und Vierfach-Triumph feiern)

1997: Zwei Schweizer unter den ersten zehn, Franco Cavegn 6. und William Besse 9., das ist fürs Lauberhorn schon fast ein überdurchschnittliches Ergebnis. Bruno Kernen stürzt bei der Brüggli-Einfahrt spektakulär ins Fangnetz.

1998 I. Bruno Kernen wird 7., Jürg Grünenfelder 12., bis zur Zwischenzeit besassen sie noch Aussichten auf einen Podestplatz. Weltcup-Neuling Silvano Beltrametti fuhr im Ziel-S an einem Tor vorbei.

1998 II: "Absturz" in der zweiten Abfahrt, man schreibt vom zweitgrössten Debakel aller Zeiten (nach 1995). Cavegn wird 12., Cuche 14., William Besse, Lauberhornsieger 1994, wird Viertletzter vor einem Engländer, einem Litauer und Irländer.

1999: Der "Absturz" von 1998 wird noch übertroffen. Markus Herrmann als 13. und bester Schweizer verliert 3,37 Sekunden auf Sieger Lasse Kjus. Cuche wird 17., Kernen 24. Besse verliert sieben Sekunden. Das hat Ende Saison Konsequenzen: François Sedan, Ex-Abfahrtstrainer und Koordinator, geht.

2000: Fritz Züger ist neuer Abfahrtschef. Wie 1997 kommen zwei Schweizer in die Top-Ten, für Wengen nach wie vor ein guter Normwert. Kernen und Cuche sind zeitgleich im 8. Rang. Silvano Beltrametti stürzt auf dem Weg zu einem Top-Ten-Rang im Zielhang schwer.

2001: Abfahrt wegen Nebels abgesagt

2002: Und wieder ein herber Rückschlag. 24 500 Zuschauer, Rekordkulisse, aber kein Schweizer unter den ersten zehn, Cavegn und Hoffmann als beste im 12. und 13. Rang. "Das geit doch nid", findet Bundesrat Ogi, Fritz Züger spricht von einer "brutalen Niederlage. Mir haben die Leute entlang der Piste leid getan."

2003: Die Wiederauferstehung, Bruno Kernen erringt den ersten Schweizer Abfahrtssieg seit 1998, nachdem er am Vortag Dritter geworden war. Mit Hoffmann kommt ein weiterer Schweizer zweimal in den Top Ten (7. und 4.).

2004: Eine Wiederholung von 2003 wäre ein Traum, aber schon ein Platz unter den ersten sieben ein Top-Resultat. So gut war in dieser Saison noch kein Schweizer Abfahrer. Das ist die Realität. Noch nie war für unsere Ski-Asse die moralische Unterstützung wichtiger.

(von Richard Hegglin, Wengen /Si)

 
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