Ski alpin: MvG hat ein Riesenslalom-Vakuum hinterlassen
publiziert: Freitag, 6. Feb 2004 / 18:47 Uhr

Das Riesenslalom-Team, einst der Stolz der Nation, existiert praktisch nicht mehr. Michael von Grünigen hat mit seinem Rücktritt ein Vakuum hinterlassen. Gelingts Cuche und Co., in Adelboden die "Riesen"-Probleme zu lösen?

Mit dem Rücktritt wurde deutlich, wie gross die Lücke hinter MvG war.
Mit dem Rücktritt wurde deutlich, wie gross die Lücke hinter MvG war.
De facto ist das "Riesen"-Team identisch mit dem Speed-Team. Und dieses hat ja in Kitzbühel und Garmisch bewiesen, dass mit ihm noch immer gerechnet werden kann. Doch gerade dieses Faktum, dass das Speed- und Riesen-Team ineinander verschmelzen, ist das Problem der neuen Riesenslalom-Entwicklung.

Mit Kalle Palander und den von Davide Simoncelli und Massimiliano Blardone angeführten Italienerin hat sich eine Gruppe von Spezialisten entwickelt, gegen die die Allrounder aus dem Speed-Lager einen immer schwereren Stand haben.

Dazu gehören alle Schweizer, aber selbst Cracks wie Hermann Maier oder Stephan Eberharter. "Und auch Hans Knauss", wie Didier Défago anfügt. Dem Adelbodner Vorjahressieger reichte es bisher zu einem einzigen Podestplatz, bezeichnenderweise in Park City, als er vorher wochenlang Zeit hat, sich auf das Rennen vorzubereiten.

Danach stürzte er ab wie alle andern Speed-Fahrer und kam nie mehr in die Top Ten. Ein Maier steht an 23. Stelle des Weltcup-RS-Klassements, Eberharter an 24., etwa in jenen Gefilden, in denen auch Cuche, Défago, Grünenfelder und Co. anzutreffen sind.

Kampf mit ungleich langen Spiessen

Aufgrund dieses Parameters entspräche es sogar der Logik, wenn in Adelboden kein Schweizer unter die ersten 20 käme... "Ich weiss selber nicht, wozu ich genau fähig wäre", sagt Didier Défago, der im letzten Jahr noch regelmässig Spitzenresultate erzielte.

Doch dann kam das neue FIS-Reglement mit einer Reduzierung der Schuhhöhe von 50 auf 45 cm, die Firma entwickelte neue Ski, die aber erst jetzt -- zwei, drei Tage vor Adelboden -- von den Schweizer Atomic-Piloten erstmals richtig ausgetestet werden konnten.

Derweil hat dieses Modell Kalle Palander schon im alten Jahr in Alta Badia zu seinem ersten Weltcupsieg in dieser Disziplin geführt. Auch die meisten Italiener benützten diesen Ski. Im Riesenslalom wird in dieser Saison mit ungleich langen Spiessen gekämpft.

Auch Cuche strotzt nicht vor Zuversicht, trotz seines Triumphes in Garmisch. "Im Riesenslalom bin ich noch nicht so in Form, dass ich ans Gewinnen denken könnte", sagt der Neuenburger. "Ich hoffe, das Ähnliches passiert wie in den letzten zwei Jahren. Da konnte ich dreimal im Ziel jubeln". 2002 fuhr Cuche Bestzeit im 1. Lauf, dann holte er den Gesamtsieg im 2. Lauf, und 2003 begann er wieder mit einer Bestzeit, ehe er im zweiten Durchgang stürzte.

Grünenfelder im Niemandsland

Michael von Grünigen rettete die Situation, in dem er vom 9. auf den 2. Rang vorstiess und damit die Schweiz vor einem Debakel rettete. Der nächstbeste, Ambrosi Hoffmann, war 19., niemand bemerkte es.

Auch ein Jahr vorher, als Cuche gewann und MvG wegen Verletzung nicht zum 2. Lauf antreten konnte, war der Nächstbeste, Steve Locher, nur 19. Von Grünigen übertünchte die schleichende Schweizer Entwicklung von der Parade- zur Sorgendisziplin.

Ein Opfer dieser Entwicklung ist auch Tobias Grünenfelder, ein ehemaligen Riesen-Spezialist, der in die Kombi-Gruppe gewechselt ist, in welcher der Schwerpunkt eher auf die Speed-Disziplinen gelegt wird.

Dadurch ist er -- aus seiner Optik -- ins Niemandsland geraten. "Ich habe zu wenig Gelegenheit, Riesenslalom zu trainieren", beklagt sich der Glarner, der aber eines vergisst: In 40 Weltcup-Riesenslaloms hat er es gerade einmal in die Top Ten (7.) geschafft.

Seit er vor anderthalb Jahren begann, regelmässig Abfahrten zu bestreiten, stand er immerhin schon zweimal in einem Super-G auf dem Podest. Vielleicht läufts mit diesem Schwung nun auch im (vernachlässigten) Riesenslalom wieder.

(von Richard Hegglin, Adelboden/sda)

 
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